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Liebe Leserinnen und Leser,
die virtuelle Realität ist ein beliebtes Ausflugsziel. Viele erfreuen sich an den technologischen Gadgets, die ihre Sinne hinters Licht führen – Andere erfreuen sich von Natur aus an einer verzerrten Wahrnehmung. Auch in der Wissenschaft spielt Virtualität zunehmend eine Rolle. Obgleich sich damit zweifelsfrei eine Menge Türen öffnen, stellt sich mir die Frage, welche Herausforderungen sie mit sich bringt. Wie passt sie in eine Welt, die eigentlich von „harten Fakten“ bestimmt wird? Und wo fängt Virtualität überhaupt an?
Spoiler: Sie werden in diesem Newsletter keine Antwort auf diese Fragen erhalten. Warum spreche ich dann davon? Eine internationale Studie unter Beteiligung des Helmholtz-Zentrums Hereon präsentierte kürzlich einen neuen Fortschritt in Richtung der „virtuellen Histologie“. Mithilfe von Röntgenstrahlung lassen sich zentimeterdicke Gewebeproben präzise dreidimensional abbilden, ohne dass das Gewebe zerstört wird. Allerdings gab es an der Sache bislang einen Haken: Die Bilder waren lediglich schwarz-weiß.
Durch eine neue Methode kommt nun endlich Farbe ins Spiel – und bringt uns den 3D-Bildern von Geweben einen großen Schritt näher. Fehlt nur noch der handliche Teilchenbeschleuniger-to-go. Aber vielleicht lässt sich der Erfolg ja mit bereits verfügbaren Strahlungsquellen im Labor reproduzieren? Das Potenzial, insbesondere für die Diagnostik, ist jedenfalls groß. Von der klinischen Anwendung sind wir allerdings noch ein bisschen entfernt.
So oder so bleibt die Frage nach „Schein oder Sein“ im wissenschaftlichen Kontext wohl eher komplex. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen für den Rest der Woche möglichst viel Klarheit und natürlich viel Spaß beim Lesen und Stöbern!
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