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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Kinder- und Jugendmedizin,
ein Sturz vom Sofa, ein Zusammenprall mit einem Spieler der gegnerischen Mannschaft, ein Unfall mit dem Fahrrad – Experten gehen davon aus, dass jährlich rund 200.000 Kinder und Jugendliche ein leichtes Schädel-Hirntrauma erleiden, die meisten davon eine Gehirnerschütterung. Da viele Betroffene keinen Arzt aufsuchen, könnte die Dunkelziffer noch höher sein. Dies ist umso bedenklicher, als eine aktuelle Studie aus Kanada nun zeigt, dass die Folgen einer Gehirnerschütterung in der Bildgebung noch zu erkennen sind, wenn die Patienten längst beschwerdefrei sind – und im Fall der Studie, die junge Sportler untersuchte, wieder auf dem Spielfeld stehen. So fanden die Forschenden bei vermeintlich Genesenen einen immer noch verringerten Blutfluss im fronto-insulären Kortex, einem Teil des Gehirns, der Denken und Gedächtnis, Emotionen und Sozialverhalten steuert. Angesichts dieser Befunde werfen die Autoren die Frage auf, welche Folgen wiederholte Gehirnerschütterungen haben und inwieweit sich diese Auswirkungen im Laufe der Zeit akkumulieren.
Eine aufschlussreiche Lektüre und ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen
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