BrECADD mit ADCETRIS®: Neuer Leitlinienstandard beim fortgeschrittenen Hodgkin-Lymphom [1,2,3]
Die HD21-Studie der Deutschen Hodgkin Studiengruppe (GHSG) bestätigte die überlegene Wirksamkeit und Verträglichkeit des BrECADD-Therapieregimes vs. eBEACOPP. [3]
Seit Juni 2025 ist Brentuximab vedotin (ADCETRIS®) als Bestandteil des BrECADD-Regimes – bestehend aus Brentuximab vedotin, Etoposid, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Dacarbazin und Dexamethason – zur Erstlinientherapie des fortgeschrittenen CD30-positiven klassischen Hodgkin-Lymphoms (Stadium IIB mit Risikofaktoren, III oder IV) bei Erwachsenen zugelassen. [1] Die aktualisierte Onkopedia-Leitlinie [2] empfiehlt BrECADD bei PatientInnen bis 60 Jahre als neuen Therapiestandard – gestützt auf die Ergebnisse der randomisierten Phase-III-HD21-Studie der Deutschen Hodgkin Studiengruppe (GHSG). [3]
Signifikant verbesserte Wirksamkeit durch BrECADD – Daten aus der HD21-Studie [3]
Im 4-Jahres-Follow-up zeigte BrECADD ein signifikant verbessertes progressionsfreies Überleben (PFS): 94,3 % vs. 90,9 % unter eBEACOPP (HR: 0,66; p = 0,035). Auch die therapieassoziierte Morbidität (TRMB) war unter BrECADD um 28 % geringer. [3]
Ein wesentlicher Vorteil zeigte sich auch beim Erhalt der Fertilität: Laut der aktuellen Auswertung von Ferdinandus J et al. (2025) lag die Rate der FSH-Normalisierung nach 4 Jahren bei 95,3% bei Frauen unter BrECADD (vs. 73,3% bei eBEACOPP). Bei Männern lag die Rate der Erholung der gonadalen Funktion nach 4 Jahren bei 85,6% unter BrECADD(vs. 39,7% unter eBEACOPP). [4] Zudem profitierten die PatientInnen von einer insgesamt höheren Lebensqualität während des gesamten Therapieverlaufs. [6]
BrECADD zeigt signifikante PFS-Verbesserung gegenüber eBEACOPP [3]

Abb. 1: Progressionsfreies Überleben (PFS) im 4-Jahres-Follow-up: BrECADD erzielt in der HD21-Studie ein signifikant höheres PFS (94,3 %) im Vergleich zu eBEACOPP (90,9 %). [3]
Auch bei älteren PatientInnen BrECADD überzeugend wirksam [5]
In einer separaten Kohorte mit 85 PatientInnen über 61 Jahren (Medianalter: 67) zeigte BrECADD eine komplette Remissionsrate von 82 % und erstmalig in dieser Alterskohorte wurde mit BrECADD ein PFS von über 91,5 % nach 2 Jahren erreicht. Die Therapie war gut durchführbar: 87 % der PatientInnen erhielten dank individueller Dosisanpassung alle vorgesehenen Zyklen. Durch die kürzere Behandlungsdauer und die reduzierte Anthrazyklin-Exposition ist BrECADD auch für ältere PatientInnen eine verträgliche und wirksame Behandlungsoption. [5]
Hohe Wirksamkeit und gute Durchführbarkeit bei älteren PatientInnen (61–75 Jahre) [5]

Abb. 2: In der Kohorte mit älteren Patienten. (61–75 Jahre) erreichte eine CR-Rate von 82% und ein 2-Jahres-PFS von 91,5% – bei guter Therapiedurchführbarkeit und angepasster Intensität. [5]
Verringertes Auftreten schwerer akuter hämatologischer Toxizitäten [3]
