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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Onkologie,
etwa bei jedem dritten Magenkrebs-Patienten kann das Protein Claudin 18.2 in hoher Menge im Karzinom nachgewiesen werden, während es in gesundem Gewebe außerhalb des Magens kaum vorkommt. Im „New England Journal of Medicine“ sind zwei internationale klinischen Studien erschienen, die zeigen, dass ein Claudin-18.2-Antikörper das Überleben von Patienten mit Claudin-18.2-positivem Magenkrebs verlängern kann. Mit den aktuell publizierten Daten wurde Zolbetuximab nun in Europa als Medikament zugelassen.
Die S3-Leitlinie zum Nierenzellkarzinom ist um das wichtige Kapitel „erbliche Tumore“ ergänzt worden. Dies sei ein sehr heterogenes Feld, wie Ko-Leitlinienkoordinatorin Prof. Susanne Krege von den Kliniken Essen-Mitte betont: „Das therapeutische Vorgehen bei erblichen Tumoren kann je nach Syndrom sehr unterschiedlich sein. Bei der Therapieauswahl spielen die Tumorgröße, die Wachstumsgeschwindigkeit und ein multifokales Auftreten eine wichtige Rolle. So kann in bestimmten Fällen die sogenannte aktive Überwachung angebracht sein. In anderen Fällen ist wiederum eine Operation oder eine gezielte fokale Therapie vonnöten.“
Wie neuartige Behandlungskombinationen das progressionsfreie Überleben von Patienten mit Nichtkleinzelligem Lungenkrebs deutlich verlängern könnten, sagen US-Forscher mithilfe eines fortschrittlichen mathematischen Modells vorher. Dabei ging es um Anti-miR-155, ein gegen die MicroRNA-155 (miR-155) gerichtetes synthetisches therapeutisches Molekül. Das Modell soll die Unsicherheit beseitigen, die beim Übergang von Tiermodellen zu klinischen Studien entsteht. Dabei liefern umfangreiche Computersimulationen Einblicke in die Wirkung der Behandlung bei verschiedenen menschlichen Patienten, sagen Ergebnisse wie das progressionsfreie Überleben vorher und ermitteln die besten Medikamentenkombinationen.
Ich wünsche Ihnen eine angenehme Herbstwoche!
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