Liebe Leserinnen und Leser,
Lungenkrebspatienten haben – wenn sie nicht gerade in Berufen arbeiten, in denen sie regelmäßig schädlichen Stoffen ausgesetzt sind – zusätzlich zu ihrer Erkrankung häufig noch mit einem Stigma zu kämpfen: Fast automatisch geht man davon aus, dass sie die Krebserkrankung durch Rauchen selbst verschuldet haben. Das ist aber nicht immer der Fall. Die Autoren einer neuen Studie weisen auf den stetig wachsenden Anteil von Nichtrauchern bei Lungenkrebsfällen hin.
Die Wissenschaftler fordern mehr Aufmerksamkeit für diese Patienten und mehr Forschung zu diesem Thema. Sie raten außerdem dazu, die Lungenkrebsdiagnostik stärker auf ein risikobasiertes Screening auszurichten und sich dabei nicht primär auf die Raucheranamnese zu stützen. Die Forschenden gehen davon aus, dass Lungenkrebs bei Nichtrauchern spezifische Ursachen und eine eigene Biologie besitzt.
Auch die Belastung der Umwelt mit Luftschadstoffen kann ihren Teil zum Lungenkrebsrisiko beitragen. In einer im vergangenen Sommer publizierten Arbeit war gezeigt worden, dass Luftverschmutzung stark mit denselben DNA-Mutationen assoziiert ist, die typischerweise mit Rauchen in Verbindung gebracht werden. Und wie steht es um die Luftqualität aktuell in Deutschland? Ganz gut, meint das Umweltbundesamt, und freut sich, dass im vergangenen Jahr hierzulande alle Grenzwerte der europäischen Luftqualitätsrichtlinien eingehalten wurden. Ob das reicht?
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