BrECADD war in der HD21-Studie nicht nur hochwirksam, sondern auch deutlich besser verträglich. Die therapieassoziierte Morbidität (TRMB) wurde im Vergleich zu eBEACOPP um 28 % gesenkt. Insbesondere die akuten hämatologischen Toxizitäten waren seltener. Auch die Erholungsraten der gonadalen Funktion waren unter BrECADD deutlich höher – ein wichtiges Kriterium für junge PatientInnen mit Kinderwunsch. [1,3,4] Periphere Neuropathien (PNP) vom Schweregrad ≥ 3 traten unter BrECADD selten auf – bei weniger als 1 % der Behandelten. [3]
Reduktion schwerer therapieassoziierter Nebenwirkungen mit BrECADD [3]

Abb.3: Die HD 21-Studie zeigt unter BrECADD eine um 28 % reduzierte therapieassoziierte Morbidität (TRMB) im Vergleich zu eBEACOPP – insbesondere bei hämatologischen Toxizitäten. [3]
Fazit: Ein neuer Standard mit Mehrwert für PatientInnen BrECADD mit ADCETRIS® markiert einen Paradigmenwechsel in der Therapie des fortgeschrittenen klassischen Hodgkin Lymphoms. [1-5] Die Kombination bietet eine überlegene Wirksamkeit, ein verbessertes Verträglichkeitsprofil und einen höheren Erhalt der Lebensqualität. [1,3] Mit dem höchsten bislang gemessenen PFS in dieser Indikation, reduzierter Toxizität, Fertilitätserhalt und einer kurzen Behandlungsdauer setzt BrECADD neue Maßstäbe in der Erstlinientherapie des fortgeschrittenen Hodgkin-Lymphoms. [1-5]
Auch bei älteren PatientInnen zeigte sich BrECADD als wirksam, gut verträglich und gut durchführbar in der Anwendung – ein wichtiger Schritt hin zu einer altersübergreifenden Therapiestrategie.
Fachinformation und Quellen
- Fachinformation zu ADCETRIS®
- Onkopedia-Leitlinie Hodgkin Lymphom. Stand Dezember 2023. (Letzter Zugriff: Mai 2025).
- HD21-Studie: Borchmann P et al. The Lancet. 2024;404(10450):341–352.
- Ferdinandus J et al. Lancet Oncol. 2025;S1470-2045(25)00262-1.
- Ferdinandus J et al. J Clin Oncol. 2025;JCO2500439. doi: 10.1200/JCO-25-00439.
Weitere Informationen: https://www.takeda-onkologie.de
Pflichttext:
ADCETRIS® 50mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung Wirkstoff: Brentuximab vedotin. Zusammensetzung: 1 Durchstechflasche enthält 50mg Brentuximab vedotin. Sonstige Bestandteile: Citronensäure-Monohydrat (zur pH-Wert-Einstellung), Natriumcitrat (Ph. Eur.) (zur pH-Wert-Einstellung), Trehalose-Dihydrat (Ph. Eur.), Polysorbat 80. Anwendungsgebiete: Hodgkin-Lymphom: ADCETRIS wird angewendet bei erwachsenen Patienten mit bislang unbehandeltem CD30+ Hodgkin-Lymphom (HL) im Stadium III oder IV in Kombination mit Doxorubicin, Vinblastin und Dacarbazin (AVD); bei erwachsenen Patienten mit bislang unbehandeltem CD30+ HL im Stadium IIB mit Risikofaktoren, im Stadium III oder im Stadium IV in Kombination mit Etoposid, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Dacarbazin, Dexamethason (BrECADD); zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit CD30+ HL mit erhöhtem Rezidiv- oder Progressionsrisiko nach einer autologen Stammzelltransplantation (ASCT); bei der Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem CD30+ HL: 1. nach einer ASCT oder 2. nach mindestens zwei vorangegangenen Therapien, wenn eine ASCT oder eine Kombinationschemotherapie nicht als Behandlungsoption in Frage kommt. Systemisches anaplastisches großzelliges Lymphom: ADCETRIS wird in Kombination mit Cyclophosphamid, Doxorubicin und Prednison (CHP) bei erwachsenen Patienten mit bislang unbehandeltem systemischem anaplastischem großzelligem Lymphom (sALCL) angewendet. ADCETRIS wird angewendet bei der Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem sALCL. Kutanes T-Zell-Lymphom: ADCETRIS wird angewendet zur Behandlung erwachsener Patienten mit CD30+ kutanem T-Zell-Lymphom (CTCL) nach mindestens einer vorangegangenen systemischen Behandlung. