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Liebe Leserinnen und Leser,
die Zahl der Kinder und Jugendlichen, bei denen eine steatotische Lebererkrankung diagnostiziert wird, steigt weltweit an. Eine Ursache hierfür sehen Experten in der wachsenden Zahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher – laut WHO hat sich ihr Anteil in den zurückliegenden Jahrzehnten vervierfacht. Der Grundstein für eine schlechte Lebergesundheit könnte US-amerikanischen Forschenden zufolge möglicherweise aber noch viel früher gelegt werden. Sie fanden in Experimenten mit neugeborenen Ferkeln heraus, dass sich bei Tieren, deren Nahrung mittelkettige Fettsäuren enthielt, die aus Kokosöl stammen und auch in manchen Säuglingsnahrungen zu finden sind, deutlich schneller Leberfett ansammelte als bei Tieren, deren Nahrung langkettige Fettsäuren enthielt. Innerhalb von nur zwei Wochen hatten die Ferkel eine entzündliche Form der Erkrankung entwickelt, obwohl ihre Leber die Fettverbrennung angekurbelt hatte. Würden diese Erkenntnisse bei der Rezeptur von Säuglingsnahrung berücksichtigt, ließen sich möglicherweise frühe Lebererkrankungen zumindest teilweise verhindern, erklärten die Forschenden.
Eine ganz andere Form präventiver Medizin ist Forschenden in den USA mit der In-utero-Stammzelltherapie bei Föten mit Spina bifida gelungen. Sie hatten im Rahmen der Standard-Fötaloperation, der sich die schwangeren Frauen unterzogen, zusätzlich plazentare mesenchymale Stammzellen direkt auf das freiliegende Rückenmark des Fötus aufgebracht. Bei allen sechs Babys war die Wirbelsäule bei der Geburt intakt und die Kinder zeigten keine abnormalen Gewebestrukturen. Inzwischen sind die Kinder vier bis fünf Jahre alt und entwickelten seither keine schwerwiegenden Nebenwirkungen, die auf die Stammzellbehandlung zurückzuführen sind.
Entwicklungsstörungen aufgrund angeborener Stoffwechselstörungen zu mindern oder gar zu verhindern, ist Ziel des Neugeborenen-Screenings. Dafür müssen die Kleinsten aber bereits in den ersten Lebenstagen in die Ferse gestochen werden, was ihnen Schmerzen bereitet. Diese können jedoch durch die Gabe einer kleinen Menge Zuckerlösung unmittelbar vor dem Pieks deutlich gelindert werden, wie ein aktueller Cochrane-Review zeigt. Eine äußert einfache, aber wirkungsvolle Maßnahme, die ohne großen Aufwand und direkt in Praxis und Klinik umgesetzt werden kann!
Eine aufschlussreiche Lektüre und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
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