Ausgabe DKK #2/2026

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Samstag, 21. Februar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

vier intensive Kongresstage liegen hinter uns. Der 37. Deutsche Krebskongress hat einmal mehr gezeigt, wie dynamisch sich die Onkologie entwickelt und wie komplex die Herausforderungen geworden sind. Unter dem Motto „Zusammen – gezielt – zukunftsfähig“ wurde deutlich: Fortschritt entsteht nicht allein durch Innovation, sondern vor allem durch Vernetzung und den konsequenten Blick auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten.

Bereits die Eröffnungspressekonferenz zeigte auf, wie wichtig Nachbesserungen der Krankenhausreform für die Qualität der Krebsversorgung sind. Ohne strengere Qualitätsvorgaben könnten sonst weiterhin Kliniken Krebsbehandlungen durchführen, die nicht über die ausreichende Spezialisierung verfügen. „Jede Krebspatientin und jeder Krebspatient in Deutschland sollte zunächst in einem Comprehensive Cancer Center oder einem von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierten Krebszentrum behandelt werden“, betonte Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe.

Allerdings wurde in Diskussionen während des Kongresses ebenso deutlich, dass ein Konsens hinsichtlich der Frage, wie eine optimale Krankenhausreform aussehen sollte, nahezu unmöglich scheint. Allen voran die Debatte um Ausnahmeregelungen – etwa bei Mindestvorhaltezahlen oder Mindestmengen – sei derzeit die „Kampfbaustelle Nummer Eins“ zwischen Bund und Ländern, sagte Johanna Sell vom Bundesgesundheitsministerium. Doch nur weil es diese Regelungen gebe, hieße das nicht, dass diese auch genutzt werden müssten. Daher ihr Appell an die Verantwortlichen auf Länderebene: Mut zur Reform.

 
 

Die Onkologie braucht junge Talente und politische Reformen

Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) sieht dringenden Nachbesserungsbedarf bei der Krankenhausreform. Für eine zukunftsfähige Krebsversorgung braucht es in Deutschland neben politischen Reformen zudem verstärkte Netzwerkstrukturen, mehr Prävention und Impulse durch den onkologischen Nachwuchs.

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Am Vorteil spezialisierter Zentren besteht derweil kein Zweifel. Sie gewährleisten eine leitliniengerechte Therapie auf aktuellem wissenschaftlichen Stand. Für eine flächendeckende Versorgung müssen aber auch sie in Zukunft stärker mit anderen Versorgungsstrukturen vernetzt werden, damit Innovationen alle Patientinnen und Patienten erreichen.

 
 
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NEUE DATEN FÜR 1L
NSCLC-PATIENT:INNEN MIT
TUMORSTATUS PD-L1<1%

Das finale 6-Jahresupdate der CM9LA belegt:  Die Kombination aus YERVOY® + OPDIVO® plus zwei Zyklen Chemotherapie zeigt ein stabiles OS-Plateau bei NSCLC-Patient:innen mit Tumorstatus PD-L1<1%  – mit bestätigter Wirksamkeit bei Plattenepithel- und Adenokarzinom (expl. Post-hoc Analyse).1 Mehr Möglichkeiten für mehr Patient:innen.

Fachinformation | Referenzen

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Denn genau hier bestehen weiterhin Defizite. Die fragmentierte Versorgungslandschaft erschwert Follow-ups und eine kontinuierliche Betreuung, was sich negativ auf die Behandlungsergebnisse auswirken kann. Ein positives Beispiel, wie Vernetzung und Digitalisierung hier konkret helfen können, ist das Projekt DigiNet. Dort werden alle relevanten Versorgungsstellen über eine zentrale Patientenplattform miteinander verknüpft, und Patientendaten zentral gesammelt.

In Kombination mit patientenzentrierten Fragebögen zeigt sich auch das Potenzial von Patient Reported Outcomes (PROs). Sie ermöglichen es, individuelle Bedürfnisse systematisch zu erfassen, psychosoziale Belastungen frühzeitig zu erkennen und die Versorgung gezielt anzupassen. Eine bedeutende Rolle spielt hier insbesondere die onkologische Fachpflege. Neben dem chronischen Personalmangel bestehen die größten Herausforderungen derzeit in der Finanzierung, dem Datenschutz und vor allem der schleppenden Digitalisierung.

 
 

Patient Reported Outcomes (PROs) für eine patientenzentrierte Krebsversorgung

Wie können Patient Reported Outcomes (PROs) strukturiert erfasst und die Daten zielgerichtet verwendet werden? Damit befassten sich Expertinnen bei einer Schnittstellen-Sitzung auf dem DKK 2026. Kernpunkte der Diskussion sind neben der Digitalisierung auch die Finanzierung und der Datenschutz.

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Hier knüpft das nächste zentrale Thema an: Die Künstliche Intelligenz (KI). KI eröffnet völlig neue Möglichkeiten, die Datenflut, die mit einer digitalisierten und vernetzten Versorgungslandschaft einhergeht, zu bewältigen – und die individuelle Versorgung noch präziser zu gestalten. KI ist längst als Unterstützung im medizinischen Alltag angekommen. Doch in Zukunft könnten generative KI und vor allem spezielle KI-Agenten sogar eigenständig Daten aus Tumorboards, Bildgebung, molekulargenetischen Profilen und Studien auswerten, um personalisierte Therapieoptionen vorzuschlagen.

