Ausgabe 10/2026

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Dienstag, 03. März 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

hin und wieder gibt es Nachrichten, die mich an Schildbürgerstreiche erinnern: So stand zur Diskussion, Ethanol in Desinfektionsmitteln zu verbieten, weil es als CMR-Stoff – krebserregend, erbgutverändernd, fortpflanzungsgefährdend – einzustufen seiAllerdings gilt das nur dann, wenn man es trinkt …  Zum Glück hat sich die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) dagegen ausgesprochen. Schließlich ist nicht klar, wie teuer und eventuell auf lange Sicht vielleicht gesundheitlich noch viel fragwürdiger Alternativen wären.

Jahrzehntelange Erfahrungen gibt es auch mit Alkohol in Arzneimitteln – doch aufgrund von Kindern und Menschen mit einer Alkoholkonsumstörung sind Bedenken dabei aus meiner Sicht verständlicher. Aber auch hier ist natürlich die Frage berechtigt, ob Alternativen nicht neue Probleme aufwerfen oder gar nicht infrage kommen, weil der Alkohol als Extraktionsmittel dient. Der Branchenverband Pharma Deutschland warnt davor, die ECHA-Entscheidung als Entwarnung für die gesamte Ethanol-Regulierung zu lesen.

Ein kurzer Abstecher zur Hämatologie: Die American Society of Hematology weist darauf hin, dass die topaktuellen Poster und Abstracts, die bei der vergangenen 67. Jahrestagung vorgestellt wurden, jetzt online verfügbar sind. 

Doch nun zu den im Betreff angekündigten Themen: Bei Prostatakrebs gibt es zum einen aktuelle Erkenntnisse zur Metastasierung. Demnach aktiviert die Abspaltung der extrazellulären Domäne des onkogenen Transmembranproteins TROP2 die Signalübertragung über den Epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) und fördert so die Entstehung von Metastasen.

Neu sind auch Empfehlungen zur Definition des PSMA-positiven biochemischen Rezidivs (BCR): Dies soll ein Prostatakrebsrezidiv beschreiben, das ausschließlich mittels PSMA-PET/CT nachweisbar ist. Neben weiteren Empfehlungen zur Erfassung der Basisdaten und zu den Anforderungen an die Bildgebung schlugen die Wissenschaftler zudem vor, ein Hochrisiko-BCR mit einer PSA-Verdopplungszeit von bis zu sechs Monaten zu definieren, unabhängig vom PET-Befund. 

Ferner belegt eine britisch-italienische Forschungsarbeit, dass sich mit sequenzieller Liquid Biopsy Merkmale zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) identifizieren lassen, die mit einem Behandlungserfolg bei Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakrebs unter Cabazitaxel-Therapie assoziiert sind. Auch bei Hodenkrebs besitzt ctDNA eine hohe Aussagekraft, konkret für das Überleben nach Orchiektomie und retroperitonealer Lymphknotendissektion. Bleiben wir in der Uroonkologie: Für das klarzellige Nierenzellkarzinom konnten Forscher belegen, dass das Ausschalten eines bestimmten DNA-Elements das Tumorwachstum verlangsamen kann.

Beim Melanom konnten Wissenschaftler den Homeobox-haltigen Transkriptionsfaktor Hoxd13 als treibenden Faktor für das Wachstum identifizieren. Auf therapeutischer Seite eröffnet sich mit Nanopartikeln, mit denen Melanome mittels niedrigenergetischem Nahinfrarot-Laser zerstört werden können, ohne das umliegende gesunde Gewebe zu schädigen, eine neue Option. Zu guter Letzt sei noch auf eine zunächst skurril anmutende Studie zu akralen Melanomen bei Mexikanern hingewiesen: Aber sie lenkt den Blick darauf, dass die genetische Abstammung bei der Entstehung und dem biologischen Verhalten des akralen Melanoms entscheidend zu sein scheint.

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und eine sonnige Woche!




