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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Onkologie,
de molekulare Diagnostik nimmt bei Krebs einen zunehmend größeren Raum ein. Damit gewinnt die Frage an Brisanz, wie besorgniserregend gefundene Veränderungen denn sind. Bei Brustgewebe ist möglicherweise nun beim Auffinden aneuploider Zellen ein Umdenken erforderlich, denn einer neuen Nature-Studie zufolge können auch in gesundem Gewebe gut drei Prozent der Epithelzellen aneuploid sein. Mehr als 80 Prozent dieser aneuploiden Zellen zeigten eine klonale Expansion und wiesen Kopienzahlveränderungen auf, die an invasiven Brustkrebs erinnern (Gewinne von 1q; Verluste von 10q, 16q und 22q) – in duktalen und lobulären Strukturen mit normaler Histopathologie.
Warum Entscheidungen mit großer Tragweite gefühlt bevorzugt kurz vor dem Wochenende getroffen werden, ist mir etwas rätselhaft. So machte der Bundesrat am Freitag trotz des Bruches der Koalition den Weg für die umstrittene Krankenhausreform frei. Das Gesetz soll zum 1. Januar 2025 in Kraft treten, die neue Struktur aber erst über mehrere Jahre bis 2029 umgesetzt werden. Die Bundesärztekammer reagierte prompt, Präsident Dr. Klaus Reinhardt mahnte gesetzliche Nachbesserungen in der kommenden Legislaturperiode an. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hatte bereits vor der Entscheidung des Bundesrates nach einer Auswirkungsanalyse davor gewarnt, dass die flächendeckende Gesundheitsversorgung in Deutschland in hohem Maße gefährdet sei.
Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und eine schöne Herbstwoche!
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