Ausgabe 13/2026

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Montag, 23. März 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

dass die Erwartungen der Patientinnen und Patienten in der Schmerzmedizin eine wichtige Rolle spielen, ist nichts Neues. Eine Gruppe US-Wissenschaftler deckte nun auf, wie soziale Informationen Erwartungen formen, weshalb sich diese nur schwer ändern lassen und wie sie zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung führen.

Wie groß das Wissen deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten zu Erwartungseffekten ist und in welchem Ausmaß dieses im klinischen Alltag genutzt wird, wollte eine Forschungsgruppe unter Leitung des Universitätsklinikums Essen genauer wissen. Eine Online-Befragung liefert interessante Ergebnisse: Während die überwiegende Mehrheit der Teilnehmenden routinemäßig Kommunikationsstrategien zur Beeinflussung der Erwartungen ihrer Patientinnen und Patienten einsetzt, ist das selbst eingeschätzte Wissen zu Placebo- und Noceboeffekten eher moderat und entsprechende Konzepte werden seltener angewandt. Dennoch gab rund die Hälfte der Befragten an, schon einmal placeboartige Interventionen eingesetzt zu haben – häufig ohne explizite Aufklärung der Patienten. Strategien zur Reduktion von Noceboeffekten nutzten nur 23 Prozent. Die Forschenden heben in diesem Zusammenhang die Bedeutung zielgerichteter Schulungen und evidenzbasierter Leitlinien hervor, um das Erwartungsmanagement sowie Placebo- und Noceboeffekte gezielt in die perioperative Versorgung zu integrieren.

Lesen Sie weitere spannende Meldungen aus der Schmerzmedizin im heutigen Newsletter, etwa zur Komplexität von Schmerzen nach Amputationen. Eine informative Lektüre und einen guten Start in die Woche wünscht




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Anästhesisten nutzen Gespräche, um positive Erwartungen vor einer OP zu stärken

Anästhesisten nutzen Gespräche, um positive Erwartungen vor einer OP zu stärken

Worte vor einer Operation können Schmerzen, Angst, Opioidverbrauch und Komplikationsrisiken messbar beeinflussen – positiv oder negativ. Wie gut Anästhesisten hierzulande diese Erwartungseffekte kennen und nutzen, hat nun erstmals eine große Online-Umfrage gezeigt.

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Selbsterfüllende Prophezeiung: Wie Erwartungen Schmerz verstärken können

Soziale Informationen können beeinflussen, wie stark Menschen Schmerz und Anstrengung empfinden. Eine US-amerikanische Studie zeigt, welche Mechanismen dahinterstecken.

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Mehr als Phantomschmerz: Studie zeigt komplexe Schmerzrealität nach Amputation

Mehr als Phantomschmerz: Studie zeigt komplexe Schmerzrealität nach Amputation

Nicht selten kommt es nach Amputation eines Beines zu anhaltenden Schmerzen. Diese sind nicht nur auf Phantomschmerzen zurückzuführen. Vielmehr können verschiedene Schmerzarten beteiligt sein, zeigt eine aktuelle Studie.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Diacerein bei Kniearthrose: Eine randomisierte klinische Studie.
JAMA Intern Med, 02.03.2026

Der Aufenthalt in der Natur lindert selbstberichtete Schmerzen: Eine systematische Übersicht und Metaanalyse.
Nat Ment Health 2026;4(1):165–180.

Senolytische Behandlung bei Schmerzen im unteren Rücken.
Sci Adv 2025 Mar 14;11(11):eadr1719.

Intradiskale Behandlung mit Linezolid (PP353) bei chronischen Schmerzen im unteren Rücken im Zusammenhang mit Modic-Veränderungen Typ 1: Eine internationale, randomisierte, durch Scheinbehandlung kontrollierte, doppelblinde klinische First-in-Human-Phase-Ib-Studie
EClinicalMedicine 2026 Feb 2:92:103764.

 
 

Medizinisches Cannabis zur Behandlung von Endometriose

Medizinisches Cannabis könnte eine alternative Behandlungsoption für Frauen mit Endometriose darstellen. Eine Studie der University of Otago in Neuseeland zeigt, dass es Schmerzen linderte, den Schlaf verbesserte und Angstzustände reduzierte.

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Mit KI gegen chronische Rückenschmerzen: DGS-Präsident Richard Ibrahim im Interview

Mit KI gegen chronische Rückenschmerzen: DGS-Präsident Richard Ibrahim im Interview

Rückenschmerzen sind nach wie vor die häufigste Form chronischer Schmerzen in Deutschland. Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) nutzt den Tag der Rückengesundheit am 15. März, um für eine bessere Prävention und Versorgung zu sensibilisieren. 

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KURZMELDUNGEN:

Das jüngst gestartete Innovationsfondsprojekt MIGRA-MD will Lücken in der Migräneversorgung schließen und Therapieentscheidungen stärken. Deutschlandweit sollen 1000 Patientinnen und Patienten aufgenommen und therapiert werden.
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Vom 19. bis zum 21. März diskutierten bei den Deutschen Schmerz- und Palliativtagen in Frankfurt am Main etwa 2000 Mediziner über aktuelle Entwicklungen, Versorgungsstrukturen und Zukunftsfragen der Schmerzmedizin.
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TERMINE:

20th World Congress on Controversies in Neurology
26.–28. 
März 2026
Krakau, Polen

American Headache Society 68th Annual Scientific Meeting
4.–7. April 2026
Orlando, USA

27. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychologische Schmerztherapie und -forschung
17.–18. April 2026
Göttingen

 
 

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