Ausgabe 11/2026

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Montag, 09. März 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

eine neue Übersichtsarbeit über 59 systematische Reviews hinterfragt das traditionelle Bild der Opioide bei akuten Schmerzen. Die Analyse legt nahe, dass Opioidanalgetika im Vergleich zu Placebo bei vielen akuten Schmerzzuständen nur eine geringe und meist kurzfristige Schmerzlinderung bieten, während für andere Indikationen kaum Wirksamkeit nachgewiesen ist. Gleichzeitig deutet die Studie auf ein erhöhtes Risiko unerwünschter Wirkungen hin und betont die Notwendigkeit, die Rolle von Opioiden bei akuten Schmerzen kritisch zu reflektieren und sie durch situationsangepasste Ansätze zu ersetzen.

Auch ein aktueller Cochrane-Review fokussierte auf die Linderung akuter Schmerzen – und zwar bei der Blutabnahme bei Früh- und Neugeborenen. Offenbar reicht hier bereits die orale Verabreichung einer kleinen Menge Zucker aus, um die Schmerzen der kleinen Patienten im Rahmen der Prozedur zu verringern – und das ohne Berichte unmittelbarer Nebenwirkungen. Ähnlich wirksam waren übrigens der direkte Hautkontakt zur Mutter und das Stillen. Manchmal darf es eben auch einfach sein.

Schließlich rückt eine Arbeit aus Südkorea die individuelle Neurobiologie in den Blick: Sie deutet an, dass chronischer Schmerz nicht nur ein abstraktes Symptom ist, sondern einen „neuronalen Fingerabdruck“ im Gehirn hinterlässt, der sich von Person zu Person unterscheidet. Diese individuellen Signaturen könnten helfen, Schmerz auf individueller Ebene objektiver zu beurteilen und personalisiert zu behandeln. Bis es so weit ist, bedarf es aber noch weiterer Forschung.

Eine informative Lektüre und einen guten Start in die Woche wünscht




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Umbrella-Review: Opioide lindern viele akute Schmerzen nur kurzfristig

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Eine neue Übersicht über 59 systematische Reviews verdeutlicht, dass Opioide bei vielen akuten Schmerzzuständen nur eine geringe und kurzfristige Linderung bewirken – bei einigen zeigen sie keinen klaren Vorteil gegenüber Placebo.

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Blutabnahme bei Neugeborenen: Mit Zuckerlösung tut es weniger weh

Gibt man Neugeborenen eine winzige Menge Saccharose in den Mund, haben sie wahrscheinlich weniger Schmerzen, wenn ihnen Blut abgenommen wird. Das zeigt ein neuer Cochrane-Review, der 29 Studien mit mehr als 2700 Früh- und Reifgeborenen ausgewertet hat.

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Chronische Schmerzen hinterlassen individuelle „Fingerabdrücke“ im Gehirn

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Chronische Schmerzen sind oft unsichtbar – doch neue Studien zeigen, dass sich diese Schmerzen in individuellen Mustern der Gehirnaktivität abzeichnen, die mit moderner Bildgebung erkannt werden können.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Differenzielle Veränderungen bei der Offset-Analgesie und konditionierten Schmerzmodulation bei Fibromyalgie: Hinweise auf eine ausgeprägte zentrale Dysregulation.
Eur J Pain 2026 Mar;30(3):e70231.

Über die Schmerzlinderung hinaus: Eine thematische Untersuchung der Erfahrungen und Bedürfnisse informeller Pflegekräfte nach einer SPING-Blockade bei geriatrischen Patienten mit Hüftfrakturen.
Eur Geriatr Med, 05.03.2026 

Interne Neurolyse bei atypischen Gesichtsschmerzen: Klinische Ergebnisse und Validierung eines intraoperativen Bewertungssystems für Trigeminuspathologien.
Surg Neurol Int 2026 Jan 30:17:50.

 
 

Brandbrief: „Krankenhausreform bedroht spezialisierte Schmerzmedizin“

In einem gemeinsamen Brandbrief an den Gesundheitsausschuss im Bundestag schlagen Deutschlands führende schmerzmedizinische Fachgesellschaften Alarm und fordern eine eigene Leistungsgruppe.

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Fortschritte in der Migräneprävention: Neue Therapien verbessern Lebensqualität

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Migräne beeinträchtigt die Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit von rund 1,2 Milliarden Menschen weltweit. Ein internationales Forschungsteam berichtet nun in „The Lancet Neurology“ über die Fortschritte in der Vorbeugung von Migräneattacken.

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KURZMELDUNGEN:

Der Bundestag hat mehrere Änderungen an der umstrittenen Krankenhausreform beschlossen. Vorgesehen sind unter anderem längere Übergangsfristen und mehr Spielraum für Ausnahmen von Vorgaben zur Behandlungsqualität.
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Jeder achte Mediziner hat keinen deutschen Pass, jeder vierte ist ein Zuwanderer. Der Anteil an Ärzten aus dem Ausland an der Ärzteschaft wächst zwar stark – aber immer noch nicht stark genug.
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Der Bundesverband der Physiotherapeuten warnt mit Blick auf die sich zuspitzende Finanzlage der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) vor Rückschritten bei der Versorgung im Heilmittelbereich.
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TERMINE:

Deutsche Schmerz- und Palliativtage 2026
19.–21. März 2026
Frankfurt a. M.
 

IPSIS 2026 European Congress
25.–26. Aril 2026
Budapest, Ungarn

80-Stunden-Kompaktkurs „Spezielle Schmerztherapie“
9.–17. Mai 2026
Montegrotto Terme, Italien

3. SchmerzTreff Mainz
5.–7. Juni 2026
Mainz

 
 

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