   Ihre
   Sandra Frins

 

 
 
Neuer Mechanismus der Metastasierung bei Prostatakrebs entdeckt

Neuer Mechanismus der Metastasierung bei Prostatakrebs entdeckt

Die Abspaltung der extrazellulären Domäne des onkogenen Transmembranproteins TROP2 (tumorassoziierter Kalziumsignaltransduktor 2) aktiviert die Signalübertragung über den Epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) und fördert so die Metastasierung von Prostatakrebs (PCa).

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Denosumab: So verhindern Sie den
Rebound-Effekt

Denosumab zeichnet sich im Vergleich zu Bisphosphonaten durch ein schnelles Ansprechen und eine reversible Wirkung aus. Das birgt jedoch auch Risiken. Um nach dem Absetzen von Denosumab einen Rebound-Effekt zu verhindern, ist eine punktuelle Therapie mit Zoledronsäure ratsam. Das wirkt einem erhöhten Knochenabbau entgegen und reduziert gleichzeitig das Risiko für Wirbelkörperfrakturen. 

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US-Arbeitsgruppe schlägt neue Definition „PSMA-positives biochemisches Rezidiv“ vor

Eine Arbeitsgruppe des US-amerikanischen National Cancer Institute (NCI) zum Thema biochemisches Rezidiv (BCR) bei Prostatakrebs (PCa) hat neue Empfehlungen erarbeitet, um das BCR den neuesten Entwicklungen gemäß für klinische Studien zu definieren.

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Carfilzomib: Verlässliche Konstante mit präziser Wirkweise

Die Erfahrungen aus 10 Zulassungsjahren machen Kyprolis® (Carfilzomib)3 zu einer wichtigen Konstante im Therapie­algorithmus des rezidivierten/refraktären Multiplen Myeloms.1,8 Durch vier Regime# kann der Proteasominhibitor Patient:innen stark1,2, gezielt3 und tiefenwirksam4-7 unterstützen. Die präzise Wirkung auf Myelomzellen3 führte in Studien u. a. zu einem tiefen Ansprechen.4-7

Referenzen

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Zirkulierende Tumor-DNA aus Flüssigbiopsie spiegelt Behandlungserfolg bei mCRPC wider

Zirkulierende Tumor-DNA aus Flüssigbiopsie spiegelt Behandlungserfolg bei mCRPC wider

Mithilfe sequenzieller Flüssigbiopsien lassen sich Merkmale zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) identifizieren, die mit einem Behandlungserfolg bei Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakrebs (mCRPC) unter Cabazitaxel-Therapie assoziiert sind. Dies ist das Ergebnis einer britisch-italienischen Forschungsarbeit.

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NEXPOVIO® (S): Das NEXT nach DRd beim r/r Multiplen Myelom

S+Vd ist der nächste Schritt nach DRd: wirksam ab der 2. Linie1, konsequent durch doppelten Substanzklassenwechsel2,3 bei Erhalt der Flexibilität aller Therapieoptionen in den folgenden Linien4,*.

Referenzen | Pflichttext

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Hodenkrebs: Status zirkulierender Tumor-DNA mit hoher Aussagekraft für das Überleben nach Therapie

US-Wissenschaftler haben den klinischen Nutzen von zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) bei Patienten mit Hodenkrebs untersucht. Das Ergebnis: Der ctDNA-Status im Fenster minimaler Resterkrankung (minimal residual disease, MRD) nach der Therapie sagte das Über­leben nach Orchiektomie und retroperitonealer Lymphknotendissektion (RPLND) voraus.

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Lebensqualität: Ein wichtiger Faktor für mHSPC-Patienten

In der ARANOTE-Studie verlängerte Darolutamid + ADT die Zeit bis zur Verschlechterung der Lebensqualität (gemessen am FACT-P) um 5,1 Monate gegenüber Placebo + ADT und senkte das rPFS-Risiko um 46 % (HR 0,54, 95% KI 0,41-0,71; p<0,0001) bei zugleich niedrigen Abbruchraten (6,1 % vs. 9,0 %). Welche Patienten besonders profitieren, zeigt der Drug Report.

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Ausschalten eines DNA-Elements verlangsamt Tumorwachstum beim Nierenzellkarzinom

Ausschalten eines DNA-Elements verlangsamt Tumorwachstum beim Nierenzellkarzinom

Das Ausschalten eines bestimmten DNA-Elements kann das Tumorwachstum beim klarzelligen Nierenzellkarzinom verlangsamen. Das konnten Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und des Universitätsklinikums Erlangen zeigen.

