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Liebe Leserinnen und Leser der Ophthalmologischen Nachrichten,
bislang gibt es kein Heilmittel gegen degenerative Netzhauterkrankungen wie Retinitis pigmentosa oder trockene Altersbedingte Makuladegeneration. Nun haben US-amerikanische Forscher Augentropfen entwickelt, welche im Tiermodell zumindest das Fortschreiten des Abbaus der Photorezeptoren verzögern können. Sie konnten zeigen, dass das Peptid H105A, ein kleines Fragment des körpereigenen Pigmentepithelfaktors, der zum Erhalt der Zellen in der Netzhaut des Auges beiträgt, nicht nur im Mausmodell den Niedergang der Photorezeptoren verlangsamte, sondern auch in vitro die Lebensfähigkeit menschlicher Netzhautzellen erhalten konnte. Die Wissenschaftler hoffen, dass sie durch diese Peptid-Augentropfen die Lebensfähigkeit der Photorezeptorzellen von Retinitis-pigmentosa-Patienten erhalten können, bis ein Heilmittel gefunden wird.
In der Forschung zum Sehprozess konnte eine Wissenslücke geschlossen werden. Japanische Wissenschaftler haben herausgefunden, wie Zapfenzellen bei Zebrafischen den perfekten Abstand für optimales Sehen einhalten. Die Forscher konnten zeigen, dass das Protein Dscamb an der Bildung des speziellen Zapfenmosaiks bei diesen Fischen beteiligt ist. Dscamb ist eine Version des menschlichen Proteins DSCAM (Down-Syndrom-Zelladhäsionsmolekül), welches während des Entwicklungsprozesses Nervenzellen dabei unterstützt, sich korrekt zu verbinden. Diese Erkenntnisse über die Rolle des Proteins Dscamb bei der Mosaikbildung der Zapfenzellen im Zebrafisch hat den Forschern zufolge auch wichtige Auswirkungen auf die menschliche Sehforschung und kann diagnostische Ansätze und Therapieoptionen voranbringen.
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