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Liebe Leserinnen und Leser,
was wäre unsere Welt ohne genetische Variation? Ich würde sagen, ziemlich einfältig. Doch unsere Individualität hat ihren Preis. Genetische Varianten spielen schließlich ebenso bei der Krankheitsentstehung eine entscheidende Rolle. Allerdings häufen sich bei der wachsenden Menge an Sequenzierungsdaten auch Varianten unklarer Signifikanz (VUS) an.
Ein australisches Forschungsteam hat sich mit VUS bei Netzhauterkrankungen beschäftigt. Sie entwickelten ein Organoid-Modell, was ihnen die Klassifizierung und Untersuchung bestimmter VUS im RPGRIP1-Gen ermöglichte. Anhand solcher Modelle ließe sich die Pathogenität neuer VUS womöglich leichter bewerten und zudem personalisierte Behandlungsstrategien ableiten.
Bleiben wir in der Petrischale: Forschende der ETH Zürich (Schweiz) haben mittels einer neuen hochauflösenden Mikroskopie-Methode live das Verhalten von Influenzaviren untersucht. Ihren Beobachtungen zufolge „surfen“ die Viren auf der Zelloberfläche, bis sie eine geeignete Eintrittsstelle mit ausreichend Rezeptormolekülen finden. Außerdem stellte sich durch die Untersuchungen heraus, dass menschliche Zellen diesen Eintritt aktiv begünstigen. Ob uns diese neuen Einblicke in kommenden Grippewellen einen Vorteil bescheren?
Für die kommende Woche wünsche ich Ihnen jedenfalls eine informative Lektüre und ausschließlich grüne Wellen. Bleiben Sie gesund!
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