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Liebe Leserinnen und Leser,
Antibiotika als Behandlungsstrategie für die Alzheimer-Krankheit hören sich im ersten Moment nach Utopie an. Aber genau das könnte laut einer US-amerikanischen Studie bald der Fall sein. Diese hat gezeigt, dass eine Infektion mit dem Bakterium Chlamydia pneumoniae die neurodegenerative Erkrankung verstärken kann. Die Wissenschaftler konnten das Bakterium nicht nur in der Netzhaut nachweisen, sondern Untersuchungen am Mausmodell und in menschlichen Neuronen haben ergeben, dass eine Infektion mit Chlamydia pneumoniae Entzündungen, das Absterben von Nervenzellen und den kognitiven Verfall verschlimmert. Zudem könnte eine nicht invasive Netzhautbildgebung den Forschenden zufolge eine alternative Möglichkeit bieten, Menschen mit einem Alzheimer-Risiko zu identifizieren.
Von Alzheimer zur Katarakt, einer weiteren alterstypischen Erkrankung. Der Graue Star gilt bislang als unvermeidliche Alterserscheinung. Doch ein internationales Forschungsteam hat nun herausgefunden, dass die Länge der Leukozyten-Telomere eng mit dem Risiko und dem Schweregrad altersbedingter Katarakte zusammenhängt. Kürzere Telomere gehen den Forschungsergebnissen zufolge mit dichteren, undurchsichtigen Linsen einher, während längere Telomere schützende Effekte bieten. Diese Erkenntnisse könnten die Alterungsforschung und Prävention erheblich beeinflussen. Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Bewegung und Stoffwechselgesundheit, die den oxidativen Stress steuern, können den Autoren zufolge zugleich die Telomerlänge und das Risiko für Katarakte beeinflussen.
Zu einem ganz anderen Thema, das mit steigenden Temperaturen bald wieder viele Menschen beschäftigen wird – die allergische Konjunktivitis. Nach neuesten Studienergebnissen ist sie mehr als nur tränende Augen: Sie reflektiert das komplexe Zusammenspiel von Genen und Immunsystem. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Universität von Oulu (Finnland) konnte nachweisen, dass bestimmte genetische Regionen das Risiko für eine Erkrankung erhöhen und den Schweregrad der Symptome beeinflussen können. Dennoch bleiben Umweltfaktoren wie die Pollenbelastung den Forschern zufolge entscheidend für den tatsächlichen Ausbruch der Beschwerden.
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