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Nach über einem Jahrzehnt ohne therapeutischen Fortschritt wurde Dupilumab (Dupixent®) im November 2025 zur Behandlung der mittelschweren bis schweren chronischen spontanen Urtikaria (CSU) bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren zugelassen, die trotz einer Behandlung mit H1-Antihistaminika weiterhin Symptome aufweisen und bislang keine Anti-Immunglobulin (Ig)E-Antikörper erhalten haben.1,a
Die CSU ist eine der häufigsten Dermatosen. In Deutschland sind etwa 0,5-1,0 % der Menschen von einer chronischen spontanen Urtikaria (CSU) betroffen.2 Zu den charakteristischen Symptomen der auch als Nesselsucht bekannten Erkrankung gehören das eher kurzzeitige Auftreten von juckenden Quaddeln, Angioödemen oder von beiden Symptomen gleichzeitig, ohne dass ein eindeutiger Auslöser festgestellt werden kann.2,3 „Wesentliche Faktoren und Namensgeber für die CSU sind ihr unvorhersehbarer Verlauf und der plötzliche Symptombeginn. Als chronisch wird die Erkrankung bezeichnet, sobald die Beschwerden länger als sechs Wochen bestehen“, berichtete Prof. Dr. Petra Staubach-Renz, Mainz, im Rahmen einer Pressekonferenz von Sanofi und Regeneron.
Erhebliche Krankheitslast
Die durch die CSU hervorgerufene Krankheitslast ist enorm. Vor allem der wiederkehrende starke Pruritus, die daraus resultierenden Schlafprobleme oder die in der Regel gut sichtbaren Hautveränderungen können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen (Abb. 1).4 „Auch kämpfen viele Patient*innen mit psychologischen Folgestörungen der CSU. Dazu zählen häufig Angststörungen, Depressionen oder somatoforme Störungen“, ergänzte Staubach-Renz.5

Abb. 1: Internationale Beobachtungsstudie ASSURE-CSU mit 673 erwachsenen CSU-Patient*innen, deren Symptome trotz Behandlung mindestens 12 Monate andauerten, die den Einfluss der Erkrankung auf die Lebensqualität zeigt – ermittelt mit Hilfe des Chronic Urticaria Quality of Life Questionnaire (CU-Q2oL).4
Wie die Dermatologin anmerkte, wird die Diagnose CSU häufig erst nach mehreren Jahren gestellt. „Auch wird das in der S3-Leitlinie formulierte Therapieschema häufig nur unzureichend oder verzögert umgesetzt, sodass oft keine vollständige Symptomkontrolle erreicht wird“, so die Expertin.
Deutliche Besserung der Beschwerden
Die kürzlich erfolgte Zulassung von Dupilumab für Erwachsene und Jugendliche mit CSU ist die erste Therapieneuerung seit über einem Jahrzehnt. Mit dem monoklonalen Antikörper steht nun ein neuer Ansatz zur Behandlung der CSU zur Verfügung, der die Signalgebung der Interleukine IL-4 und IL-13 hemmt. Dies sind zwei wichtige Treiber der Typ-2-Inflammation, die für die Pathophysiologie der CSU eine zentrale Rolle spielen.1,6
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