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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Urologie,
das pT1G3-Harnblasenkarzinom stellt die Urologen vor besondere Herausforderungen: Reicht hier noch eine lokale Therapie, oder sollte dem Patienten eine Frühzystektomie angeboten werden? Forscher um Prof. Kerstin Junker und PD Dr. Markus Eckstein von den Universitätskliniken des Saarlandes beziehungsweise Erlangen wollen nun eine Signatur aus microRNAs erforschen, die eine differenzierte Risikobewertung am Tumorgewebe oder sogar im Urin erlauben würde. Ziel ist es herauszufinden, welche Patienten eine Frühzystektomie brauchen und bei welchen aufgrund geringeren Risikos die Blase erhalten werden kann.
Spannende Nachrichten zur Unfruchtbarkeit beim Mann kommen erneut aus Münster – und auch hier spielt RNA eine Rolle, nämlich die sogenannte piwi-interacting RNA (piRNA). Das Forschungsteam um Dr. Birgit Stallmeyer und Prof. Frank Tüttelmann hat herausgefunden, dass Veränderungen in diesen piRNAs zu Unfruchtbarkeit führen können. Der Grund: Die piRNAs können dann nicht mehr ihre Funktion erfüllen, Transposons zu unterdrücken. Dies führt zu einer Instabilität des Genoms und dadurch zu vielfältigen Störungen der Spermienbildung.
Immer noch am Anfang ist die Forschung an der „Pille für den Mann“. Dies betont die Deutsche Gesellschaft für Andrologie, die eine große Schere zwischen dem Hype um vermeintlich neue männliche Verhütungsoptionen und ihrer bislang fehlenden wissenschaftlichen Einordnung beobachtet. Einen aktuellen Stand soll ein BMBF-gefördertes Symposium zur Verhütungsforschung liefern, das im September in Münster stattfindet. „Wir (…) werden alle relevanten Forschungsbereiche zur männlichen und weiblichen Kontrazeption aus den Disziplinen Andrologie, Urologie, Gynäkologie und Biologie abbilden und diskutieren“, kündigt DGA-Präsidentin Prof. Sabine Kliesch an.
Viel Spaß beim Lesen dieser und der anderen Berichte wünscht Ihnen
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