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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Pneumologie,
eines der wichtigsten Merkmale der modernen Medizin ist die stärkere Berücksichtigung individueller Aspekte, die den zu behandelnden Patienten betreffen. Dazu gehört auch ein geschlechtersensibler Ansatz in der Diagnostik und Therapie. In dieser Woche berichten wir daher unter anderem über zwei Untersuchungen, bei denen es um die Lungengesundheit speziell von Frauen geht.
Eine kleine Untersuchung an 68 Sportlerinnen in den USA zeigte, dass mehr als ein Drittel der Befragten schlecht schlief und ein Viertel an einer leichten Schlafapnoe litt. Die Forschungsergebnisse waren vor wenigen Wochen auf der Jahrestagung des American College of Cardiology präsentiert worden. Offenbar, so eine Schlussfolgerung der Wissenschaftler, nimmt die Prävalenz dieser schlafbezogenen Atmungsstörungen mit erhöhtem Trainingsniveau zu.
Um Nacht- beziehungsweise Schichtarbeit ging es in einer anderen Untersuchung, Datengrundlage war hier die umfangreiche UK Biobank. Die Forschenden lasen aus ihrer Auswertung heraus, dass Frauen, die ausschließlich in Nachtschichten arbeiten, mit einer um etwa 50 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit an mindestens mittelschwerem Asthma erkranken als Frauen, die ausschließlich tagsüber einem Beruf nachgehen. Anders als bei Frauen veränderte sich das Asthmarisiko bei Tag- oder Nachtarbeit bei Männern nicht. Wie genau dieses unterschiedliche Risiko vermittelt wird, ließ sich aus der Studie nicht erkennen, jedoch liegt es für die Autoren auf der Hand, dass Sexualhormone dabei eine Rolle spielen. Das wollen sie nun in einer weiteren Untersuchung klären.
Ich wünsche Ihnen eine gute Restwoche!
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