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Liebe Leserinnen und Leser der Ophthalmologischen Nachrichten,
das Glaukom wird gerne als „stiller Dieb des Augenlichts“ bezeichnet, da es meist erst dann diagnostiziert wird, wenn bereits Schäden am Sehnerv vorliegen, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Ein US-amerikanisches Forschungsteam hat nun zwei natürliche Moleküle identifiziert, die das Potenzial besitzen, als Biomarker für eine frühzeitige Erkennung eines Glaukoms zu dienen – die Metaboliten Agmatin und Thiamin. Zudem sind sie den Forschern zufolge in der Lage, retinale Ganglienzellen vor Schädigungen zu schützen. Damit könnten diese beiden Moleküle auch eine neue Therapieoption zur neuroprotektiven Behandlung bei einer Glaukomerkrankung eröffnen.
Das Usher-Syndrom ist durch eine Kombination aus fortschreitendem Hör- und Sehverlust gekennzeichnet und wird durch eine Mutation im Gen MYO7A hervorgerufen. Einer Forschungsgruppe an der Medizinischen Hochschule Hannover ist in Zusammenarbeit mit seinen Kooperationspartnern bereits ein Teilerfolg bei der Behandlung dieser Erkrankung in Form einer Gentherapie gelungen. Die Wissenschaftler haben intakte Kopien des geschädigten Gens in das Innenohr eingeschleust und konnten dadurch zumindest teilweise die Hör- und Gleichgewichtsstörungen korrigieren. Nun planen die Forscher im Projekt EuroVision, eine gesunde Variante des Gens MYO7A mithilfe eines viralen Vektors direkt auf die Netzhaut zu bringen, um die Gentherapie auf das Auge auszuweiten und den Sehverlust zu behandeln.
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