|
Liebe Leserinnen und Leser,
dass die Erwartungen der Patientinnen und Patienten in der Schmerzmedizin eine wichtige Rolle spielen, ist nichts Neues. Eine Gruppe US-Wissenschaftler deckte nun auf, wie soziale Informationen Erwartungen formen, weshalb sich diese nur schwer ändern lassen und wie sie zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung führen.
Wie groß das Wissen deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten zu Erwartungseffekten ist und in welchem Ausmaß dieses im klinischen Alltag genutzt wird, wollte eine Forschungsgruppe unter Leitung des Universitätsklinikums Essen genauer wissen. Eine Online-Befragung liefert interessante Ergebnisse: Während die überwiegende Mehrheit der Teilnehmenden routinemäßig Kommunikationsstrategien zur Beeinflussung der Erwartungen ihrer Patientinnen und Patienten einsetzt, ist das selbst eingeschätzte Wissen zu Placebo- und Noceboeffekten eher moderat und entsprechende Konzepte werden seltener angewandt. Dennoch gab rund die Hälfte der Befragten an, schon einmal placeboartige Interventionen eingesetzt zu haben – häufig ohne explizite Aufklärung der Patienten. Strategien zur Reduktion von Noceboeffekten nutzten nur 23 Prozent. Die Forschenden heben in diesem Zusammenhang die Bedeutung zielgerichteter Schulungen und evidenzbasierter Leitlinien hervor, um das Erwartungsmanagement sowie Placebo- und Noceboeffekte gezielt in die perioperative Versorgung zu integrieren.
Lesen Sie weitere spannende Meldungen aus der Schmerzmedizin im heutigen Newsletter, etwa zur Komplexität von Schmerzen nach Amputationen. Eine informative Lektüre und einen guten Start in die Woche wünscht
|