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Liebe Leserinnen und Leser,
es erscheint sehr naheliegend: Kopfschmerzen bei Frauen mit sehr großer Oberweite sind auf Haltungsprobleme, Verspannungen, muskuläre Überlastung zurückzuführen – der typische Spannungskopfschmerz eben. Eine zwar kleine, aber umso erstaunlichere US-Studie zeichnet allerdings ein ganz anderes Bild. Die überwiegende Mehrheit der 34 kopfschmerzgeplagten Teilnehmerinnen mit Makromastie wies einen migräneartigen Phänotyp mit starker Beeinträchtigung des täglichen Lebens auf. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass wir Migräne in dieser Population möglicherweise übersehen, was für die Diagnose, Behandlung und Lebensqualität von Bedeutung ist“, folgert Studienleiterin Dr. Kristyn Pocock.
Nicht weniger interessant – wenn auch ein ganz anderes Patientenkollektiv betreffend – sind die Erkenntnisse einer Studie in „Pain“, die untersuchte, wie das Gehirn von Mädchen mit juvenilem Fibromyalgiesyndrom auf sensorische Reize reagiert. Bei einem Teil der an dem Syndrom leidenden Patientinnen offenbar stärker und empfindlicher als das Gehirn von gesunden Probandinnen, wie die verantwortliche Forschergruppe entdeckte. Die Erkenntnisse erklären, weshalb der Alltag für die jungen Patientinnen und Patienten überreizend und überfordernd sein kann. Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, den Blick verstärkt auf Techniken zu richten, die den Betroffenen im Alltag helfen, eine sensorische Überreizung zu vermeiden.
Lesen Sie außerdem im heutigen Newsletter: Wissenschaftler aus den USA identifizierten anhand einer systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse vier spezifische patientenbezogene Faktoren, die das Risiko für einen chronischen Opioidkonsum nach Operationen erhöhen. Eine von der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin und der Deutschen Schmerzliga durchgeführte bundesweite Patientenbefragung von mehr als 12.000 Krebspatienten verdeutlicht, dass die Versorgung von Tumorschmerzen hierzulande alles andere als optimal ist. Zu einer Verbesserung könnte die verstärkte Erfassung von Patient Reported Outcomes (PROs) beitragen. Wie diese strukturiert erfasst und die Daten zielgerichtet verwendet werden können, war Thema einer Schnittstellen-Sitzung auf dem Deutschen Krebskongress 2026.
Eine anregende Lektüre mit neuen Impulsen für ihre Arbeit wünscht Ihnen
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