Ausgabe 35/2025

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Dienstag, 26. August 2025

Liebe Leserinnen und Leser,

in unserem heutigen Newsletter setzen wir einen Schwerpunkt bei der visuellen Reizverarbeitung – und auch hier kommt es (wie so oft) auf das richtige Timing an.

Weshalb sehen wir trotz der Übertragung visueller Signale über sehr unterschiedlich lange Nervenfasern ein in sich stimmiges Bild und keinen verzögerten Bildaufbau mit zeitweisen Leerflächen? Forscher vom Schweizer Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel gingen dieser Frage nach und fanden eine Art geheimes Uhrwerk: Die menschliche Netzhaut ist in der Lage, das Timing der visuellen Signale zu steuern, bevor sie das Gehirn erreichen.

Und wie reagiert das Gehirn, wenn die visuellen Signale eingetroffen sind? Ab diesem Moment läuft ein hochkomplexer Vorgang ab, der nicht nur Gegenstände oder eine Szene abbildet, sondern diese auch mit zahlreichen Konnotationen umgibt – also assoziativen, emotionalen oder auch wertenden Nebenbedeutungen. Mithilfe großer KI-Sprachmodelle ist es nun gelungen, solche Reaktionen beim Betrachten von Gegenständen oder Szenen vorherzusagen.

Allzu schnell kann die visuelle Wahrnehmung jedoch gefährdet sein – etwa infolge neurodegenerativer Erkrankungen. Diese können beispielsweise durch abnormale Ansammlungen fehlgefalteter Proteine oder durch den unzureichenden Abbau von Proteinen ausgelöst werden. Reguliert werden diese Prozesse innerhalb der Zellkerne durch Nuclear speckles („Kernflecken“), sofern diese richtig „in Form“ sind. Denn US-amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass die Form dieser Speckles entscheidend für ihre Funktion ist: je kugelförmiger, desto funktionsunfähiger. Eine unregelmäßige Form ist hier von Vorteil. Daher versuchten die Wissenschaftler, die Form sphärischer Speckles zu verändern, damit diese ihre Funktion bei der Regulierung der Proteine – der Proteostase – wieder optimal ausführen können. Die Umformung gelang mit dem Medikament Pyrvinium-Pamoat. Dieses wurde in weiterführenden Experimenten auch für die Behandlung von Retinitis pigmentosa als vielversprechend eingestuft.

Lesen Sie hierzu und zu anderen Themen mehr in unserem heutigen Newsletter.

Eine interessante Lektüre wünschen Ihnen

   Ihr
   Dieter Kaulard
   und
   Ihre
   Sandy Schulz

 

 
 
Visuelle Wahrnehmung: Auf das Timing kommt es an

Visuelle Wahrnehmung: Auf das Timing kommt es an

Die visuelle Wahrnehmung hängt nicht nur davon ab, was wir sehen, sondern auch davon, wann wir etwas sehen. Signale, die von lichtempfindlichen Zellen in der Netzhaut initiiert wurden, reisen durch Nervenfasern unterschiedlicher Länge, bevor sie am Sehnerv zusammenkommen und weiter zum Gehirn gelangen. Selbst benachbarte Zellen in der zentralen Netzhaut können Signale über sehr unterschiedliche Entfernungen übertragen.

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Zellforschung: Kernfleck-Umformung - der nächste Schritt zur Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen?

Die Ausrichtung der Forschung auf zelluläre Strukturen, die Nuclear speckles („Kernflecken“) genannt werden, könnte ein völlig neuer Ansatz zur Behandlung von Proteinopathien sein – Krankheiten, die durch eine abnormale Anhäufung fehlgefalteter Proteine getrieben werden. Darauf deutet eine aktuelle Publikation in „Nature Communications“ hin, die unter der Leitung der Universität von Pittsburgh entstand.

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Wie reagiert das Gehirn auf visuelle Reize? KI-Sprachmodelle treffen Vorhersagen

Wie reagiert das Gehirn auf visuelle Reize? KI-Sprachmodelle treffen Vorhersagen

Große Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) aus der Künstlichen Intelligenz (KI) können vorhersagen, wie das menschliche Gehirn auf visuelle Reize reagiert. Das zeigt eine neue Studie.

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Größte europäische Tagung zur visuellen Wahrnehmungsforschung startet in Mainz

Die größte europäische Fachkonferenz zur visuellen Wahrnehmungsforschung, die European Conference on Visual Perception (ECVP), findet Ende August in Mainz statt. Gastgeberin ist die Johannes Gutenberg Universität (JGU). Erwartet werden circa 1000 Teilnehmer – ein internationales Publikum aus 40 Ländern weltweit.

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Brückenbauer zwischen Forschung und Klinik: Ehrensymposium für G.O.H. Naumann in Chemnitz

Brückenbauer zwischen Forschung und Klinik: Ehrensymposium für G.O.H. Naumann in Chemnitz

Erstmals findet am Klinikum Chemnitz ein Ehrensymposium für den international renommierten Wissenschaftler und Augenarzt Prof. Gottfried O. H. Naumann (1935-2021) statt. Die Fortbildungsveranstaltung wird am 24. und 25. Oktober im zentralen Hörsaal- und Seminargebäude der Technischen Universität Chemnitz angeboten.* Als Abschluss ist die Gründung eines Fördervereins geplant.

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KURZMELDUNGEN:

Mit der Skulptur „Sichtwechsel“ hat der Grevener Künstler Stefan Rosendahl eine neue Rauminstallation an der Augenklinik des Universitätsklinikums Münster geschaffen. Gestaltet wurde sie aus monumentalen Augenobjekten mit unterschiedlichen Blickrichtungen.
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Einen Diskussionsbeitrag zur Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in Kliniken hat Prof. Lutz Anderie von der Frankfurt University of Applied Sciences veröffentlicht. In einem Statement legt er dar, wie KI-gestützte, gamifizierte Ansätze Prozesseffizienz und Patientenwohl in Kliniken steigern können.
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Umfrageergebnisse zeigen, dass sich junge Ärzte in der Weiterbildung mit belastenden Ereignissen allein gelassen fühlen. Die Folgen sind eine höhere Burn-out-Gefahr und dysfunktionale Coping-Strategien.
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TERMINE:

6. Retina-Update 2025
30. August 2025
Münster

Fortbildung der Universitätsmedizin Mainz – Glaukom
03. September 2025
Mainz

15. Potsdamer Ophthalmologisches Symposion (POS)
06. September
Potsdam

ARTEMIS Symposium 2025 -
27. Ophthalmologischer Nachmittag

10. September 2025
Frankfurt am Main/Online

 
 

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