Ausgabe 5/2026

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Mittwoch, 28. Januar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

die virtuelle Realität ist ein beliebtes Ausflugsziel. Viele erfreuen sich an den technologischen Gadgets, die ihre Sinne hinters Licht führen – Andere erfreuen sich von Natur aus an einer verzerrten Wahrnehmung. Auch in der Wissenschaft spielt Virtualität zunehmend eine Rolle. Obgleich sich damit zweifelsfrei eine Menge Türen öffnen, stellt sich mir die Frage, welche Herausforderungen sie mit sich bringt. Wie passt sie in eine Welt, die eigentlich von „harten Fakten“ bestimmt wird? Und wo fängt Virtualität überhaupt an?

Spoiler: Sie werden in diesem Newsletter keine Antwort auf diese Fragen erhalten. Warum spreche ich dann davon? Eine internationale Studie unter Beteiligung des Helmholtz-Zentrums Hereon präsentierte kürzlich einen neuen Fortschritt in Richtung der „virtuellen Histologie“. Mithilfe von Röntgen­strahlung lassen sich zentimeterdicke Gewebeproben präzise dreidimensional abbilden, ohne dass das Gewebe zerstört wird. Allerdings gab es an der Sache bislang einen Haken: Die Bilder waren lediglich schwarz-weiß.

Durch eine neue Methode kommt nun endlich Farbe ins Spiel – und bringt uns den 3D-Bildern von Geweben einen großen Schritt näher. Fehlt nur noch der handliche Teilchenbeschleuniger-to-go. Aber vielleicht lässt sich der Erfolg ja mit bereits verfügbaren Strahlungsquellen im Labor reproduzieren? Das Potenzial, insbesondere für die Diagnostik, ist jedenfalls groß. Von der klinischen Anwendung sind wir allerdings noch ein bisschen entfernt.

So oder so bleibt die Frage nach „Schein oder Sein“ im wissenschaftlichen Kontext wohl eher komplex. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen für den Rest der Woche möglichst viel Klarheit und natürlich viel Spaß beim Lesen und Stöbern!




   Milo Klesse
   Redaktion Labormedizin

 

 
 
Virtuelle Histologie: Vom Gewebeschnitt zum 3D-Bild

Virtuelle Histologie: Vom Gewebeschnitt zum 3D-Bild

Die virtuelle Histologie nutzt Röntgenstrahlung, um Gewebe dreidimensional abzubilden. Ein neues Verfahren ermöglicht nun auch die farbige Markierung von Strukturen im 3D-Bild. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten für Krebsforschung und klinische Diagnostik.

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Bluttest könnte Infektionsgeschichte eines Menschen offenlegen

Erlanger Forschende wollen mithilfe von T-Zell-Rezeptor-Analysen die individuelle Infektionsgeschichte eines Menschen rekonstruieren. Ist das Projekt erfolgreich, könnte zukünftig schon ein einziger Bluttest dafür ausreichen.

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Lungenkrebs: Tumor-Organoide für maßgeschneiderte Krebstherapie

Lungenkrebs: Tumor-Organoide für maßgeschneiderte Krebstherapie

Aus Patientenproben gezüchtete Tumor-Organoide ermöglichen es, die Wirksamkeit von verschiedenen Krebstherapien vorab zu testen. Patienten mit Lungenkrebs könnten zukünftig von einem neuen Verfahren von Forschenden der Charité profitieren – und eine maßgeschneiderte Krebstherapie erhalten.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Warum metrologische Rückführbarkeit in der medizinischen Labordiagnostik wichtig ist
J Appl Lab Med 23.01.2026

Häufige Variationen in Meiose-Genen prägen die menschliche Rekombination und Aneuploidie
Nature 21.01.2026

Eine Effektor-Wirt-Interaktom-Karte verknüpft Typ-III-Sekretionssysteme in gesunden Darmmikrobiomen mit der Immunmodulation
Nat Microbiol 26.01.2026

Referenzwerte für den hochsensitiven Gen 6-Assay zur Bestimmung von kardialem Troponin T bei gesunden Probanden: REF-TSIX Global Reference Study
Clin Chem 21.01.2026

 
 

Mehr als nur An und Aus: Neue Photoschalter regulieren Ionenkanäle

Zwei neue Photoschalter können bestimmte Ionenkanäle je nach Wellenlänge entweder aktivieren oder inhibieren. Das neue System der Universität Leipzig ermöglicht zusätzlich, dass die Aktivität der Ionenkanäle gezielt und dynamisch reguliert werden kann.

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Neuer Bluttest zeigt Ausmaß der Hirnschädigung nach Schlaganfall

Neuer Bluttest zeigt Ausmaß der Hirnschädigung nach Schlaganfall

Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall – doch das Ausmaß der fortschreitenden Hirnschädigung lässt sich bislang nur eingeschränkt bildgebend erfassen. Forschende zeigen nun, dass der Blutmarker Brain-derived Tau (BD-tau) die Hirnschädigung nach einem ischämischen Schlaganfall über die Zeit abbilden kann. Die Arbeit wurde in „Science Translational Medicine“ veröffentlicht.

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NACHRICHTEN:

Ein internationales Konsortium – LIGAND-AI –
soll die Datengrundlage für KI-Modelle
 in der Wirkstoff-Forschung verbessern.
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Der Austritt der USA aus der Weltgesund­heitsorganisation (WHO)  ist wirksam geworden. Laut WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus gebe es dadurch nur Verlierer.
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Eine Studie der Universitätsmedizin Würzburg offenbart einen neuen Entzündungs­mechanismus von Thrombozyten.
Beteiligt sind daran das Integrin
αIIbβ3
 und ein neuartiges Organell.
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TERMINE:

Human Genome Meeting 2026
22.04. – 24.04.2026
Athen (Griechenland)

11. Dresdner Liquorsymposium
09.05.2026
Dresden

Deutscher Kongress für Laboratoriumsmedizin 2026
30.09. – 02.10.2026
Hamburg

 
 

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