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Liebe Leserinnen und Leser,
eine neue Übersichtsarbeit über 59 systematische Reviews hinterfragt das traditionelle Bild der Opioide bei akuten Schmerzen. Die Analyse legt nahe, dass Opioidanalgetika im Vergleich zu Placebo bei vielen akuten Schmerzzuständen nur eine geringe und meist kurzfristige Schmerzlinderung bieten, während für andere Indikationen kaum Wirksamkeit nachgewiesen ist. Gleichzeitig deutet die Studie auf ein erhöhtes Risiko unerwünschter Wirkungen hin und betont die Notwendigkeit, die Rolle von Opioiden bei akuten Schmerzen kritisch zu reflektieren und sie durch situationsangepasste Ansätze zu ersetzen.
Auch ein aktueller Cochrane-Review fokussierte auf die Linderung akuter Schmerzen – und zwar bei der Blutabnahme bei Früh- und Neugeborenen. Offenbar reicht hier bereits die orale Verabreichung einer kleinen Menge Zucker aus, um die Schmerzen der kleinen Patienten im Rahmen der Prozedur zu verringern – und das ohne Berichte unmittelbarer Nebenwirkungen. Ähnlich wirksam waren übrigens der direkte Hautkontakt zur Mutter und das Stillen. Manchmal darf es eben auch einfach sein.
Schließlich rückt eine Arbeit aus Südkorea die individuelle Neurobiologie in den Blick: Sie deutet an, dass chronischer Schmerz nicht nur ein abstraktes Symptom ist, sondern einen „neuronalen Fingerabdruck“ im Gehirn hinterlässt, der sich von Person zu Person unterscheidet. Diese individuellen Signaturen könnten helfen, Schmerz auf individueller Ebene objektiver zu beurteilen und personalisiert zu behandeln. Bis es so weit ist, bedarf es aber noch weiterer Forschung.
Eine informative Lektüre und einen guten Start in die Woche wünscht
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