18.1/2026

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KELIM wird als prädiktiver Parameter zur Beurteilung der Chemosensitivität in der S3-Leitlinie aufgeführt1

Sehr geehrte Ärztin, sehr geehrter Arzt,

die aktualisierte S3-Leitlinie enthält im Abschnitt „Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren“ (Version 6.1, 2026) eine für die klinische Praxis relevante Ergänzung.
 
 
Was ist KELIM?

KELIM (CA-125 ELIMinationsratenkonstante K) beschreibt die Chemosensitivität von Ovarialkarzinomen anhand der Eliminationsrate des Tumormarkers CA-125 während der ersten 100 Tage einer platinhaltigen Chemotherapie.2,3 Anders als gängige Laborparameter berücksichtigt KELIM nicht nur statische Werte, sondern bildet eine dynamische Beurteilungsmöglichkeit der Tumorantwort, sodass differen­ziertere Schlüsse zur Tiefe des Therapieansprechens gezogen werden können.

Ein Wert von KELIM ≥1 deutet auf eine hohe Sensitivität gegenüber platinbasierter Therapie hin, während ein niedriger KELIM-Wert <1 eine niedrigere Sensitivität signalisiert.2

Mit mindestens 3 CA-125 Messungen innerhalb der ersten 100 Tage der Chemo­therapie und einem frei zugänglichen Online-Tool der Université Claude Vernard Lyon liegt das Ergebnis schnell vor, ohne dass spezielles Vorwissen oder Diagnostik über CA-125-Erfassung hinaus benötigt wird.2

Retrospektive Analysen der Studien GOG-0218 und ICON-7 zeigen, dass nur Hochrisiko-Patientinnen mit einem niedrigen KELIM-Wert von Bevacizumab profitierten.4,5

In dem folgenden kurzen Video stellt PD Dr. med. Ralser KELIM und weitere Methoden zur Bestimmung der Chemosensitivität vor:

video-1   Was ist KELIM und wie wird dieser Biomarker bestimmt?
(01:43 Min)
 
 
Die Bedeutung für Ihre Behandlungspraxis

Die Erfassung der Chemosensitivität kann einen wichtigen Beitrag zur individuellen Entscheidung der 1L-Erhaltungstherapie leisten und z.B. dabei unterstützen, den voraussichtlichen Nutzen von Bevacizumab zusätzlich zur Chemotherapie (CT) abzuschätzen.5

Ein internationales Delphi Konsensuspanel kam zu der Übereinstimmung, dass für Patientinnen, die eine hohe Chemosensitivität aufweisen (KELIM ≥ 1), allgemein akzeptiert werden kann, dass Angiogenesehemmer (Bevacizumab) nicht zur CT hinzugefügt werden, sodass ein PARPi zum Einsatz kommen kann.6,a

Die Beurteilung der Chemosensitivität kann Ihnen bei der Entscheidung helfen, ob Ihre Patientin besonders von einer PARPi Monotherapie wie ZEJULA7 oder einem Angiogenesehemmer profitieren kann.

Daher kann es sinnvoll sein, mit der Entscheidung bzgl. einer 1L-Erhaltungstherapie zu warten, bis die Chemosensitivität erfasst worden ist (z.B. nach wenigen Zyklen der Chemotherapie). 3,6

Wie eine optimale Therapiesequenz von Beginn an geplant werden kann, erläutert Prof. Dr. med. Diessner kompakt in diesem Video:

video-1   Therapiesequenz von Anfang an planen - Konsequenzen der Therapieentscheidungen
(07:07 Min)
 
 
a bei Patientinnen mit hochgradigen serösen oder hochgradigen endometrioiden Karzinomen und vorherigem Darmverschluss/Teilverschluss oder umfangreicher Darmresektion6

CA-125, Cancer-Antigen 125; KELIM, CA-125 ELIMinationsratenkonstante K; CT, Chemotherapie; PARP, Poly[ADP-Ribose]-Polymerase, PARPi, Poly[ADP-Ribose]-Polymerase-Inhibitor; 1L, Erstlinie; HRD, Homologe Rekombinationsdefizienz.

Referenzen
  1. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-LeitlinieDiagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren, Langversion 6.1, 2026, AWMF-Registernummer:032/035OL, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/ovarialkarzinom/ , [abgerufen am: 24.03.2026].
  2. Lauby A, et al. Cancers 2021;14(1): 98.
  3. Colombo N, et al. Gynecol Oncol 2023;175:182-189.
  4. Colomban O, et al. JNCI Cancer Spectr. 2020;4(3):pkaa026.
  5. You B, et al. J Clin Oncol. 2022;40(34):3965-3974.
  6. Perez-Fidalgo A et al. J Gynecol Cancer. 2025 Jan 6:ijgc-2024-005497.
  7. Rhind M, et al. Gynecol Oncol 2025;200:195.

Anwendungsgebiete

ZEJULA wird als Monotherapie zur Erhaltungstherapie bei erwachsenen Patientinnen mit fortgeschrittenem epithelialem (FIGO-Stadien III und IV) high-grade Karzinom der Ovarien, der Tuben oder mit primärem Peritonealkarzinom, die nach einer Platin-basierten Erstlinien-Chemotherapie ein Ansprechen (komplett oder partiell) haben, angewendet.
ZEJULA wird als Monotherapie zur Erhaltungstherapie bei erwachsenen Patientinnen mit Rezidiv eines Platin-sensiblen, high-grade serösen epithelialen Karzinoms der Ovarien, der Tuben oder mit primärem Peritonealkarzinom, die sich nach einer Platin-basierten Chemotherapie in Remission (komplett oder partiell)befinden, angewendet.

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