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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Labormedizin,
diese Woche möchten wir Ihnen einige neue Erkenntnisse rund um Biomarker bei Lungenkrebs präsentieren. So zeichnet sich ein neuer Subtyp des Kleinzelligen Lungenkarzinoms (SCLC) nicht durch die sonst typische Deaktivierung der Gene RB1 und TP53 aus, sondern Chromothripsis. Der neue Subtyp, den die Wissenschaftler „atypisches SCLC“ getauft haben, scheint durch die Umwandlung neuroendokriner Tumore geringeren Grades (Lungenkarzinoide) in aggressivere Karzinome zu entstehen.
Mit pulmonalen Karzinoiden haben sich Forschende der Experimentellen Kinderonkologie an der Uniklinik Köln und der Translationalen Genomik der Universität zu Köln befasst. Wie sie zeigen konnten, sind pulmonale Karzinoide mit einem aggressiven klinischen Verlauf durch eine Aktivierung des TERT-Gens charakterisiert, während eine Telomerase-Aktivität in Karzinoiden mit gutartigem Verlauf fehlt. Dabei kodiert TERT für einen katalytischen Subkomplex des Enzyms Telomerase.
Bei welchen Patienten mit Nichtkleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) Immuncheckpoint-Inhibitoren anschlagen werden, sagen Biomarker vorher, die auf der diesjährigen World Conference on Lung Cancer vorgestellt wurden. Beim Vergleich von Respondern und Non-Respondern konnten die Wissenschaftler 43 Zelluntergruppen identifizieren, die sich hauptsächlich durch ihren Stoffwechsel- und Aktivierungszustand unterschieden. Tumorzellen mit dem metabolischen Zustand PPP+ wiesen eine erhöhte Proliferation, CD44-Positivität und eine höhere Resistenz gegen eine PD-1-Blockade auf.
Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!
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