02.1/2025

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Headbild: Das GPS bei ADHS

ORIKO: Das ADHS-Therapiekonzept
um digitale Psycho­therapie-App erweitert


Im Rahmen einer Pressekonferenz auf dem diesjährigen Kongress der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psycho­somatik und Nerven­heilkunde e.V.) wurden Studien­daten zur digitalen Psychotherapie-App ORIKO vorgestellt, die erwachsenen Menschen mit ADHS eine neue Therapie­möglichkeit eröffnen und das multi­modale ADHS – Therapie­konzept ergänzen soll. Die Ergebnisse der Pilot­studie zeigten einen medizinischen Nutzen bei Erwachsenen mit ADHS und wiesen eine wesent­liche Verbes­serung der Lebens­qualität sowie eine Reduktion der ADHS-spezifischen Symptom­schwere nach 12 Wochen nach [1]. Der Antrag zur Aufnahme der digitalen Psychotherapie-App ORIKO in das Verzeichnis für digitale Gesundheits­anwendungen (DiGA-Verzeichnis) des Bundes­instituts für Arznei­mittel und Medizin­produkte (BfArM) ist eingereicht.

ADHS bei Erwachsenen: die große Unbekannte

In Deutschland leben etwa 2-3 Millionen Erwachsene mit einer ADHS [2,3]. Häufig begleitet von weiteren psychischen Erkrankungen [4]. Expert:innen gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus [3]. Unerkannt und unbehandelt kann ADHS bei Erwachsenen zu erheblichen Lebens­beeinträchtigungen führen, sei es in der Schule, in der Ausbildung, im Beruf oder bei sozialen Kontakten [5]. Liegt eine ADHS vor, stehen verschiedene Behandlungs­möglichkeiten zur Verfügung: Neben Psycho­edukation und der medikamentösen Behandlung ist die Psycho­therapie ein wichtiger Baustein im multimodalen Therapie­konzept [4]. Nicht ausreichende Versorgungs­kapazitäten in Deutschland bewirken jedoch, dass viele Betroffene nicht oder erst mit Verzögerung in Behandlung kommen und die Wartezeiten auf einen Therapie­platz in vielen Fällen sehr lang sind [6]. „Innovative digitale Therapieansätze bei neurologischen Entwicklungs­störungen wie ADHS können dazu beitragen, die aktuellen Versorgungs­lücken zu schließen. Mit der digitalen Psycho­therapie-App ORIKO, die derzeit zur Aufnahme in das DiGA-Verzeichnis des BfArM eingereicht ist, können Takeda und MiNDNET partner­schaftlich neue Wege zum Wohle der Patient:innen gehen, um zukünftig neue Standards in der ADHS-Therapie zu setzen", so Prof. Anne Karow, Hamburg, Co-Founderin von MiNDNET. 

DiGA im psychiatrischen Versorgungskontext

Zunächst stellte Prof. Dr. Martin Lambert die Bedeutung von DiGA im psychiatrischen Versorgungskontext dar: DiGA sind für die unabhängige Nutzung für spezifische Indikationen in Selbsttherapie konzipiert, können aber in Kombination mit der Regel­versorgung eingesetzt werden. Für die Aufnahme in das DiGA-Verzeichnis prüft das BfArM den positiven Ver­sorgungs­effekt bzw. medizinischen Nutzen, die Qualitäts­sicherung, Daten­sicherheit (gemäß DSGVO), Effektivität und Effizienz [7]. Die Verschreibung kann durch Haus- und Fachärzt:innen sowie Psycho­therapeut:innen erfolgen. „Fast die Hälfte der rund 60 vom BfArM gelisteten DiGA ist für die Therapie von psychischen Erkran­kungen konzipiert", so Prof. Lambert. „Das liegt unter anderem an einem hohen, aber ungedeckten Therapie­bedarf in diesem Bereich.“ Ein­gesetzt werden DiGA aus dem psychiatrischen Bereich bis­lang vor allem bei Angst­störungen und Depres­sionen. Prof. Lambert hob hervor: „Eine ADHS-Erkrankung ist gut behandelbar. Der Einsatz einer digitalen Psycho­therapie könnte lange Warte­zeiten auf einen Therapie­platz über­brücken und die Scham­grenzen abbauen.“ Die ORIKO-App soll das multimodale Therapie­konzept in der Behandlung von ADHS erweitern und kann von den Betrof­fenen zeit- und ortsunab­hängig genutzt und an die individuelle Konzen­tration ange­passt werden. Zudem kann ORIKO Betroffenen dabei helfen, ihren Alltag struk­turierter und zufrieden­stellender zu gestalten.

Wirksamkeit von ORIKO

In einer zweiarmigen, randomisiert-kontrol­lierten Pilotstudie wurde die Psychotherapie-App ORIKO  über 12 Wochen im Vergleich zur Wartekontrollgruppe (WKG) untersucht. Pri­märer Endpunkt war die Verbesserung der Lebens­qualität bei ADHS nach 12 Wochen. Weitere Endpunkte bezogen sich auf ADHS-Symptomatik, Beeinträchtigung im Alltag, Stress­symptomatik, Depression, Angst, Ge­sund­heits­kompetenz und Medikamenten­ad­härenz. Die Befragungen fanden in Selbst­auskunft online zu drei Zeit­punkten (Baseline, nach 6 Wochen, nach 12 Wochen) statt. Berechnet wurde eine Intention-To-Treat Analyse mit einem Mixed Model for Repeated Measures (MMRM), sowie Sensitivitäts­ana­lysen.

