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Liebe Leserinnen und Leser,
schlafende oder auch stumme Nozizeptoren spielen eine wichtige Rolle bei der primären Hyperalgesie. Sie stellen eine spezielle Klasse nicht myelinisierter C-Fasern dar, die kaum auf mechanische oder thermische Reize reagieren, dafür aber auf Entzündungsprozesse. Bei neuropathischen Schmerzen zeigen die sonst schlafenden Nozizeptoren eine anhaltende Aktivität. Doch obwohl ihre Funktion geläufig ist, war bislang nur wenig über die molekulare Architektur der schlafenden Nozizeptoren bekannt, weshalb sie bisher nicht im Fokus der Arzneimittelentwicklung standen.
Neue, hochrangig publizierte Forschungsergebnisse könnten das ändern. Unter maßgeblicher Beteiligung deutscher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wurde ihre molekulare Signatur nun in aufwendigen Experimenten entschlüsselt – ein potenzieller Meilenstein für neue therapeutische Optionen zur Behandlung von chronischen Schmerzen. Die Details lesen Sie im heutigen Top-Beitrag.
Erkenntnisse mit klinischer Bedeutung liefert hingegen eine Studie aus Australien. Dass Migränepatienten ein höheres Risiko haben, ein komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS) zu entwickeln, ist bekannt. Die kürzlich in „Cephalalgia“ publizierte Erhebung unter 88 CRPS-Patienten deutet nun aber an, dass CRPS umgekehrt auch die Wahrscheinlichkeit erhöht, eine Migräne zu entwickeln. Die Forscher halten es daher für sinnvoll, jeweils auf die andere Erkrankung zu screenen, um ein integriertes Management beider Schmerzleiden zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang dürften auch die Erkenntnisse interessant sein, die eine klinische Studie zur Behandlung von CRPS mit dem CGRP-Inhibitor Fremanezumab zutage bringen werden. Die letzten Patienten sollen voraussichtlich im Juli 2027 in die derzeit andauernde dänische Studie aufgenommen werden.
Eine erkenntnisreiche Lektüre und einen guten Start in die Woche wünscht Ihnen
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