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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Onkologie,
gerade einmal ein paar Jahre ist es her, dass am 27.08.2018 die ersten CAR-T-Zelltherapien in Europa zugelassen wurden, bis Ende 2024 hat sich ihre Zahl bereits auf sechs erhöht. Nun gibt es offenbar – nach dem Multiplen Myelom und bestimmten Leukämien oder Lymphomen – schon wieder einen neuen Einsatzbereich: In enger Zusammenarbeit zwischen den Universitätskliniken Magdeburg und Dresden ist es weltweit zum ersten Mal gelungen, einen Patienten mit primärer Immunthrombozytopenie (ITP) erfolgreich mit CAR-T-Zellen zu behandeln. Zuvor hatte der 35-jährige Patient seit acht Jahren erfolglos mehr als zehn verschiedene, zum Teil hochmoderne Medikamenten erhalten.
Bislang müssen Patienten auf solche CAR-T-Zellen zwischen vier und acht Wochen warten, weil sie in Laboren der Pharmaunternehmen in den USA und vermehrt auch in Europa produziert werden. Nun darf die Uniklinik Köln als erste Klinik in Nordrhein-Westfalen mit Erlaubnis der Kölner Bezirksregierung selbst CD19-CAR-T-Zellen herstellen. Damit verkürzt sich die Wartezeit für die Patienten auf zwölf Tage. Die Eigenproduktion soll nicht nur Heilversuchen dienen, sondern vor allem der wissenschaftlichen Forschung.
Zwei Meldungen zu muskelinvasivem Blasenkrebs belegen zum einen, dass die Ära der extendierten Lymphadenektomie beendet ist und zum anderen, dass solche Patienten schneller die richtige Therapie erhalten, wenn für die Primärdiagnostik die multiparametrische Magnetresonanztomographie (mpMRT) verwendet wird. Zwei weitere Meldungen befassen sich mit modernen Kristallkugeln für Dermato-Onkologen: So ermöglicht DeepMerkel – ein neues Prognosetool mit Künstlicher Intelligenz – personalisierte Vorhersagen für Merkelzellkarzinome. Wird ein Melanom-Patient auf die Immuntherapie T-VEC (Talimogen laherparepvec) ansprechen? Das lässt sich einer britischen Studie zufolge anhand der Makrophagen vorhersagen.
Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und eine gute Woche!
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