29.1/2026

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Langfristige Krankheitskontrolle bei MS: Wenn Wechsel zwischen HE-Therapien erforderlich sind
   
Highlights vom Darmstädter MS-Forum
   

Langfristige Krankheitskontrolle bei MS:
Wenn Wechsel zwischen HE-Therapien erforderlich sind

Eine langfristig geplante Behandlungsstrategie bei schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) ist entscheidend, um die Krankheitsaktivität zu kontrollieren und unnötige Therapiewechsel zu vermeiden.1–3 Dennoch kann es selbst unter hochwirksamen (HE-) Therapien erforderlich sein, die Behandlung anzupassen.3,4 Zu den möglichen Gründen dafür zählen eine unzureichende Wirksamkeit, Nebenwirkungen oder patientenbezogene Faktoren.3

Wie Patienten von einem Wechsel von Anti-CD20-Antikörpern auf Cladribin-Tabletten (MAVENCLAD®)a – und umgekehrt – profitieren können, wurde in einer deutschen multizentrischen und retrospektiven Kohortenstudieb untersucht. Dabei konnte nach dem Therapiewechsel von Anti-CD20-Antikörpern auf Cladribin-Tabletten eine Stabilisierung der Krankheitsaktivität beobachtet werden: Der Anteil der Patienten mit erreichtem NEDA-3-Status stieg von 23 auf 58 %; der Prozentsatz der Patienten mit Schüben ging von 55 auf 16 % zurück.5

Auch ein Wechsel von Cladribin-Tabletten auf Anti-CD20-Antikörper konnte die Krankheitskontrolle verbessern: Nach Umstellung stieg der NEDA-3-Anteil von 5 auf 53 %, nur 25 % wiesen eine Schubaktivität auf (vs. 83 % vor dem Wechsel).5

Zudem reduzierte sich der Anteil der Patienten mit bestehender Hypogammaglobulinämie unter Anti-CD20-Therapie nach dem Wechsel auf Cladribin-Tabletten von 26 auf 6 % (vs. von 8 auf 10 % nach einem Wechsel von Cladribin-Tabletten auf Anti-CD20-Antikörper).5 Die Autoren schlussfolgerten, dass Therapiewechsel zwischen den Substanzen in der Praxis sicher durchgeführt werden können.5

 
 
 

Highlights vom Darmstädter MS-Forum

Die zunehmende Komplexität in der Behandlung und die steigende Zahl älter werdender MS-Patienten bringen neue Herausforderungen mit sich. Vor diesem Hintergrund fand im Mai das 8. Darmstädter MS-Forum statt – eine interaktive Fortbildung, die unter anderem den folgenden Fragestellungen gewidmet war:

  • Welche Therapiesequenzen sind sinnvoll?
  • Welche Faktoren sind entscheidend für eine erfolgreiche Behandlungsstrategie?
  • Wie realistisch ist das Behandlungsziel einer therapiefreien Remission bei MS?
  • Wie lassen sich aktuelle Daten zu der oralen Impulstherapie mit MAVENCLAD® in diesen Kontext einordnen?

Wir bedanken uns bei den mehr als 20 Referenten aus ganz Deutschland, die uns bei dieser Fortbildung unterstützt haben. Vor allem gilt unser Dank aber Ihnen für Ihre Teilnahme, Ihre Perspektiven und Einschätzungen. Das Darmstädter MS-Forum lebt von diesem fachlichen und persönlichen Austausch und wir freuen uns bereits jetzt darauf, Sie im kommenden Jahr wieder dazu begrüßen zu dürfen.

 
 

Literatur:

a MAVENCLAD® wird angewendet zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit hochaktiver schubförmiger MS, definiert durch klinische oder bildgebende Befunde.6
b Retrospektive Analyse aus 6 ambulanten MS-Zentren in Deutschland. In die Analyse eingeschlossene Anti-CD20-Präparate: Ocrelizumab, Ofatumumab. 31 Patienten wechselten von Anti-CD20-Therapien auf MAVENCLAD® (Ocrelizumab, n = 28; Ofatumumab, n = 3). 40 Patienten wechselten von MAVENCLAD® auf Anti-CD20-Therapien (Ocrelizumab, n = 24; Ofatumumab, n = 16). Die Anzahl der Behandlungszyklen in der Ersttherapie betrug im Median (IQR) 4 (2–5) unter Anti-CD20 und 2 (2–4) unter MAVENCLAD®.



1 Norborg H et al. Mult Scler Relat Disord 2025;103: 106702.
2 Wiendl H et al. Ther Adv Neurol Disord 2021;14: 17562864211039648.
3 Frahm N et al. Ther Adv Neurol Disord 2024;17: 1–17. DOI: 10.1177/17562864241239740
4 Ellenberger D et al. J Neuro 2025;272 (9):609.
5 Konen FF et al. Neurotherapeutics 2026;23(1): e00812.
6 Fachinformation MAVENCLAD®, aktueller Stand.


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