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Liebe Leserinnen und Leser der Ophthalmologischen Nachrichten,
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Eine aktuelle Studie könnte die Art und Weise verändern, wie Kliniker das Retinoblastom verstehen und behandeln. Mexikanische Forscher fanden heraus, dass – anders als die gängige Meinung – nicht beide Kopien des Retinoblastoma1-Gens (RB1) geschädigt sein müssen, damit der Krebs entstehen kann. Anhand von In-vitro-Modellen menschlicher Zellen untersuchten sie drei spezifische Mutationen im RB1-Gen und entdeckten, dass eine von ihnen – pR552* – die Zellen dazu veranlasste, mehr als üblich zu wachsen. Im Gegensatz zu anderen Mutationen schien diese eine zusätzliche schädigende Wirkung zu haben, selbst wenn nur eine Kopie des Gens betroffen war. Sollte sich diese Erkenntnis bestätigen, könnte sie nach Einschätzung der Forscher die Entwicklung von genetischen Screening-Instrumenten unterstützen, um gefährdete Kinder früher zu erkennen. Das Retinoblastom gilt als die häufigste ophthalmo-onkologische Erkrankung bei Kindern.
Eine Regelung des Landes Sachsen hat den Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) zu einer kritischen Stellungnahme veranlasst. In Sachsen, so teilt der Verband mit, sei es seit Anfang dieses Jahres auf der Grundlage einer vereinfachten Heilpraktiker-Erlaubnis möglich, dass Orthoptisten sich selbstständig niederlassen und eigenständig Untersuchungen vornehmen – ohne die Anbindung an eine Augenklinik oder Augenarztpraxis. Der BVA befürchtet zum einen das Aufkommen von Doppelstrukturen und Mehrbelastungen, zum anderen aber auch mögliche gesundheitliche Gefahren, wenn die Untersuchungen ohne augenärztliche Begleitung durchgeführt werden. Der BVA plädiert daher für die Beibehaltung der gegenseitigen Ergänzung von medizinischer und orthoptischer Expertise.
Ganz im Zeichen der 39. DGII-Jahrestagung steht ab Donnerstag, 13. Februar, die deutsche Refraktivchirurgie. Zum zweiten Mal ist Erlangen der Kongressort der Gesellschaft, Tagungspräsident ist Prof. Friedrich E. Kruse, Direktor der dortigen Universitäts-Augenklinik. Traditionell richtet die DGII ihren Blick weit über die refraktive Linsen- und Hornhautchirurgie hinaus – Glaukom und Retina beispielsweise sind im wissenschaftlichen Programm ebenso zu finden wie die übergreifende Fragestellung des diesjährigen Kongresses: „Wo stehen wir in fünf Jahren?“
Lesen Sie hierzu und zu anderen Themen mehr in unserem heutigen Newsletter.
Eine interessante Lektüre wünschen Ihnen
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