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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Onkologie,
zunächst einmal möchte ich Ihnen ein frohes neues Jahr wünschen!
In die Erforschung metastasierter Mammakarzinome könnte neuer Schwung kommen: Einem Team aus Heidelberg ist es weltweit erstmals gelungen, direkt aus zirkulierenden Tumorzellen (CTCs) von Brustkrebspatientinnen stabile Tumor-Organoide zu kultivieren. In enger Zusammenarbeit mit der CATCH-Studie konnten die Wissenschaftler dadurch einen für die Therapieresistenz entscheidenden Signalweg identifizieren: Neuregulin 1 (NRG1) dockt an den Rezeptor HER3 auf den Krebszellen an und aktiviert zusammen mit dem HER2-Rezeptor Signalwege, die Wachstum und Überleben der Zellen sichern. Werden die Rezeptoren medikamentös blockiert, springt ein durch den Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptor 1 (FGFR1) gesteuerter Signalweg ein. Wurden in den Organoiden beide Signalwege gleichzeitig blockiert, bremste dies effektiv die Vermehrung der Tumorzellen und leitete den Zelltod ein.
Die potenzielle Bedeutung prospektiver Keimbahntests bei Patienten mit urogenitalen Tumoren unterstreicht eine aktuelle US-Studie: Bei mehr als einem von acht Betroffenen fand sich eine pathogene Keimbahnvariante (PGV). Wie die Autoren ausführen, war fast ein Drittel der festgestellten PGVs hochpenetrant und die Mehrheit davon (67%) klinisch behandelbar. Nach den aktuellen Testkriterien des National Comprehensive Cancer Network wäre die Mehrheit dieser PGVs nicht identifiziert worden.
Zu guter Letzt sei noch eine kleine Phase-I-Studie zu Cabozantinib und Nivolumab zur Therapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms (RCC) mit oder ohne Supplementierung lebender Bakterien erwähnt: Die relative Häufigkeit von Bifidobacterium spp. änderte sich zwar ebenso wenig wie die Alpha-Diversität, das objektive Ansprechen und das progressionsfreie Überleben fielen aber mit den Bakterien besser aus.
Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und eine gute Woche!
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