Ausgabe 17/2026

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Donnerstag, 23. April 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

gute Argumente gegen das Rauchen, mit denen man Patienten konfrontieren kann, gibt es viele: Ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen dabei sicher ganz oben. Assoziationen gibt es aber auch mit neurodegenerativen Erkrankungen. Im Mittelpunkt einer neuen Untersuchung zu diesem Thema stehen dabei nicht, wie so oft, Auswirkungen des Rauchens auf das Gefäß- und Atmungssystem, sondern die Vermutung, dass eine durch Nikotin ausgelöste Fehlkommunikation zwischen Lunge und Gehirn eine Rolle spielen könnte.

Die Forschenden entdeckten einen Weg von der Lunge zum Gehirn, der bisher unbekannt war: Er führt über pulmonale neuroendokrine Zellen. Findet eine Nikotinexposition statt, setzen sie Exosomen frei, die sich negativ auf den Eisenhaushalt in den Neuronen auswirken. Die dadurch ausgelösten Symptome, so berichten die Studienautoren, stünden mit Demenz in Zusammenhang. Nun soll untersucht werden, ob sich eine Blockade dieser Exosomen im Hinblick auf eine Demenz therapeutisch nutzen lässt. Einen Nutzen für die Raucherentwöhnung kann der Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für neurodegenerative Erkrankungen allemal haben. Mehr zu der genannten Studie können Sie in unserem ersten Beitrag in dieser Woche finden.

Außerdem lesen Sie im Newsletter dieser Woche Ergebnisse einer Untersuchung zu den Auswirkungen der chronischen Dyspnoe auf das Intimleben der Betroffenen sowie Neuigkeiten zu einem Nanokörper, der den bei Mukoviszidose am häufigsten fehlerhaften Chloridkanal zu reparieren in der Lage ist. Neues gibt es auch zu SARS-CoV-2 und COVID-19 zu berichten: Erstmals wird laut Forschenden eine erfolgreiche Variante des Virus möglicherweise nicht durch eine neue, weltweit dominante Variante abgelöst – stattdessen könnten mehrere Varianten gleichzeitig zirkulieren. Und: US-Wissenschaftler glauben einen Zusammenhang zwischen COVID-19 und einem erhöhten Lungenkrebsrisiko gefunden zu haben. Im Fokus: ein Enzym.

Ich wünsche Ihnen eine gute Restwoche!




   Ihre
   Britta Achenbach

 

 
 
Rauchen erhöht Demenzrisiko: Hinweise auf neue Lunge-Hirn-Achse

Rauchen erhöht Demenzrisiko: Hinweise auf neue Lunge-Hirn-Achse

Der Zusammenhang zwischen Rauchen und Demenz könnte direkter sein als bislang angenommen: Forschende beschreiben eine Lunge-Hirn-Achse, über die durch Nikotin freigesetzte Exosomen die neuronale Eisenhomöostase beeinflussen und neurodegenerative Veränderungen begünstigen.

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Dyspnoe und körperliche Intimität: Atemnot verringert Zufriedenheit mit dem Sexualleben

Chronische Dyspnoe beeinträchtigt alle Lebensbereiche – auch das Sexualleben. Betroffene berichten von einer deutlich geringeren Zufriedenheit damit.

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Nanobody repariert Zelldefekt bei Mukoviszidose

Nanobody repariert Zelldefekt bei Mukoviszidose

Ein winziger Antikörperbaustein könnte die Behandlung von Mukoviszidose grundlegend verändern: Forschenden ist es erstmal gelungen, einen Nanobody zu entwickeln, der direkt in menschliche Zellen eindringt und den am häufigsten fehlerhaften Chloridkanal bei Mukoviszidose reparieren kann.

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UNSERE AUSWAHL: AKTUELLES AUS INTERNATIONALEN JOURNALS

Hohe Prävalenz persistierender tuberkulosebedingter Symptome sechs Monate nach der Behandlung bei Lungentuberkulose.
BMJ Open Respir Res 2026;13(1):e003773.

Auswirkungen einer SARS-CoV-2-Infektion und einer COVID-19-Impfung bei Patienten mit respiratorischen Symptomen.
J Asthma Allergy 2026;19:589394.

Hohe Prävalenz von Obstruktiver Schlafapnoe bei Patienten mit Long-COVID.
Respir Med 17.04.2026

 
 

Corona-Virus: Geht die Infektionsdynamik jetzt in eine endemische Phase über?

Seit seinem Auftreten hat das SARS-CoV-2-Virus stetig neue Varianten hervorgebracht, die sich weltweit ausgebreitet haben. Dieses Muster könnte sich nun nachhaltig ändern wie Infektionsforscher am Deutschen Primatenzentrum – Leibniz-Institut für Primatenforschung in Göttingen festgestellt haben.

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Assoziation von COVID-19 und Lungenkrebsrisiko: Enzym als Bindeglied?

Assoziation von COVID-19 und Lungenkrebsrisiko: Enzym als Bindeglied?

Neue Forschungsergebnisse deuten auf einen möglichen Zusammenhang zwischen COVID-19 und einem erhöhten Lungenkrebsrisiko hin. Diesen betrachten die verantwortlichen Wissenschaftler als durch biologische Mechanismen in der Lunge bedingt.

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KURZMELDUNGEN:

Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung sind ein relevantes Problem im Klinikalltag. Das zeigt eine bundesweite Mitgliederbefragung des Marburger Bundes, die Häufigkeit, Formen und Auswirkungen im ärztlichen Arbeitsalltag dokumentiert.
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Mehr Hitzetote sind nur eine Folge des Klimawandels. Ein Bericht zieht für Europa Bilanz. So leiden etwa Pollen-Allergiker unter dem früheren Beginn der Saison. Auch das Verbrennen von Holzpellets – es gilt als CO2-neutral – hat negative Auswirkungen.
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Derzeit ist die Organspende nach dem irreversiblen Hirnfunktionsausfall die einzige rechtlich zulässige Form der Spende. Die Einführung der Organspende auch nach Herz-Kreislauf-Stillstand könnte Wartezeiten verkürzen und Transplantationszahlen steigern. Das zeigen Simulationen auf Basis europäischer Daten.
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TERMINE:

FOMF-Kurs: Pneumologie Refresher Hamburg
28.–30. Mai 2026
Hamburg

BerlAir – Berliner Beatmungs- und Weaningkurs
29.–31. Mai 2026
Berlin

International Chronic Thromboembolic Pulmonary Hypertension Conference 2026
11.–13. Juni 2026
Warschau (Polen)

ERS Presidential Summit: New Frontiers of Respiratory Health: the Present and Future of Early Detection
16.–17. Juni 2026
Warschau (Polen)

57. Bad Reichenhaller Kolloquium
19.–20. Juni 2026
Bad Reichenhall

 
 

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