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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Onkologie,
beginnen wir diesen Newsletter mit neuen Daten zu adjuvantem Nivolumab beim muskelinvasiven Urothelkarzinom mit hohem Rezidivrisiko nach radikaler Resektion. Für dieses Setting liegen jetzt Daten nach einer medianen Nachbeobachtung von 36,1 Monaten aus der CheckMate-274-Studie vor: Sie belegen einen anhaltenden Vorteil beim krankheitsfreien Überleben, vor allem für Patienten mit PD-L1 ≥1 Prozent. Vorläufige Daten zum Gesamtüberleben zeigen auch diesbezüglich einen Nutzen, ebenso beim rezidivfreien Überleben – bezogen auf Rezidive außerhalb des Harntraktes –, sowie beim von Fernmetastasen freien Überleben. Nach Ansicht der Autoren um Prof. Matthew D. Galsky von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York, USA, könnte sich diese Therapie damit zum neuen Standard mausern.
Immuncheckpoint-Inhibitoren stehen auch im Fokus einer Arbeit, die sich mit dem negativen Einfluss von Opioiden auf deren Effektivität befasst hat. Die US-Forscher testeten im Mausmodell für Kopf-Hals-Tumoren die beiden peripher beschränkten OPRM1-Antagonisten (PAMORAs) Methylnaltrexon und Axelopran. Damit konnten sie die die opioidinduzierte Immunsuppression blockieren und die Ansprechraten verbessern. Da PAMORAs die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden können, bleibt die schmerzlindernde Wirkung erhalten.
Einer gegen CD20 gerichteten Immuntherapie bei der Arbeit zugesehen haben Wissenschaftler der Universität Würzburg mit einer neuen Methode der superauflösenden Mikroskopie: Damit gelang es ihnen, in molekularer Auflösung in 3D zu beobachten, wie die therapeutischen Antikörper RTX, OFA, OBZ und 2H7 B-Zellen angreifen, verändern und auf diese Weise ihre Zerstörung induzieren. Dabei zeigte sich auch, dass alle vier Antikörper verstärkt CD20-Moleküle verketten, die sich auf mikrometerlangen Ausstülpungen der Membran – den Mikrovilli – befinden.
Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und eine gute Woche!
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