|
Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Labormedizin,
der von US-amerikanischen Forschenden entwickelte Test auf virale DNA im Blut – HPV-DeepSeek – nutzt Gesamt-Genom-Sequenzierung zum Nachweis der HPV-DNA und unterscheidet sich damit von anderen Tests. Im Vergleich mit anderen Standard-Verfahren – unter anderem kommerziell erhältliche Flüssigbiopsie-Analysen – erwies sich HPV-DeepSeek in einer aktuellen Studie als empfindlicher und genauer. Mit einer weiteren Studie konnte das Team um Erstautor Daniel Faden zeigen, dass sich HPV-assoziierte Oropharynxkarzinome bereits im Frühstadium nachweisen ließen. Das macht nach Einschätzung der Autoren ein blutbasiertes Screening auf HPV-assoziierten Kopf-Hals-Krebs möglich.
Mithilfe eines KI-Modells, das auf dem epigenetischen Fingerabdruck der Tumore basiert, lassen sich Hirntumore diagnostizieren. In 99,1 Prozent der Fälle wurde eine präzise Diagnose gestellt. Damit ist das an der Charité entwickelte KI-Modell genauer als bisher verfügbare Modelle. Mit einem auf ähnliche Weise trainierten KI-Modell lassen sich mehr als 170 Tumorarten aus verschiedenen Geweben mit einer Genauigkeit von 97,8 Prozent feststellen.
Außerdem im Newsletter: Käse ist nicht gleich Wurst – welchen Einfluss die Art eines mit Listerien kontaminierten Lebensmittels auf das Überleben der Bakterien im Verdauungstrakt hat, zeigt eine neue Studie. Und: 2022 gab es den stärksten Anstieg von Infektionen mit Corynebacterium diphtheriae in Westeuropa. Eine aktuelle Studie hat die Übertragungswege nachgezeichnet.
Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre.
|