Ihr Mehrwert liegt dabei nicht im Ersatz ärztlicher Expertise und empathischer Arzt-Patienten-Kommunikation, sondern in der Entlastung von administrativen Aufgaben und der Unterstützung fundierter klinischer Entscheidungen. Die bisherigen Erfahrungen verdeutlichen jedoch auch, dass der Weg zur Integration noch viele strukturelle Hürden aufweist – von digitaler Infrastruktur über Datenschutz bis zur Ausbildung von medizinischem Personal. Auch gesundheitspolitisch sind daher klare Rahmenbedingungen erforderlich, damit diese Technologien ihr Potenzial in der Versorgung tatsächlich entfalten können.

 
 

Wie KI die Gesundheitsversorgung verändert

Künstliche Intelligenz (KI) ist längst Teil des medizinischen Alltags, unterstützt Patientinnen und Patienten ebenso wie Ärztinnen und Ärzte. Doch mit der nächsten Generation, KI-Agenten, könnte sie bald deutlich mehr leisten – und die Gesundheitsversorgung revolutionieren. Sind wir bereit für diese Veränderung?

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Gleichzeitig wurde auf dem Kongress deutlich, dass eine patientenzentrierte Versorgung über die eigentliche Tumortherapie hinausgeht. Auch die langfristigen Folgen einer Krebserkrankung und die Rückkehr in den Alltag rücken zunehmend in den Fokus. Hannah Lange, wissenschaftliche Mitarbeiterin der DKG, erläutert im Interview, wie intensive Beratung in Krebsberatungsstellen zu messbar höherer Zufriedenheit, geringerem Überforderungserleben und erfolgreicherer Rückkehr in den Beruf führt. Chancengleichheit beim beruflichen Wiedereinstieg ist allerdings noch lange nicht erreicht, kehren doch Menschen in körperlich belastenden oder wenig flexiblen Tätigkeiten seltener zurück als Fach- und Führungskräfte.

Ein Faktor, der den Wiedereinstieg zusätzlich erschwert, sind langanhaltende Nebenwirkungen von Krebstherapien, unter welchen etwa die Hälfte aller Langzeitüberlebenden leidet. Auf dem DKK wurden vor diesem Hintergrund neue Therapieansätze vorgestellt, die bislang schwer behandelbare Spätfolgen wie Neuropathien und Fibrosen adressieren und so die Lebensqualität nachhaltig verbessern können. Doch natürlich gibt es auch hinsichtlich der Akutbehandlung neue Entwicklungen. Beispielsweise können inzwischen für Immuntherapien weitere Fortschritte bei soliden Tumoren verzeichnet werden.

Selbstverständlich steht außer Frage, dass der wirksamste Schutz vor krankheitsbedingten Einschränkungen darin liegt, Krebserkrankungen frühzeitig zu erkennen oder bestenfalls sogar zu verhindern. Neue Entwicklungen in der Früherkennung eröffnen die Chance, Tumore früher zu diagnostizieren und Behandlungsergebnisse deutlich zu verbessern. Gleichzeitig zeigt sich am Beispiel Darmkrebs, dass die Etablierung neuer Verfahren gar nicht so einfach ist. Einen kompakten Überblick zu den neuesten Entwicklungen in diesem Bereich haben wir für Sie zusammengefasst.

 
 

Krebsfrüherkennung in Deutschland: Status quo und Perspektiven

Organisierte Programme zur Krebsfrüherkennung haben das Potenzial, die Mortalität zu senken und Therapien zu verbessern. Wie gut dies gelingt, hängt jedoch stark von der jeweiligen Krebsart und der Umsetzung der Programme ab.

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Letztendlich hat der DKK also deutlich gemacht, wie wichtig es ist, weg von einer rein tumorzentrierten Versorgung zu gehen und das Wohl der Patientinnen und Patienten in den Vordergrund zu stellen. Patientenzentrierte Ansätze – von PROs und digitalen Tools über KI-gestützte Therapieentscheidungen bis hin zu psychosozialer und beruflicher Unterstützung – sind entscheidend für Lebensqualität, Teilhabe und Chancengleichheit. Und nur wenn medizinische Expertise, Forschung und Versorgung konsequent vernetzt werden, können die Potenziale moderner Onkologie voll ausgeschöpft werden.

Die kommenden Jahre werden zeigen, wie gut sich diese Erkenntnisse in konkrete Versorgungsrealität überführen lassen. Auf unserem Fachportal halten wir Sie weiterhin über die wichtigsten Entwicklungen in der Onkologie auf dem Laufenden. Damit verabschieden wir uns vom Deutschen Krebskongress 2026 und freuen uns, Sie auch künftig wieder in unserem Newsletter begrüßen zu dürfen.

Ihre Lena Johannes und Ihr Milo Klesse

 

 

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