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit geg. den Wirkstoff od. einen d. sonstigen Bestandteile. Gleichzeitige Anwendung von Bleomycin: verursacht pulmonale Toxizität. Nebenwirkungen: Monotherapie: Sehr häufig: Infektiona, Infektion der oberen Atemwege, Neutropenie, periphere sensorische Neuropathie, periphere motorische Neuropathie, Husten, Dyspnoe, Übelkeit, Diarrhö, Erbrechen, Obstipation, Abdominalschmerz, Ausschlaga, Pruritus, Arthralgie, Myalgie, Ermüdung/Fatigue, Fieber, Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion a, Gewicht erniedrigt. Häufig: Herpes zoster, Pneumonie, Herpes simplex, orale Candidose, Anämie, Thrombozytopenie, Hyperglykämie, Schwindelgefühl, erhöhte Alanin-Aminotransferase/Aspartat-Aminotransferase (ALT/AST), Alopezie, Rückenschmerzen, Schüttelfrost; Gelegentlich: Pneumocystis jirovecii-Pneumonie, StaphylokokkenBakteriämie, Zytomegalovirusinfektion oder Reaktivierung dieser Infektion, Sepsis/septischer Schock, febrile Neutropenie, anaphylaktische Reaktionen, Tumorlyse-Syndrom, demyelinisierende Polyneuropathie, akute Pankreatitis, StevensJohnson-Syndrom/Epidermolysis acuta toxica; Nicht bekannt: Progressive multifokale Leukoenzephalopathie, Arzneimittelwirkung mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), Extravasation an der Infusionsstellec. Kombinationstherapie: Sehr häufig: Infektiona, Infektion der oberen Atemwege, Neutropeniea, Anämie, febrile Neutropenie, Appetit vermindert, Schlaflosigkeit, periphere sensorische Neuropathiea, periphere motorische Neuropathiea, Schwindelgefühl, Husten, Dyspnoe, Übelkeit, Obstipation, Erbrechen, Diarrhö, Abdominalschmerz, Stomatitis, Alopezie, Ausschlaga, Knochenschmerzen, Arthralgie, Myalgie, Rückenschmerzen, Ermüdung/Fatigue, Fieber, Gewicht erniedrigt; Häufig: Pneumonie, orale Candidose, Sepsis/septischer Schock, Herpes zoster, Thrombozytopenie, Hyperglykämie, erhöhte Alanin-Aminotransferase/Aspartat-Aminotransferase (ALT/AST), Pruritus, Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion a, Schüttelfrost; Gelegentlich: Herpes simplex, Pneumocystis jirovecii-Pneumonie, anaphylaktische Reaktionen, Tumorlyse-Syndrom, akute Pankreatitis, Stevens-Johnson-Syndromb. In Kombination mit anderen Chemotherapeutika (Etoposid, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Dacarbazin und Dexamethason): Gelegentlich: Tachykardie. a Entspricht der Zusammenfassung der bevorzugten Begriffe. b Toxisch epidermale Nekrolyse wurde im Bereich der Kombinationstherapie nicht berichtet. c Ein Paravasat kann zu Hautrötung, Schmerzen, Schwellung, Blasenbildung, Exfoliation und Zellulitis an der bzw. um die Infusionsstelle herumführen. Verschreibungspflichtig Takeda Pharma A/S, Dänemark Stand der Information: Juni 2025
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