48.1/2024

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Advertorial
 

Liebe Leserinnen und Leser,

Chronic Kidney Disease-assoziierter Pruritus (CKD-aP) stellt ein bedeutendes Problem für Hämodialyse-Patienten und Versorger dar, da die Erkrankung die Lebensqualität stark beeinträchtigen kann und mit einer erhöhten Mortalität sowie einer Belastung des Gesundheitssystems einhergeht.[1–4] Trotz der hohen Relevanz wird CKD-aP häufig nicht diagnostiziert oder adäquat behandelt.[1,2,5] Bisherige Erkenntnisse aus der DOPPS-Studie (Dialysis Outcomes and Practice Patterns Study) haben bereits wichtige Einblicke geliefert, aktuelle Daten zur Prävalenz und Symptomlast in Europa und insbesondere in Deutschland sind jedoch begrenzt.[1] Dabei stehen wirksame Therapieoptionen zur Verfügung, die die den Pruritus gezielt und effektiv lindern könnten.[4] Die im Rahmen der CENSUS-Studie erhobenen Daten liefern nun neue Erkenntnisse zur Krankheitslast und Prävalenz des CKD-aP in der europäischen Hämodialyse-Population.[6]

Neue CENSUS-Daten auf dem ASN 2024 vorgestellt

Auf dem Jahreskongress der American Society of Nephrology (ASN Kidney Week, 23.–27. Oktober 2024, San Diego, CA) wurden aktuelle Ergebnisse zur Prävalenz und Symptomlast des CKD-aP in Europa präsentiert.[6] Die Daten entstammen der CENSUS-Studie, einer prospektiven, multizentrischen Beobachtungsstudie, die Hämodialyse-Patienten in sieben europäischen Ländern einschließt.[6] Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse zur Krankheitslast des CKD-aP sowie zu dessen Auswirkungen auf die Lebensqualität.[6]

CENSUS: Studiendesign und Ziele

CENSUS ist eine nicht-interventionelle, europaweite Querschnittsstudie mit dem Ziel, die Prävalenz und den Schweregrad des CKD-aP sowie dessen Einfluss auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQoL) zu erfassen.[6,7] Insgesamt wurden 3100 erwachsene Hämodialyse-Patienten in die Analyse eingeschlossen. Die Bewertung des Pruritus erfolgte anhand der „Worst Itch Numerical Rating Scale“ (WI-NRS), der 5-D-Pruritusskala, der Integrated Palliative care Outcome Scale für Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (IPOS-Renal), ergänzt durch PROs (Patient Reported Outcomes) zur Lebensqualität und zur Symptomlast.[6,7]

 

EU-Prävalenz und Schweregrad des CKD-aP 

Die auf dem ASN präsentierten Ergebnisse umfassen die Auswertung von 2963 Patienten und zeigen, dass europaweit 53,5 % der Patienten unter CKD-aP leiden. Die Verteilung nach Schweregraden ergab, dass 22,3 % unter leichtem (WI-NRS 1-3), 18,0 % unter moderatem (WI-NRS 4-6) und 13,2 % unter schwerem Pruritus (WI-NRS 7-10) litten.[6] Besonders Patienten mit schwerem Pruritus berichten von einer deutlichen Einschränkung der HRQoL, insbesondere durch Schlafstörungen, Depressionen und Einschränkungen im Alltag (Abbildung 1). Die Einschränkungen gemessen anhand IPOS-Renal und 5-D-Pruritusskala korrelierten dabei positiv mit dem Pruritusschweregrad (Abbildung 1).[6]

 

Abbildung 1. Auswirkungen des CKD-aP auf die Lebensqualität. Modifiziert nach [6].

Auswirkung auf die Gesundheitsversorgung 

Die CENSUS-EU-Daten verdeutlichen zudem, dass CKD-aP mit einer erhöhten Belastung des Gesundheitssystems einhergeht. Patienten ohne Pruritus wiesen durchschnittlich 1,9 Hospitalisierungen pro Jahr auf, während dieser Wert bei Patienten mit moderatem bis schwerem Pruritus auf bis zu 2,1 Hospitalisierungen anstieg.[6] Trotz der hohen Belastung durch CKD-aP und bestehender Behandlungsoptionen war der Anteil der Patienten unter anti-pruritogener Medikation jedoch gering und lag bei lediglich 39,9 % in der Gruppe mit schwerem Pruritus.[6] Diese Ergebnisse verdeutlichen die unzureichende Versorgung in Europa und heben den Bedarf an umfassender Aufklärung und effektiven Therapieoptionen hervor.

Fazit 

Die neuen Daten der CENSUS-Studie bestätigen die hohe Prävalenz von CKD-aP bei Hämodialyse-Patienten in Europa und verdeutlichen die Auswirkungen auf die Lebensqualität und das Gesundheitssystem. Fast ein Drittel der europäischen Hämodialyse-Patienten leidet an moderatem bis schwerem Pruritus, was die Notwendigkeit für eine gezielte Therapie und ein verbessertes Pruritusmanagement unterstreicht. Diese neuen Erkenntnisse könnten dazu beitragen, Versorgungslücken zu schließen und die Behandlungsstandards für CKD-aP zu verbessern.

 

Literatur:

[1] Rayner HC, Larkina M, Wang M, et al. International Comparisons of Prevalence, Awareness, and Treatment of Pruritus in People on Hemodialysis. Clin J Am Soc Nephrol 2017; 12: 2000–2007. doi:10.2215/CJN.03280317
[2] Agarwal P, Garg V, Karagaiah P, et al. Chronic Kidney Disease-Associated Pruritus. Toxins (Basel) 2021; 13: 527. doi:10.3390/toxins13080527
[3] Sukul N, Karaboyas A, Csomor PA, et al. Self-reported Pruritus and Clinical, Dialysis-Related, and Patient-Reported Outcomes in Hemodialysis Patients. Kidney Med 2021; 3: 42-53.e1. doi:10.1016/j.xkme.2020.08.011
[4] Schricker S, Latus J. Identifikation von Juckreizpatienten an der Dialyse und Neuerungen der Behandlungsleitlinie. Nephrologie aktuell 2023; 27: 8–10. doi:10.1055/a-1987-1495
[5] Burton JO, Walpen S, Danel S, et al. Current Practices in CKD-Associated Pruritus: International Nephrologist Survey. Kidney International Reports 2023; 8: 1455. doi:10.1016/j.ekir.2023.04.003
[6] James O Burton et al. Prevalence and burden of chronic kidney disease-associated pruritus in Europe (CENSUS-EU). Poster präsentiert auf: ASN 2024; 23-27. Oktober 2024, San Diego; Poster FR-PO1144
[7] ClinicalTrials.gov ID NCT05524467. Verfügbar unter: https://clinicaltrials.gov/study/NCT05524467 (Zuletzt aufgerufen 30.10.2024)

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