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Intraretinale Zysten als Wegweiser der Entzündung
Diagnose und Therapie von Makulaödemen, insbesondere des diabetischen Makulaödems (DMÖ) und des Makulaödems nach retinalem Venenverschluss (RVV), können Ophthalmolog*innen vor komplexe Herausforderungen stellen. Unterstützen können hier sogenannte OCT-Biomarker. Mittels optischer Kohärenztomographie (OCT) lassen sich Flüssigkeitsansammlungen in den inneren Schichten der Retina schnell und präzise erkennen.1 Diese intraretinalen Zysten (IRC) liefern wertvolle Hinweise auf die zugrundeliegende Pathologie, die Krankheitsaktivität und das potenzielle Ansprechen auf Behandlungen.2

Abbildung 1: Große Zysten können mit einer längeren Krankheitsdauer und chronischer DMÖ assoziiert sein.2 Adaptiert nach Munk et al. 20222
Die Lokalisation intraretinaler Zysten innerhalb der Netzhautschichten hat diagnostische und therapeutische Bedeutung. Flüssigkeitsansammlungen in der äußeren Körnerschicht und der äußeren plexiformen Schicht können auf tief gelegene Mikroaneurysmen zurückgeführt werden, die eine direkte Leckagequelle darstellen. Treten die Zysten primär in der inneren Körnerschicht auf und breiten sich von dort in die äußere aus, deutet dies auf einen Abbau der Blut-Retina-Schranke durch proinflammatorische Zytokine und daraus resultierende diffuse Leckagen hin.1 Dieses Muster findet sich auch bei anderen Makulaödemen wie dem pseudophakischen oder uveitischen Makulaödem.2
Intraretinale Zysten beim Diabetischen Makulaödem (DMÖ)
Beim diabetischen Makulaödem ist die chronische Hyperglykämie der primäre Treiber für eine weitreichende vaskuläre Dysfunktion. Diese führt zu einer erhöhten Permeabilität der retinalen Kapillare, einer Schädigung der Endothelzellen und einer ausgeprägten Entzündungsreaktion. Die Akkumulation von Flüssigkeit im Extrazellulärraum der Netzhaut manifestiert sich als intraretinale Zysten, die sich typischerweise in den äußeren plexiformen und inneren nuklearen Schichten ansammeln.3 IRC liefern Hinweise auf die Schwere des Ödems und korrelieren mit makulärer Ischämie4 sowie einer schlechteren Sehschärfe.5,6 Ein Durchmesser von ≥ 200 μm, insbesondere in der äußeren nuklearen Schicht (ONL), kann dabei als Indikator für ein fortgeschrittenes Stadium dienen.7
Große Zysten beim DMÖ: Ein möglicher Indikator für Steroidtherapie
Besondere Aufmerksamkeit verdienen große intraretinale Zysten ab einer Breite von mehr als 250 µm. Ihr Auftreten korreliert mit einer höheren zentralen Netzhautdicke, vermehrten äußeren Netzhautschäden, Makulaischämie und einer diffusen Makulaödem-Bildung. Größere Zysten scheinen zudem mit einer längeren Krankheitsdauer und einem chronischen DMÖ assoziiert zu sein.2
Als auffälliger Biomarker können große intraretinale Zysten auf ein zu erwartendes gutes Ansprechen auf Steroide hinweisen.2 Während Anti-VEGF primär die vaskuläre Permeabilität durch Hemmung des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors (VEGF) reduziert, wirken Steroide breit entzündungshemmend und stabilisieren die Blut-Retina-Schranke über verschiedene Mechanismen. Bei einem Makulaödem, das durch eine starke entzündliche Komponente und einen umfassenden Abbau der Blut-Retina-Schranke gekennzeichnet ist – wie es bei großen, diffusen Zysten oft der Fall ist – können Steroide eine therapeutische Option darstellen.
Die OCT-Reflektivität vor Therapiebeginn dient als weiterer Parameter, um das zu erwartende Ansprechen auf Dexamethason einzuschätzen: Eine hohe Reflektivität geht dabei mit einer geringeren Reduktion der zentralen Makuladicke einher.8
Dies unterstreicht das Potenzial, durch eine genaue Analyse der Morphologie der Zysten im OCT die Therapieentscheidung zu optimieren.
