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Liebe Leserinnen und Leser,
in unserem heutigen Newsletter setzen wir einen Schwerpunkt bei der visuellen Reizverarbeitung – und auch hier kommt es (wie so oft) auf das richtige Timing an.
Weshalb sehen wir trotz der Übertragung visueller Signale über sehr unterschiedlich lange Nervenfasern ein in sich stimmiges Bild und keinen verzögerten Bildaufbau mit zeitweisen Leerflächen? Forscher vom Schweizer Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel gingen dieser Frage nach und fanden eine Art geheimes Uhrwerk: Die menschliche Netzhaut ist in der Lage, das Timing der visuellen Signale zu steuern, bevor sie das Gehirn erreichen.
Und wie reagiert das Gehirn, wenn die visuellen Signale eingetroffen sind? Ab diesem Moment läuft ein hochkomplexer Vorgang ab, der nicht nur Gegenstände oder eine Szene abbildet, sondern diese auch mit zahlreichen Konnotationen umgibt – also assoziativen, emotionalen oder auch wertenden Nebenbedeutungen. Mithilfe großer KI-Sprachmodelle ist es nun gelungen, solche Reaktionen beim Betrachten von Gegenständen oder Szenen vorherzusagen.
Allzu schnell kann die visuelle Wahrnehmung jedoch gefährdet sein – etwa infolge neurodegenerativer Erkrankungen. Diese können beispielsweise durch abnormale Ansammlungen fehlgefalteter Proteine oder durch den unzureichenden Abbau von Proteinen ausgelöst werden. Reguliert werden diese Prozesse innerhalb der Zellkerne durch Nuclear speckles („Kernflecken“), sofern diese richtig „in Form“ sind. Denn US-amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass die Form dieser Speckles entscheidend für ihre Funktion ist: je kugelförmiger, desto funktionsunfähiger. Eine unregelmäßige Form ist hier von Vorteil. Daher versuchten die Wissenschaftler, die Form sphärischer Speckles zu verändern, damit diese ihre Funktion bei der Regulierung der Proteine – der Proteostase – wieder optimal ausführen können. Die Umformung gelang mit dem Medikament Pyrvinium-Pamoat. Dieses wurde in weiterführenden Experimenten auch für die Behandlung von Retinitis pigmentosa als vielversprechend eingestuft.
Lesen Sie hierzu und zu anderen Themen mehr in unserem heutigen Newsletter.
Eine interessante Lektüre wünschen Ihnen
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