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Brukinsa® noch einfacher:
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Hoxd13 treibt Angiogenese und Immunflucht beim Melanom an

US‑amerikanische Forschende identifizierten Hoxd13 als Treiber des Melanomwachstums. Zugleich stärkt es die Fähigkeit von Tumoren, der Attacke durch das Immunsystem zu entgehen.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Behandlung des Follikulären Lymphoms mit CHOP- und Anti-CD20-Therapie: 15-Jahres-Nachbeobachtung der SWOG-S0016-Studie
JAMA Oncol 26.02.2026

Tislelizumab plus Chemotherapie in der Erstlinie beim rezidivierten oder metastasierten Nasopharynxkarzinom: Drei-Jahres-Follow-up der randomisierten Phase-III-Studie RATIONALE-309
JAMA Oncol 26.02.2026

Adjuvante Imatinib-Therapie oder Beobachtung bei Patienten mit gastrointestinalen Stromatumoren mit KIT-Exon-9-Mutationen
JAMA Oncol 26.02.2026

Anwendung und Dauer der Hormontherapie in Kombination mit postoperativer Strahlentherapie bei rezidiviertem Prostatakrebs: eine Metaanalyse individueller Patientendaten
Lancet 26.02.2026

Neoadjuvante Therapie mit Sacituzumab Govitecan plus Pembrolizumab, gefolgt von adjuvantem Pembrolizumab, bei Patienten mit muskelinvasivem Blasenkrebs (SURE-02): eine einarmige Phase-II-Studie
Lancet Oncol 27.02.2026

 
 
 
Melanom: Behandlung mit niederenergetischem Laserlicht und Nanopartikeln

Melanom: Behandlung mit niederenergetischem Laserlicht und Nanopartikeln

Forschende der Oregon State University (USA) haben Nanopartikel entwickelt, mit denen Melanome mittels niedrigenergetischem Nahinfrarot-Laser zerstört werden können, ohne das umliegende gesunde Gewebe zu schädigen.

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Akrale Melanome bei Mexikanern: Komplexer als bisher angenommen

Die genetische Abstammung scheint eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und dem biologischen Verhalten des akralen Melanoms zu spielen. Dies kann wichtige Implikationen für Diagnostik und Therapie nach sich ziehen.

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PANORAMA:

Zum Tag der Seltenen Erkrankungen am
28. Februar rückte die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) Glomustumoren in den Fokus.
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Brauchen Frauen und Männer mit Darmkrebs unterschiedliche Therapien? Forschende des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT)/Universitäts KrebsCentrums  in Dresden gehen nun dieser bislang kaum beachteten Frage nach.
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Zu Beginn des Jahres 2026 ist mit RELEVANT (ETAL-5) die derzeit größte, in Deutschland rekrutierende Studie zu allogenen Stammzelltransplantationen für Patienten gestartet, die an Akuter Myeloischer Leukämie oder einem Myelodysplastischen Syndrom leiden.
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Die Universitätsmedizin Halle setzt in der Prostatadiagnostik künftig auf hochauflösenden Mikroultraschall. Das Verfahren soll eine Alternative zur Magnetresonanztomographie darstellen.
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TERMINE:

71. Fortbildungstagung der Österreichischen wissenschaftlichen Gesellschaft für prophylaktische Medizin und Sozialhygiene
09.03.-12.03.2026
Bad Hofgastein (Österreich)

Viszeralonkologisches Kolloquium – Endoskopische Tumortherapie
11.03.2026
online

DGHO Frühjahrstagung
13.03.2026
Berlin

Curriculum Onkologie – Tumorpatientinnen und -patienten bestmöglich versorgen
13.03.-15.03.2026
Berlin

Fortbildungsveranstaltung in der Krebsregistrierung (ADT), Block 3
16.03.-20.03.2026
online

International Society of Ocular Oncology Meeting 2026
17.03.-21.03.2026
Rio de Janeiro (Brasilien)

 
 

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