DMÖ im Fokus: Mit OCT-basierter Phänotypisierung zur individuellen Therapieentscheidung
Das diabetische Makulaödem (DMÖ) ist eine heterogene Erkrankung, bei der Entzündung ein zentraler, aber häufig unterschätzter Treiber ist [1]. Neben VEGF sind zahlreiche weitere Entzündungsmediatoren wie IL-6, IL-8 und MCP-1 erhöht und tragen wesentlich zur Störung der Blut-Retina-Schranke bei [2-5]. Ein Teil der Patient*innen weist somit ein stärker inflammatorisches Profil auf.
Chronische inflammatorische Prozesse, vaskuläre Dysregulation und erhöhte Gefäßpermeabilität fördern die Persistenz des Makulaödems [6,7]. Entsprechend kann eine breite Entzündungshemmung ein therapeutischer Ansatz sein – insbesondere, wenn es Anzeichen gibt, dass eine Anti-VEGF-Behandlung nicht ausreichend anspricht [8-10].
Dies verdeutlicht die Notwendigkeit, entzündliche Krankheitsaktivität differenziert zu beurteilen und Therapieentscheidungen stärker am individuellen Krankheitsprofil auszurichten.
OCT-basierte Phänotypisierung: Nicht jedes DMÖ ist gleich Die moderne optische Kohärenztomographie (OCT) ermöglicht eine hochdifferenzierte Analyse retinaler Mikrostrukturen. Damit wird entzündliche Aktivität zunehmend sichtbar und differenzierter therapeutisch bewertbar [11]. Eine aktuelle Studie von Midena et al. (2025) identifiziert mithilfe KI-gestützter OCT-Analysen in einer Kohorte von über 2.300 Augen mit DMÖ vier unterschiedliche morphologische Phänotypen, die sich hinsichtlich Flüssigkeitsverteilung, inflammatorischen Markern und struktureller Netzhautschädigung deutlich unterschieden [12].
Dabei zeigten insbesondere DMÖ-Profile mit zentraler Flüssigkeitsakkumulation, erhöhter Anzahl hyperreflektiver Foci (HRF) und stärkeren Schäden der äußeren Netzhautschichten ausgeprägtere neuroinflammatorische Veränderungen sowie eine schlechtere funktionelle Ausgangssituation [12].
OCT-Biomarker: Low-Response frühzeitig erkennen Die Integration von OCT-Biomarkern kann helfen, das individuelle Krankheitsprofil differenzierter zu erfassen und personalisierte Therapieentscheidungen zu treffen. Eine aktuelle retrospektive Real-World-Analyse von Ruiz-Medrano et al. zeigte, dass bereits das Vorliegen von zwei von drei Biomarkern – Anomalien der vitreoretinalen Grenzfläche (VMI), persistierende subretinale Flüssigkeit (SRF) und hyperreflektive zystoide Wände (HCW) – mit einem deutlich erhöhten Risiko für ein unzureichendes Anti-VEGF-Ansprechen assoziiert sind [13]. Das Vorhandensein aller drei Biomarker ist mit einem sehr hohen Risiko für ein unzureichendes Anti-VEGF-Ansprechen assoziiert [13].
Es gilt: Therapie individualisieren statt standardisieren Die Ergebnisse unterstreichen: Nicht jedes DMÖ ist gleich. Für den klinischen Alltag könnte die OCT-basierte Phänotypisierung künftig helfen, DMÖ-Patient*innen mit inflammatorischem Profil frühzeitiger zu erkennen, potenzielle Low-Response-Patient*innen besser zu identifizieren und Therapieentscheidungen stärker zu individualisieren [12].
Entzündung ist beim DMÖ ein therapeutisch adressierbarer Faktor. OZURDEX® kann hierfür eine zugelassene antiinflammatorische Therapieoption bieten [#,14].
Treffen Sie Prof. Dr. Elisabetta Pilotto auf der AbbVie Booth Lecture beim DOC
WEG VOM STANDARD – HIN ZUR ZIELGERICHTETEN DMÖ-THERAPIE
Freitag, 19. Juni | 11:00–11:30 Uhr Prof. Dr. Elisabetta Pilotto, Universität Padua
Wie können OCT-Biomarker dabei helfen, inflammatorische DMÖ-Profile zu identifizieren und Therapieentscheidungen gezielter zu treffen?
Im Rahmen der AbbVie Booth Lecture gibt Prof. Dr. Pilotto Einblicke in aktuelle Erkenntnisse zur DMÖ-Phänotypisierung und zeigt, welche Rolle Precision Medicine für eine zielgerichtete Therapieplanung beim DMÖ spielen kann.
Pflichttext
DMÖ: Diabetisches Makulaödem; DRIL: Desorganisation der inneren Netzhautschichten; HCW: Hyperreflektive zystoide Wände; HRF: Hyperreflektive Foci; IL-6: Interleukin-6; IL-8: Interleukin-8; MCP-1: Monozyten-Chemoattraktant-Protein-1; OCT: Optische Kohärenztomographie; SRF: Subretinale Flüssigkeit; VEGF: Vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor; VMI: Vitreomakuläre Grenzfläche.
# OZURDEX wird angewendet zur Behandlung von Erwachsenen mit einer Sehbeeinträchtigung aufgrund eines Diabetischen Makulaödems (DMÖ), die pseudophak sind oder auf eine Therapie mit Nicht-Kortikosteroiden unzureichend ansprechen oder bei denen diese als unpassend angesehen wird, von Erwachsenen mit Makulaödem als Folge eines retinalen Venenastverschlusses oder retinalen Zentralvenenverschlusses und von Erwachsenen mit einer Entzündung des posterioren Augensegments, die sich als nicht-infektiöse Uveitis darstellt [14]
Quellen
- Johnson MW, Am J Opthalmol 2009; 147: 11-21.
- Funatsu H, et al., Am J Ophthalmol. 2002;133:70–77.
- Hillier RJ, et al.; Retina. 2017;37(4):761–769.
- Miyamoto K, et al., Invest Ophthalmol Vis Sci. 1999;40:323–329.
- Joussen AM, et al., Am J Pathol. 2002;160:501–509.
- Das A, et al., Ophthalmology. 2015;122(7):1375–1394.
- Romero-Aroca P, et al., J Diabetes Res. 2016;2016:2156273.
- Schmidt-Erfurth U et al., Ophthalmologica 2017;237(4):185–222.
- Stellungnahme der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, der Retinologischen Gesellschaft und des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands. Ophthalmologe 2020 Mar;117(3):218-247.
- Busch C, et al. Acta Diabetol. 2018;55(8):789–796.
- Midena E et al. J Clin Med. 2025;14:7893.
- Munk, M et al., Int. J. Mol. Sci. 2022;23:7585.
- Ruiz-Medrano J et al., Br J Ophthalmol. 2025;109(10):1155–1160.
- Fachinformation OZURDEX®, aktueller Stand.
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