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weltweit sind Darminfektionen für mehr als zehn Prozent der Todesfälle bei Kindern verantwortlich und treten vor allem bei mangelernährten Kindern auf. Galten bislang die schlechten hygienischen Bedingungen, in die die betroffenen Kinder hineingeboren werden, als Hauptursache für die umweltbedingte Enteropathie, haben Wissenschaftlerinnen der Universität Würzburg gemeinsam mit Schweizer Kolleginnen und Kollegen die wahre Ursache gefunden: den Mangel an Alarmin-S100-Proteinen. Diese sind normalerweise reichlich in Muttermilch enthalten und schützen den kindlichen Organismus vor überschießenden Immunreaktionen und ermöglichen die Besiedelung des Darms mit Mikrobiom. Sind Mütter aber mangelernährt, fehlen diese Proteine in der Muttermilch, was beim Neugeborenen schon während der Stillzeit eine Darmentzündung auslösen kann. Eine einzige Gabe der Proteine stellt hingegen eine gesunde Darmentwicklung sicher – und zwar lebenslang, wie die Forscherinnen am Mausmodell zeigen konnten. Ob dies beim Menschen auch gelingt, untersucht das Team nun ebenso wie die Frage, ob die Supplementierung mit den Proteinen Frühgeborene mit Alarmin-Mangel vor der gefürchteten Sepsis schützen kann.
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