21.1/2026

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Aktualisierte STIKO-Empfehlung: 1-malige Impfung mit Prevenar 20® (PCV20) bei Kindern und Jugendlichen mit Risikofaktoren

Im Januar hat die Ständige Impfkommission (STIKO) ihre Empfehlung zur Pneumokokken-Impfung bei Kindern und Jugendlichen von 2 bis einschließlich 17 Jahren mit Risikofaktorena aktualisiert. Die STIKO empfiehlt nun die 1-malige Indikationsimpfung mit dem 20-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoff Prevenar 20® (PCV20).1

Vorteile und Ziel der 1-maligen Impfung mit Prevenar 20®
Mit der aktualisierten STIKO-Empfehlung ist für die Pneumokokken-Indikationsimpfung aller Altersgruppen ≥ 2 Jahren nur noch Prevenar 20® empfohlen. Eine Auffrischimpfung mit PPSV23 ist nicht mehr vorgesehen.1

Ziel der neuen und vereinfachten STIKO-Empfehlung ist es, invasive Pneumokokken-Erkrankungen (IPE) und Pneumokokken-Pneumonien sowie deren Folgen wie Hospitalisierung, Behinderung und Tod bei Kindern und Jugendlichen mit erhöhtem Risiko für schwere Pneumokokken-Erkrankungen zu reduzieren.1

Das aktualisierte Impfschema ermöglicht:

  1. Größere Serotypenabdeckung durch PCV20 vs. PCV13 und PCV15 in der Altersgruppe ab 2 bis einschließlich 17 Jahren (2023 bis 2025: 50 % für PCV13, 59 % für PCV15 und 68 % für PCV20)1
  2. Aufgrund der T-Zell-unterstützten Immunantwort vermutlich längere Schutzdauer im Vergleich zu PPSV231
  3. Vereinheitlichte und vereinfachte Empfehlung zur Indikationsimpfung für alle Altersgruppen ab 2 Jahren1

Tab. 1: Umsetzung der Pneumokokken-Indikationsimpfung für Personen mit Risikofaktoren ab 2 Jahren unter Berücksichtigung des aktuellen Impfstatus1

Bislang sah die STIKO-Empfehlung für Kinder ab 2 Jahren und Jugendliche mit Risikofaktorena die sequenzielle Impfung mit PCV13 oder PCV15 vor, gefolgt von einer Dosis PPSV23 nach 6 bis 12 Monaten. Aufgrund der begrenzten Dauer des Impfschutzes sollte nach mindestens 6 Jahren eine Auffrischung mit PPSV23 erfolgen.2

Nun ersetzt die aktualisierte Empfehlung die sequenzielle Impfung. Die Empfehlung zur Grundimmunisierung mit Prevenar 13® (PCV13) oder PCV15 ändert sich nicht.

Erhöhte Anfälligkeit für Pneumokokken-Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen mit Risikofaktoren
In Deutschland treten 30 % der IPE-Fälle in der Altersgruppe der 2- bis 17-Jährigen bei Kindern und Jugendlichen mit Risikofaktoren auf. Die geschätzte IPE-Inzidenz dieser Gruppe liegt mit 17,1 vs. 21,1/100.000 Einwohner:innen pro Jahr nah an der IPE-Inzidenz von Personen ab 60 Jahren.1 Gleichzeitig steigt die Pneumonie-Rate mit der Anzahl vorliegender risikoerhöhender Vorerkrankungen und deren Schweregrad und die Gefahr für bleibende Folgeschäden ist bei vorliegenden Risikofaktoren besonders hoch.1, 3 Infolge einer Infektion kann es zum Beispiel zu einem Hörverlust, einer Beeinträchtigung der kognitiven Funktion oder auch zu Nierenkrankheiten bis hin zu Nierenversagen kommen.4

Mindestens ein Fünftel der Minderjährigen in Deutschland lebt mit einer chronischen Erkrankung.5–11 Besonders häufig sind dabei atopische Dermatitis (12,8 %) und Asthma (6 %).5

Weitere chronische Krankheiten, die das Risiko für schwer verlaufende Pneumokokken-Infektionen erhöhen:1

