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Liebe Leserinnen und Leser,
ob quälende Bauch- oder Kopfschmerzen, muskuloskelettale Beschwerden oder generalisierte Symptome: Etwa sieben Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland leidet an schweren chronischen Schmerzen – das entspricht rund 500.000 Acht- bis 17-Jährigen. Die Betroffenen sind oft massiv in ihrem alltäglichen Leben eingeschränkt und erfahren eine starke emotionale und soziale Belastung. Erfolgt keine effektive Behandlung, können die chronischen Schmerzen bis ins Erwachsenenalter persistieren. Um dem vorzubeugen, ist eine frühzeitige Behandlung entscheidend. Die stationäre, interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie (IMST) gilt hier als besonders wirksam. Welche Kinder und Jugendlichen geeignet für eine solche sind und wie diese sinnvollerweise umgesetzt werden sollte, zeigt eine kürzlich veröffentlichte S2k-Leitlinie auf. Es handelt sich um die erste Leitlinie zur stationären IMST bei Kindern und Jugendlichen – und damit um einen echten Meilenstein für die Versorgung der jungen Patientinnen und Patienten hierzulande.
Alles andere als neu ist die Verwendung Kinesiologischer Tapes zur Schmerzbehandlung. Die bunten Pflaster versprechen schnelle und einfache Hilfe bei Beschwerden des Bewegungsapparates und eine Verbesserung der Beweglichkeit. Die aktuelle Evidenzlage hinsichtlich ihrer klinischen Wirkung ist jedoch „sehr unsicher“, wie ein aktueller Umbrella-Review im Fachjournal „BMJ Evidence Based Medicine“ resümiert. Dessen Autoren fanden allenfalls kurzfristige Effekte der Kinesio-Tapes – ob diese über den Placeboeffekt hinausgehen, bleibt jedoch fraglich. Für eine fundierte Bewertung sind hochwertige Studien erforderlich – bislang leider Mangelware zu dem Thema.
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