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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Onkologie,
gestern endete in Basel die Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie, die sicherlich viele von Ihnen vor Ort erlebt haben. Themen gibt es aufgrund der enormen Neuerungen durch Künstliche Intelligenz (KI), Krankenhausreform und innovativen Therapie-Ansätzen derzeit mehr als genug. Denn Neuregelungen wie zu Datenschutz und -qualität bei der Nutzung von KI kommen oft nicht hinterher, moderne Therapieverfahren wie CAR-T-Zelltherapie, der Einsatz bispezifischer Antikörper oder gentherapeutischer Ansätze werden in den Leistungskatalogen nicht ausreichend abgebildet. „Hier fordern wir eine Korrektur, die Implementierung des Leistungsbereichs ‚Komplexe medizinische Onkologie‘ und die Aufnahme der Hämostaseologie als Querschnittsfach“, erklärt Prof. Andreas Hochhaus, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO und Direktor der Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie am Universitätsklinikum Jena.
Triple-negativer Brustkrebs (TNBC) hat unter den verschiedenen Brustkrebstypen die höchste Rezidivrate. Mithilfe einer Kombination von EZH2- und AKT-Inhibitoren ist es Wissenschaftlern gelungen, TNBC-Zellen zur Differenzierung anzuregen, woraufhin sie durch einen Prozess abgetötet werden, der sonst natürlicherweise nach der Laktation einsetzt. Das Team hinter der „Nature“-Studie um Erstautorin Dr. Amy E. Schade sieht in seinen Erkenntnissen eine vielversprechende therapeutische Strategie für diesen hochaggressiven Tumortyp.
Neue Therapie-Prinzipien werden in den ersten Jahren von dem mulmigen Gefühl begleitet, welche nicht direkt erkannte Nebenwirkung sie wohl mit sich bringen könnten. Bei der CAR-T-Zelltherapie wurde in diesem Zusammenhang die Entstehung von T-Zell-Lymphomen diskutiert. Ein Team um Düsseldorfer Wissenschaftler konnte aber jetzt im Patienten angelegte Mutationen in den hämatopoetischen Stammzellen als Ursache ausmachen. Damit kann per Screening auf die entdeckten Mutationen vor einer CAR-T-Zelltherapie eine hoch-individuelle Risikoabwägung getroffen werden, was in Düsseldorf jetzt auch praktiziert wird.
Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und eine schöne Herbstwoche!
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