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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Onkologie,
die Hälfte der Patienten mit nichtmuskelinvasivem Blasenkrebs erleidet nach transurethraler Resektion des Blasentumors (TURB-T) und anschließender Instillation von Bacillus Calmette-Guérin (BCG) früher oder später ein Rezidiv. Diese Situation ist natürlich unbefriedigend. Beim 40. Kongress der European Association of Urology (EAU) in Madrid, Spanien, wurde jetzt eine mögliche Abhilfe vorgestellt. Es handelt sich um eine zweifache Tuberkulose-Impfung, die zwischen der TURB-T und der BCG-Instillation verabreicht wird. Die Studienautoren waren selbst überrascht: Innerhalb von fünf Jahren kam es bei keinem der Patienten zu einem Rezidiv, und die Impfung war sehr gut verträglich. Zwar umfasste die Studie nur 40 Patienten, aber sie war randomisiert, und es handelte sich zunächst nur um eine Pilotstudie. Auf weitere spannende Daten können wir uns also gefasst machen.
Ebenfalls auf dem EAU-Kongress vorgestellt wurden Studienergebnisse zu einem neuartigen Urintest: Dieser kann offenbar Rezidive eines klarzelligen Nierenzellkarzinoms frühzeitig nachweisen und Patienten damit CT-Scans ersparen. Der Test untersucht die ausgeprägten Profile von Glykosaminoglykanen, die im Urin zu finden sind und als GAGome bezeichnet werden.
Wenn Wissenschaftler einen Resistenzmechanismus identifizieren können, ist das schon an sich eine gute Nachricht. Noch erfreulicher ist es, wenn sie direkt Hinweise darauf geben können, wie sich ein solcher Mechanismus aushebeln lassen könnte. Dieser Kunstgriff ist Wissenschaftlern des Deutschen Krebsforschungszentrums jetzt gelungen. Sie konnten zeigen, dass offenbar eine veränderte Aktivität des Proteasoms dazu beiträgt, dass Patienten mit Chronischer lymphatischer Leukämie resistent gegen Ibrutinib werden. Carfilzomib als Proteasom-Inhibitor hebelte diesen Resistenzmechanismus in Laborversuchen und bei Mäusen aus.
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Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche!
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