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Liebe Leserinnen und Leser,
als im vergangenen November in Abwasserproben mehrerer deutscher Städte Polioviren nachgewiesen wurden, bestand noch die Hoffnung, dass dies auf den Zuzug vor Kurzem geimpfter Menschen in die jeweiligen Einzugsgebiete der Klärwerke zurückzuführen sein könnte. Nach weiteren Nachweisen von cVDPV2 in den zurückliegenden Monaten hält es das Robert Koch-Institut (RKI) allerdings für „zunehmend wahrscheinlich“, dass das Virus – zumindest lokal begrenzt – bereits von Mensch zu Mensch übertragen wird. Eine solche Ansteckung konnte bislang allerdings noch nicht nachgewiesen werden und es wurde auch noch keine Polio-Erkrankung festgestellt.
Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie sieht derzeit auch noch keine Gefahr einer Polio-Endemie, rät aber nachdrücklich dazu, gefährdete Personen zu impfen. Dazu zählen neben immungeschwächten Erwachsenen vor allem Kinder. Hier sind vor allem Kinderärztinnen und Kinderärzte gefordert, den Impfstatus ihrer kleinen Patienten noch akribischer im Blick zu behalten, als sie es bislang schon tun. Gefragt ist auch eine noch intensivere Aufklärung der Eltern über die Bedeutung eines vollständigen und rechtzeitigen Impfschutzes für ihre Kinder. Schließlich ist dem RKI zufolge nur etwa ein Fünftel der Einjährigen in Deutschland vollständig gegen Polio geimpft – obwohl die Grundimmunisierung bis zum Alter von zwölf Monaten abgeschlossen sein sollte. Und nur 77 Prozent der Kinder haben im Alter von zwei Jahren den vollständigen Impfschutz.
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