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Liebe Leserinnen und Leser,
die Krankheitsentwicklung der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) ist bislang im frühen Stadium nur schwer vorhersehbar und auch nur begrenzt therapierbar. Australische Forscher haben nun in „Nature Communications“ spezifische genetische Veränderungen auf Chromosom 10 mit retikulären Pseudodrusen-Ablagerungen und besonders schweren AMD-Verläufen verknüpft. Die Ergebnisse zeigen den Wissenschaftlern zufolge, dass AMD keine einheitliche Erkrankung ist, sondern eine Gruppe genetisch getriebener Prozesse, die unterschiedliche Therapieansätze erfordern. Die Identifikation neuer Signalwege auf Chromosom 10 könnte Chancen für gezielte Therapien eröffnen, die die Bildung retikulärer Pseudodrusen-Ablagerungen verhindern und den Sehverlust bremsen.
Tränenflüssigkeit ist mehr als nur Wasser – sie enthält Proteine, Antikörper und Signalmoleküle. Diese können Hinweise auf Erkrankungen wie Alzheimer, Huntington, Parkinson, COVID-19, aber auch lokale Augenerkrankungen wie Glaukom, Keratokonus oder Uveitis liefern. Das zeigt auch eine neue Studie der Biochemikerin Marlies Gijs von der Universitätsklinik Maastricht, Niederlande. Die Untersuchungen in ihrem Tear Fluid Research Lab haben ergeben, dass Alzheimer-Biomarker in Tränen mit zunehmender Krankheitsstärke ansteigen. Das könnte einfache, nicht invasive Tests ermöglichen und invasive Verfahren wie die Lumbalpunktion ergänzen oder teilweise ersetzen. Gleichzeitig, so räumt Gijs jedoch ein, wirft die Früherkennungsmöglichkeit von Erkrankungen wie der derzeit nicht heilbaren Alzheimer-Demenz schwierige ethische Fragen auf.
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