Neue Option bei Herzinsuffizienz mit LVEF ≥ 40 %
Die Herzinsuffizienz (HF) mit erhaltener oder leicht reduzierter Ejektionsfraktion (LVEF ≥ 40 %) betrifft mehr als die Hälfte aller HF‑Patienten und ist mit einer hohen Morbidität und häufigen Krankenhauseinweisungen verbunden.1 Trotz zunehmender Prävalenz gab es bisher nur wenige prognoseverbessernde Therapieoptionen für diese Patientengruppe.2,3

Ende März 2026 wurde die Indikation von Kerendia® (Finerenon)4 auf Basis der positiven Ergebnisse der Phase-III-Studie FINEARTS-HF5 erweitert. Kerendia® präsentiert sich nun als potenzielle zweite Säule neben SGLT-2-Inhibitoren für Patienten mit HF mit LVEF ≥ 40 %.

Als selektiver, nichtsteroidaler Mineralokortikoidrezeptor-Antagonist (nsMRA) wirkt Finerenon auf den Mineralokortikoidrezeptor-Signalweg. Präklinische und klinische Daten zeigen, dass dieser Signalweg mit entzündlichen und fibrotischen Prozessen assoziiert ist.6–8
In der multizentrischen, placebokontrollierten Phase-III-Studie FINEARTS-HF wurde Finerenon zusätzlich zur leitliniengerechten Standardtherapie untersucht. Der primäre kombinierte Endpunkt umfasste kardiovaskulären Tod sowie erstmalige und wiederkehrende Ereignisse* im Zusammenhang mit Herzinsuffizienz.5
Während der medianen Nachbeobachtungszeit von 32 Monaten wurden unter Standardtherapie plus Placebo 1.283 Ereignisse beobachtet, verglichen mit 1.083 Ereignissen unter Finerenon zusätzlich zur Standardtherapie5 – eine absolute Risikoreduktion (ARR) von 2,8 Ereignissen pro 100 Patientenjahre. Bereits ab Tag 28** war der Nutzen von Finerenon statistisch signifikant.9
Subgruppenanalysen zeigten außerdem einen Trend hinsichtlich des primären Endpunkts, der unabhängig von einer SGLT-2i-Einnahme bestand.5 Eine explorative, modellbasierte Analyse† weist darauf hin, dass die Kombination von nsMRA und SGLT-2i das Risiko von CV-Tod und ersten HF-Ereignissen bei HF-Patienten mit LVEF ≥ 40 % um knapp ein Drittel (31 %) senken kann.10
Außerdem verringert Finerenon bei Patienten mit HF mit LVEF ≥ 40 % im Vergleich zu Placebo die Inzidenz eines neu auftretenden Diabetes um 24 % (präspezifizierte Analyse aus FINEARTS-HF)11 und die von neu auftretendem Vorhofflimmern um 25 % (gepoolte Analyse FINE-HEART)12 und kann anders als sMRA einen kardiorenalen Endorganschutz bieten.8
In Studien wies Finerenon bezüglich schwerwiegender Nebenwirkungen im Allgemeinen ein Sicherheitsprofil auf Placeboniveau auf. Zwar traten im Vergleich zu Placebo etwas mehr Hyperkaliämien und Kreatininwerterhöhungen auf, jedoch war Finerenon verglichen mit sMRA mit einem geringeren Risiko für therapiebedingte Abbrüche oder hyperkaliämieassoziierte Ereignisse verbunden.5,13,‡ Darüber hinaus ist unter Finerenon das Risiko erhöhter Serumkaliumspiegel oder geschlechtsspezifischer Nebenwirkungen im Vergleich zu sMRA verringert.8,14,‡
Pflichtangaben
Kerendia® (Finerenon) ist indiziert zur Behandlung der symptomatischen chronischen Herzinsuffizienz mit einer linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) ≥ 40 % bei Erwachsenen.
* Verschlechterung von HF-Ereignissen definiert als ungeplante HHF oder dringende Arztbesuche aufgrund der HF.
** Die Signifikanz blieb danach in der Nachbeobachtung bestehen, außer an zwei bestimmten Tagen, an denen die Obergrenzen des Konfidenzintervalls die Einheit überschritten.
† Cross‑Trial‑Analyse; kombinierte Behandlungseffekte basieren auf berechneten, modellierten Schätzungen aus randomisierten Studien.
‡ Finerenon wurde in klinischen Studien der Phase III nicht direkt mit sMRA verglichen.
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- Fachinformation Kerendia®. Stand: März 2026.
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