|
FOURIER-Daten: Auch für Risikogruppen praxisrelevant
Zu den wichtigsten Studien aus dem PROFICIO-Programm zählen die Phase-3-Studie FOURIER#,21 und deren Verlängerungsstudie FOURIER-OLE§,22 (Open-Label Extension). 27.564 Patient:innen mit atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung (ASCVD), mindestens einem kardiovaskulären (CV) Ereignis und weiteren Risikofaktoren für weitere Ereignisse erhielten in FOURIER entweder eine optimierte Statintherapie, zum Teil mit Ezetimib, plus Evolocumab (140 mg alle zwei Wochen bzw. 420 mg monatlich) bzw. Statin, zum Teil mit Ezetimib, plus Placebo. In der OLE-Studie erhielten 6.635 der FOURIER-Patient:innen – eingeschlossen waren auch Studienteilnehmende aus dem ursprünglichen Placebo-Arm – Evolocumab. Die Nachbeobachtungszeit betrug bis zu 5,5 Jahre. Die kumulative Gesamtbeobachtungszeit lag bei bis zu 8,4 Jahren.
Zentrale Ergebnisse in Woche 48 waren eine statistisch signifikante Senkung des LDL-C um 59 % unter der Kombination mit Evolocumab, wobei 42 % der Patient:innen Werte ≤ 25 mg/dl (0,65 mmol/l; Placebo: 0,1 % der Patient:innen) erreichten. Es gab Hinweise darauf, dass die Patient:innen, die ursprünglich zu Evolocumab randomisiert wurden, ein geringeres Risiko für CV Todesfälle, Myokardinfarkte oder Schlaganfälle hatten.21
63,2 % der Patient:innen erreichten in Woche 12 der OLE-Studie einen LDL-C-Wert von < 40 mg/dl (1,0 mmol/l). In beiden Gruppen (Placebo/Evolocumab bzw. Evolocumab/Evolocumab) konnte eine anhaltend reduzierte LDL-C-Konzentration bis Woche 260 der OLE-Studie nachgewiesen werden.22 Insgesamt war das Verträglichkeitsprofil ausgewogen, und die Inzidenz unerwünschter Ereignisse lag auf dem Niveau des Placebo-Arms der FOURIER-Studie.21,22
Unter den FOURIER-Studienteilnehmenden waren zudem Patient:innen mit Diabetes mellitus23 oder einer chronischen Nierenerkrankung (CKD)24. Auch in diesen Risikogruppen sowie in allen anderen Untergruppen mit besonders hohem Risiko konnte durch die Therapie mit Evolocumab eine signifikante kardiovaskuläre Risikoreduktion erreicht werden. Das Verträglichkeitsprofil ähnelte dem der Gesamtpopulation.23,24
Frühe und intensive Therapieeskalation
Eine weitere wichtige Erkenntnis: Ein früherer Therapiebeginn und damit eine längere Behandlungsdauer mit Evolocumab war mit einem kontinuierlich ansteigenden kardiovaskulären Nutzen assoziiert.22
Diese Daten zu Evolocumab sprechen für eine frühzeitige Therapieeskalation, insbesondere bei der kardiovaskulären Hoch-/Höchstrisikogruppe.22 Doch die Ergebnisse der DA VINCI-Studie und anderer aktueller Versorgungsstudien zeigten, dass selbst diese Patient:innen in Deutschland oft medizinisch unterversorgt sind. Lediglich 43 % der Studienteilnehmenden erreichten den empfohlenen LDL-C-Zielwert im Rahmen der Primär- und nur 16 % im Rahmen der Sekundärprävention.25
|