Bild: Smartphone mit ADHS App

Insgesamt wurden 307 Personen eingeschlossen. Im Verlauf zeigte sich eine signifikant stärkere Verbesserung der Lebensqualität in der Inter­ventions­gruppe (IG) im Vergleich zur WKG. Ebenso zeigte sich eine signifikant stärkere Reduktion in den sekundären Endpunkten Symptome, Beein­träch­tigung, Angst und Depression sowie eine signifikant stärkere Verbesserung der Gesundheits­kompetenz [1,8]. „In der Gesamt­be­trachtung der Ergebnisse zeigt sich die digitale ADHS-Therapie mit ORIKO als wirksam in Bezug auf den medi­zinischen Nutzen,“ fasste PD Dr. Schöttle zusammen.

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ORIKO – für mehr Ordnung im Kopf

Bild: Smartphone mit Beispiel App

ADHS zeigt sich bei Erwachsenen anders als bei Kindern und kann unter­schiedlich stark ausgeprägt sein. Die drei Kern­symptome sind: Impul­sivität, Hyper­aktivität und ein Auf­merk­samkeits­defizit. Das äußert sich zum Beispiel in häufigem Ins-Wort-Fallen oder exzessivem Reden (Impul­sivität), in Schwierig­keiten beim Still­sitzen oder leise zu sein (Hyper­aktivität), und einer verkürzten Auf­merksam­keits­spanne, verminderter Or­ga­nisa­tions­fähigkeit oder erhöhter Ab­lenk­barkeit (Auf­merksamkeits­defi­zit). Eine ADHS kann daher zu er­heblichen Lebens­beeinträchti­gun­gen führen [9].

„Ein zentraler Therapiebaustein bei ADHS besteht darin, den Betroffenen zu helfen, mehr Ordnung und Struktur in ihr Leben zu bringen“, betonte Prof. Karow. „In der Zusammenarbeit mit Betroffenen entstand der Name ORIKO, der für 'Ordnung Im Kopf' steht.“ ORIKO wurde für und mit Erwachsenen mit ADHS entwickelt und bietet Inhalte, die als ergänzende Therapie oder eigenständige ADHS-Behandlung genutzt werden und helfen können, den Umgang mit ADHS-Symptomen nachhaltig zu verbessern. Die ORIKO-App umfasst drei grundlegende Bausteine (Psychotherapie, Skills-Training und Psycho­edukation). Die zwölf auf­einander­folgenden Therapie­module werden schrittweise frei­geschaltet und behandeln jeweils ein spezifisches Thema. Integriert sind verschiedene Therapie­einheiten, Informationsmodule und Fertigkeits­trainings in unter­schiedlichen Formaten. Die Nutzung von ORIKO ist dabei auf 3 Monate ausgelegt. Zudem bietet ORIKO nützliche Zusatz­funktionen wie einen digitalen ADHS-Selbsttest, die Möglichkeit zur Suche nach ADHS-Spezialist:innen und Hilfestellungen für die Vorbereitung auf bevor­stehende Konsultationen. Weitere Funktionen unter­stützen die Nutzer:innen im Alltag, darunter ein Medikamente­nmanagement und ein Therapie­tagebuch. „ORIKO soll den Anwender:innen wie ein GPS in schwierigen Alltags­situationen als Navigations­hilfe dienen“, fasst Prof. Karow zusammen.

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Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Neuroscience Team von Takeda

Quelle:
Pressekonferenz „ADHS: Multimodale-Therapiekonzept erweitert um digitale Psychotherapie“, 29.11.2024
 

Literatur
1. Schuurmanns L. et al. Mehr Ordnung im Kopf: Wirksamkeit einer App für Erwachsene mit ADHS, DGPPN 2024, Abstract N. 771. 2. Young S et al. BMC Psychiatry 2020;20(1):404. 3. Fayyad J et al. Atten Defic Hyperact Disord 2017;9(1):47–65. 4. S3-Leitlinie „ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen“, 2018; AWMF-Registernummer 028-045, die S3-Leilinie ADHS 2018 ist am 01.05.2022 abgelaufen. 5. Michielsen M, et al. J Atten Disord. 2018 Apr;22(6):591-600. 6. Warten auf eine Psychotherapie. Deutscher Bundestag. 2022. Zugriff am 30.10.2024. 7. BfArM - Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA). Letzter Zugriff November 2024. 8. Deutsches Register Klinischer Studien, MiND–ADHS, Reg.-Datum 06.02.2024, https://drks.de/search/de/trial/DRKS00033320 (letzter Zugriff 20.11.2024). 9. ADxS.org. Das ADHS-Kompendium. https://www.adxs.org/de/­page/26/8-wahrnehmungssymptome-bei-adhs. Letzter Zugriff August 2024

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