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Psoriasis: Upgrade auf Apremilast bei limitiertem Hautbefall Die Upgrade-Kriterien der aktuellen S3-Leitlinie Psoriasis1 sowie des Europäischen Konsensuspapiers2 ermöglichen die Induktion einer Systemtherapie unter bestimmten Bedingungen, selbst wenn die betroffene Körperoberfläche relativ gering ist. Beträgt die Body Surface Area [BSA] ≤ 10 und liegt der Psoriasis Area and Severity Index [PASI] ≤ 10, ist die Beteiligung besonderer Areale auschlaggebend, z. B. von Kopfhaut, Genitalbereich und Nägeln. Relevant für das Upgrade ist zudem starker Juckreiz.1,2 In diesen Fällen kann die Lebensqualität nachweislich deutlich eingeschränkt sein.3 Für diese Gruppe von Patient:innen lieferte die EMBRACE-Studie überzeugende Daten zur Anwendung von Otezla® (Apremilast)4.
Drei Viertel der EMBRACE-Patient:innen zeigten Verbesserung beim DLQI Die placebokontrollierte Phase 4-Studie EMBRACE untersuchte die Wirkung des oralen Phosphodiesterase-4(PDE-4)-Hemmers Apremilast auf die Lebensqualität. Bei den teilnehmenden Patient:innen trat während einer vorangegangenen topischen Therapie oder einer konventionellen systemischen Erstlinientherapie keine Linderung ein oder sie hatten diese Arzneimittel nicht vertragen bzw. diese waren kontraindiziert. Bei moderater Hautbeteiligung wiesen die Erkrankten Manifestationen in mindestens einem sichtbaren oder belastenden Hautbereich sowie einen Dermatologischen Lebensqualitäts-Index [DLQI] > 10 und einen PASI im Bereich von ≥ 3 bis ≤ 10 auf.5
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Eine Reduktion des DLQI um ≥ 4 Punkte nach 16 Wochen, den primären Endpunkt, erreichten 73,3 % der Patient:innen im Apremilast- vs. 41,3 % der Patient:innen im Placebo-Arm (p < 0,0001). Auch in Bezug auf die mittlere Verbesserung des DLQI in Woche 16 war Apremilast signifikant überlegen (p < 0,0001; Abb.).5 Dies konnte unabhängig von Geschlecht, Body-Mass-Index und vorheriger Therapie (konventionelle systemische oder biologische Therapie) bestätigt werden. Zudem blieb die Verbesserung der Lebensqualität über eine Behandlungsdauer von 52 Wochen bestehen.6

Abb.: Verbesserung der Lebensqualität in der EMBRACE-Studie.
Therapie-Effekt auf besondere Areale nachgewiesen Patient:innen mit Psoriasis bewerten besondere Manifestationen häufig als besonders negativ mit Blick auf ihren Erkrankungszustand. Sind beispielsweise Gesicht, Kopfhaut oder Genitalien betroffen, kann sich dies beträchtlich auf die Lebensqualität auswirken.3 Auch hier überzeugte Apremilast in der EMBRACE-Studie, bei der das Vorliegen mindestens einer besonderen/sichtbaren Lokalisation zu den Einschlusskriterien gehörte. Ein größerer Anteil an Patient:innen erreichte zu Woche 16 eine Verbesserung der Psoriasis an sichtbaren Stellen, der Kopfhaut, den Genitalien sowie an Hand- und Fußflächen.6 Zudem ließ sich gemessen an der BSA (- 38,4 %) ein signifikanter Rückgang der Hautbeteiligung nach 16 Wochen nachweisen, und mehr Patient:innen wiesen einen PASI ˂ 3 auf.5
Therapie der Psoriasis: Perspektive der Patient:innen einbeziehen Dass die Selbstbewertung des Erkrankungszustandes auch bei Patient:innen mit limitierter Hautbeteiligung therapierelevant sein kann, spiegeln die Upgrade-Kriterien wider. Der Start einer Systemtherapie, z. B. mit Apremilast, sollte bei folgenden Anzeichen in Erwägung gezogen werden1,2:
- Juckreiz, der zum Kratzen veranlasst,
- betroffene, sichtbare oder sensitive Areale, wie z. B. Gesicht, Kopfhaut,
Handflächen und Fußsohlen, Genitalbereich oder Nägel (Onycholyse/Onychodystrophie von > 2 Fingernägeln),
- das Vorliegen therapieresistenter Plaques sowie
- eine stark beeinträchtigte Lebensqualität (DLQI > 10).
Häufig geben die üblicherweise angewendeten Messgrößen nicht die subjektive Einschätzung wieder. Sprechen Sie daher Ihre Patient:innen auch auf besondere Manifestationen an! Dies kann weichenstellend bei der Therapieentscheidung sein und dazu beitragen, den Leidensdruck zu verringern.
DEU-407-0225-80007
Referenzen und Kurzinformation
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