Herz und Niere: Erkenntnisse zur kombinierten Therapie
Die Ergebnisse der neuen Phase-II-Studie CONFIDENCE* zeigen, dass die gleichzeitige Anwendung von Finerenon (Kerendia®) und einem SGLT-2-Hemmer bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) und Typ-2-Diabetes (T2D) zu einer frühen und additiven Reduzierung der UACR führt.1 Dies könnte weitreichende therapeutische Implikationen für die Behandlung von Patienten mit Albuminurie haben.
Lebenserwartung um bis zu 16 Jahre verkürzt Etwa die Hälfte aller Patienten mit Typ-2-Diabetes entwickeln im weiteren Krankheitsverlauf eine Albuminurie.2 Gegenüber Gesunden ist die Lebenserwartung von Typ-2-Diabetes-Patienten mit Albuminurie um bis zu 16 Jahre verkürzt. 3,4 Daher ist die frühzeitige Identifizierung von Patienten mit Albuminurie und die Einleitung einer geeigneten Therapie von entscheidender Bedeutung. „Um frühzeitig und gezielt der Krankheitsprogression gegenzusteuern, gilt es, gefährdete Patienten rechtzeitig zu detektieren“, so Prof. Dr. Dirk Müller-Wieland, Aachen.
UACR-Rückgang um bis zu 52% Die kombinierte Therapie mit Finerenon (Kerendia®) und dem SGLT-2-Hemmer Empagliflozin führte zu einer signifikanten Reduzierung des Albumin-Kreatinin-Verhältnisses im Urin (UACR). Die UACR ist ein früher Indikator für Nierenschäden und ein wichtiger prognostischer Marker für kardiovaskuläre Ereignisse.1
Diese frühe Reduktion der UACR, die innerhalb von nur 14 Tagen nach Therapiebeginn registriert wurde, zeigt das Potenzial einer kombinierten Therapie zur deutlich schnelleren Intervention bei Nierenschäden. „Fast drei von vier Patienten erreichten diesen Grenzwert einer Reduzierung der UACR um 30 % gegenüber dem Ausgangswert. Das sind 20 % mehr Patienten als unter Monotherapie mit einem der beiden Wirkstoffe“, so Prof. Dr. Christoph Wanner, Würzburg.
Nach 180 Tagen zeigte sich eine signifikante Reduktion des Albumin-Kreatinin-Verhältnisses im Urin (UACR) um 52 % im Vergleich zum Ausgangswert. Dies stellt eine relative Verbesserung gegenüber der jeweiligen Monotherapie dar.1

Die Kombination von Finerenon und SGLT-2i verbessert Reduktion von UACR. Quelle: Bayer Vital GmbH
Sicherheit und Wirksamkeit der kombinierten Therapie Die kombinierte Therapie zeigte ein Sicherheitsprofil, das dem der Monotherapien entspricht – ein entscheidender Befund, der ihre breite und sichere Einsetzbarkeit in der Praxis unterstützt. Die Ergebnisse waren konsistent über alle untersuchten Subgruppen hinweg, insbesondere bei Patienten mit hoher Krankheitslast durch Komorbiditäten. Diese Ergebnisse unterstützen die Empfehlung einer frühzeitigen kombinierten Anwendung von Finerenon und SGLT-2-Hemmern, um das kardiovaskuläre und renale Risiko effizient zu senken.1
Empfehlung der European Society of Cardiology (ESC) Die European Society of Cardiology (ESC) empfiehlt, bei Patienten mit T2D jährlich die UACR und die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) zu bestimmen, um Risikopatienten zu identifizieren und eine frühe Therapie zu initiieren.5 Ein multifaktorieller Ansatz auf Basis der Therapiesäulen Finerenon, RAS- und SGLT-2-Hemmern soll nach Empfehlung des ADA/KDIGO-Konsensusberichts die Progression einer CKD mit T2D maximal verlangsamen und das Risiko für Herzinsuffizienz reduzieren.6
Nierenschäden: Strategien zur Risikominderung Die Wirksamkeit von Finerenon wurde in der präspezifizierten explorativen gepoolten Analyse FIDELITY bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung mit Albuminurie in Verbindung mit T2D nachgewiesen. Finerenon reduzierte nach 4 Monaten die mittlere UACR um 32 % im Vergleich zu Placebo und konnte über den gesamten Zeitraum eine niedrigere UACR als unter Placebo erhalten.7 Zudem verbesserte Finerenon die UACR bei Patienten mit Albuminurie und T2D unabhängig von der Anwendung eines SGLT-2i bei Baseline. In der CONFIDENCE-Phase II-Studie wurde nun sowohl die Wirkweise der gleichzeitigen Anwendung von Finerenon mit SGLT-2i als auch der additive Therapieeffekt unter Finerenon mit SGLT-2i in Bezug auf die Reduktion der UACR bestätigt.7
Finerenon und SGLT-2-Hemmer können Herz und Niere schützen Die neusten Daten ergänzen die bereits bestehenden Daten zur Wirksamkeit von Finerenon, die in der präspezifierten explorativen gepoolten Analyse FIDELITY nachgewiesen wurden.7 Die Ergebnisse der CONFIDENCE-Phase-II-Studie unterstreichen die Bedeutung einer frühzeitigen und kombinierten Therapie bei CKD-Patienten mit Typ-2-Diabetes und Albuminurie.1
Die signifikante Reduktion der UACR und das günstige Sicherheitsprofil der Therapie bieten eine wertvolle Grundlage für die klinische Praxis. Die Integration dieser Therapieansätze könnte entscheidend dazu beitragen, das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse zu reduzieren und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
*Die CONFIDENCE-Studie randomisierte 818 Patienten im Verhältnis 1:1:1 und stratifizierte sie nach der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) und der UACR beim Screening. Die Patienten erhielten entweder Finerenon (10 oder 20 mg täglich) und Empagliflozin (10 mg), Finerenon (10 oder 20 mg) und ein entsprechendes Placebo oder Empagliflozin (10 mg) und ein entsprechendes Placebo. Diese Ergebnisse wurden auf dem 62. Kongress der European Renal Association (ERA) 2025 präsentiert und gleichzeitig im New England Journal of Medicine veröffentlicht.
Quellen
1 Agarwal R, et al. N Engl J Med. 2025; doi:10.1056/NEJMoa2410659 2 Parving HH, et al. Kidney Int 2006; 69:2057–63 3 Afkarian M, et al. J Am Soc Nephrol 2013;24:302–308 4 Wen CP, et al. Kidney Int 2017;92:388–396 5 Marx et al. Eur Heart J. 2023;44(39):4043–4140 6 Blazek O & Bakris G. AHJO Plus:Cardiology Research and Practice 19 (2022) 100187 7 Agarwal R, et al. Eur Heart J 2022;43:474-484
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