  • Autoimmunerkrankungen, z. B. rheumatische Krankheiten wie die juvenile idiopathische Arthritis (JIA)
  • chronisch entzündliche Erkrankungen, z. B. des Darms (CED)
  • chronische Herzkrankheiten
  • Diabetes
  • Epilepsie

Eine immunsuppressive Therapie erhöht das Risiko ebenfalls.1, 12

Verordnung und Erstattung von PCV20
Die Pneumokokken-Indikationsimpfung von Kindern und Jugendliche ab 2 Jahren mit Prevenar20® ist zulasten der gesetzlichen Krankenkassen abrechnungsfähig. Der Bezug über Sprechstundenbedarf ist ab sofort in allen KV‑Regionen möglich.13

Die STIKO kündigte an, sich auch hinsichtlich der Grundimmunisierung mit dem Einsatz von Prevenar 20® zu beschäftigen, sobald neue Daten und Studienergebnisse vorliegen.14 Aktuell kann Prevenar 20® für Säuglinge (< 2) ausschließlich auf Privatrezept verordnet werden.15 Eine individuelle Erstattung durch die jeweilige Krankenkasse ist im Rahmen von Einzelfallentscheidungen möglich.

 

Zur Fachinformation von Prevenar 20®
Zur Fachinformation von Prevenar 13®

Anmerkungen

a) Risikofaktoren gemäß STIKO sind bei Personen ab 2 Jahren (Kinder, Jugendliche und Erwachsene) angeborene oder erworbene Immundefekte, chronische Krankheiten mit erhöhter Gefährdung für Pneumokokken-Infektionen sowie anatomische und fremdkörperassoziierte Risiken für eine Pneumokokken-Meningitis.2

Referenzen

1 Robert Koch-Institut. Epid Bull. 2026;2:3–18.

2 Robert Koch-Institut. Epid Bull. 2025;4:1–75.

3 Pelton SI, et al. BMC Infect Dis. 2015;15:470.

4 Kruckow KL, et al. Pneumonia (Nathan). 2023;15:5.

5 Krause L, et al. Journal of Health Monitoring. 2018;3(3):2–17.

6 Robert Koch-Institut. Diabetes in Deutschland - Kinder und Jugendliche. https://diabsurv.rki.de/Webs/Diabsurv/DE/diabetes-in-deutschland/kinderjugendliche/2-11_Praevalenz_Typ_1_Diabetes.html. Letzter Zugriff: 30.01.2026.

7 Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. Morbus Crohn. https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/morbus-crohn/was-ist-morbus-crohn/. Letzter Zugriff: 30.01.2026.

8 Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung e. V. Einfluss von Epilepsie auf die Hirnentwicklung bei Kindern: Neue Therapieansätze und Forschungsperspektiven. https://dgkn.de/dgkn/presse/pressemitteilungen/544-einfluss-von-epilepsie-auf-die-hirnentwicklung-bei-kindern-neue-therapieansaetze-und-forschungsperspektiven. Letzter Zugriff: 30.01.2026.

9 Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. Herzfehler (angeborene). https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/herzfehler-angeborene/. Letzter Zugriff: 30.01.2026.

10 Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. Was ist Kinder- und Jugendrheumatologie? https://www.dgkj.de/eltern/spezialist/-innen-portraits/kinder-und-jugendrheumatologie. Letzter Zugriff: 30.01.2026.

11 Statista GmbH. Bevölkerung – Einwohnerzahl in Deutschland nach relevanten Altersgruppen im Jahr 2024. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1365/umfrage/bevoelkerung-deutschlands-nach-altersgruppen/. Letzter Zugriff: 30.01.2026.

12 Wagner N, et al. Bundesgesundheitsbl. 2019;62:494–515.

13 Bundesanzeiger (BAnz AT 13.04.2026 B6). Letzter Zugriff: 14.04.2026.

14 Robert Koch-Institut. Epid Bull. 2025;33:3–11.

15 Arzneimittel-Richtlinie/AM-RL. Zuletzt geändert am 28. Oktober 2025, veröffentlicht im Bundesanzeiger (BAnz AT 23.04.2026 B4), in Kraft getreten am 24. April 2026.

 

PP-PNR-DEU-1393

 
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