Intraretinale Zysten beim Retinalen Venenverschluss (RVV)
Beim retinalen Venenverschluss (RVV) führt der Verschluss einer retinalen Vene zu einem erhöhten intraluminalen Druck und einer Stase des Blutflusses. Dies kann in einer Ischämie und einem erhöhten hydrostatischen Druck resultieren, der Flüssigkeit aus den Gefäßen in das Netzhautgewebe presst. Die daraus resultierende Flüssigkeitsansammlung manifestiert sich ebenfalls als intraretinale Zysten. Die Ischämie trägt zusätzlich zur Freisetzung von pro-inflammatorischen und pro-angiogenen Faktoren bei, die die Permeabilität weiter erhöhen und das Ödem perpetuieren.9
Intraretinale Zysten beim RVV: Negative Prognose unter Anti-VEGF
Intraretinale Zysten beim Makulaödem nach RVV stellen, insbesondere wenn sie in der Ganglienzellschicht lokalisiert sind, einen negativen prognostischen Marker für die visuelle Erholung nach Anti-VEGF-Behandlungen dar. Diese Zysten sind generell mit einer Verschlechterung der zentralen Netzhautdicke, einem reduzierten Visus und einem Wiederauftreten von Makulaödemen verbunden. Die Persistenz dieser Zysten trotz Anti-VEGF-Therapie deutet darauf hin, dass die zugrundeliegende Pathophysiologie möglicherweise nicht ausreichend durch die VEGF-Hemmung adressiert wird.10
OZURDEX®: Eine vielversprechende Option bei DMÖ und RVV
OZURDEX® kann sowohl bei DMÖ als auch bei RVV als First-Line-Therapie eingesetzt werden und zeichnet sich durch einen schnellen Wirkeintritt mit einem deutlichen Visusgewinn bereits nach einer Woche aus.11–14
Die Effektivität von OZURDEX® wird durch niedrige Low-Response-Raten* von unter 20 % in Studien untermauert.15–16 Unter Anti-VEGF wurde in klinischen und Real-World-Studien ein Anteil von rund 30 bis 40 % Low-Respondern beim Visus-Gewinn berichtet.17–19 Das heißt, ein signifikanter Anteil von Patient*innen spricht nicht ausreichend auf eine Anti-VEGF-Therapie an. Die Fähigkeit von OZURDEX®, eine breite entzündungshemmende Wirkung zu entfalten und die Blut-Retina-Schranke zu stabilisieren, macht es zu einer Behandlungsoption, insbesondere für Patient*innen, bei denen eine starke entzündliche Komponente oder persistierende Zysten vorliegen. Die Empfehlung, OZURDEX® von Anfang an in Betracht zu ziehen, basiert auf wissenschaftlichen Daten sowie der Möglichkeit, frühzeitig einen signifikanten Visusgewinn und eine lange Wirkdauer zu erzielen.11,20–22
Referenzen:
- de Moura J, et al. Sensors (Basel). 2020;20:2004
- Munk MR et al. Int J Mol Sci. 2022;23(14):7585.
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- Hwang DDJ. Life.: 2022;12:1475.
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- OZURDEX Fachinformation, aktueller Stand.
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- Veritti D et al.: Ophthalmologica 2017;238(1-2):100-105
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- Kodjikian L et al.: Biomed Res Int 2018: 2018:8289253
- Eter N et al.: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 255 (2017):77-87
# OZURDEX wird angewendet zur Behandlung von Erwachsenen mit einer Sehbeeinträchtigung aufgrund eines Diabetischen Makulaödems (DMÖ), die pseudophak sind oder auf eine Therapie mit Nicht-Kortikosteroiden unzureichend ansprechen oder bei denen diese als unpassend angesehen wird, von Erwachsenen mit Makulaödem als Folge eines retinalen Venenastverschlusses oder retinalen Zentralvenenverschlusses und von Erwachsenen mit einer Entzündung des posterioren Augensegments, die sich als nicht-infektiöse Uveitis darstellt.11
*Definition Low-Responder DMÖ: Visusgewinn < 5 Buchstaben, OCT-Netzhautdickenreduktion ≤ 20 %; Definition Low-Responder RVV: Visusgewinn < 6 Buchstaben, Netzhautdickenreduktion weniger als 30 % Reduktion
Pflichttext
DE-OZU-250133
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