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Augenbezogene Nebenwirkungen durch Antikörper- Wirkstoff-Konjugate in der Krebstherapie — Augenärzte spielen eine Schlüsselrolle auf dem Behandlungsweg des Patienten
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Sehr geehrte Ärztinnen und Ärzte,
das Multiple Myelom (MM) ist eine unheilbare Blutkrebserkrankung, bei der es zu einer unkontrollierten Vermehrung von Plasmazellen im Knochenmark kommt.1,2 Für das MM sowie andere onkologische Erkrankungen sind Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs), die monoklonale Antikörper mit zytotoxischen Wirkstoffen kombinieren, eine wichtige Therapieoption, da sie Tumorzellen gezielt und präzise bekämpfen. Belantamab-Mafodotin (BLENREP)* ist ein gegen B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) gerichtetes ADC, konjugiert mit Maleimidocaproyl-Monomethyl-Auristatin F (mcMMAF), das in zwei Kombinationstherapien zur Behandlung des MM eingesetzt wird.3 BLENREP transportiert den zytotoxischen Wirkstoff MMAF gezielt in Tumorzellen, wo er freigesetzt wird, das Mikrotubuli-Netzwerk zerstört und dadurch den Zelltod auslöst.
Augenbezogene Nebenwirkungen bei ADC-Therapie ADCs, die MMAF oder andere Mikrotubuli-zerstörende Wirkstoffe enthalten, können zu augenbezogenen Nebenwirkungen führen, die mit oder ohne Symptome auftreten.4,5 Derzeit wird als eine mögliche Ursache für die Entstehung augenbezogener Nebenwirkungen die Internalisierung eines ADC durch limbale Stammzellen der Kornea diskutiert, was eine Apoptose auslösen kann.4,5 Unter der Behandlung mit BLENREP migrieren die apoptotischen Zellen in die optische Achse und können dort zur Veränderung des Visus bzw. zu anderen okulären Symptomen führen. Der Ersatz von apoptotischen Zellen durch neue Epithelzellen führt wiederum im zeitlichen Verlauf zur Auflösung der okulären Symptome.4,5
Rolle ophthalmologischer Untersuchungen im Therapiemanagement Augenärzte spielen eine zentrale Rolle bei der Früherkennung und Diagnostik von augenbezogenen Nebenwirkungen. Bei Patienten, die mit BLENREP Kombinationstherapien behandelt werden, soll vor jeder der ersten vier Dosen, und danach falls klinisch indiziert, eine ophthalmologische Untersuchung durchgeführt werden. Diese umfasst eine Sehschärfen- und Spaltlampenuntersuchung.4,5 Je nach augenärztlichem Befund können Dosisanpassungen und Intervallverlängerungen durch den Hämatologen/Onkologen erwogen werden. Durch dieses Therapiemanagement und bei ausreichender Nachbeobachtungszeit sind augenbezogene Nebenwirkungen in der Regel handhabbar und reversibel.6,7 Die Wirksamkeit von BLENREP blieb in den Zulassungsstudien in der Regel unter Therapieanpassungen erhalten, wie in einer Post-hoc-Analyse beobachtet wurde.4,5
Informationsmaterial PEI-Schulungsmaterial Ein behördlich beauflagtes und genehmigtes Risikominimierungs-Informationsmaterial mit wichtigen Sicherheitsinformationen und Leitfäden für die Augenuntersuchung ist verfügbar unter www.pei.de/schulungsmaterial.
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Berichtsbogen für Augenärzte Dokumentieren und Befund per Fax oder digital an Hämatologen/Onkologen weitergeben. Download Berichtsbogen |
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Sonderpublikation Welche entscheidende Rolle interdisziplinäre Zusammenarbeit beim Management augenbezogener Nebenwirkungen spielt sowie Empfehlungen für die Zusammenarbeit von Augenärzten und Onkologen von Prof. Dr. med. Philipp Steven, lesen Sie in einer Sonderveröffentlichung „Antikörper-Wirkstoff-Konjugate in der Krebstherapie“ in Der Augenarzt. Zugang zur Publikation |
Fazit ADCs sind ein wichtiger Bestandteil der Präzisionsonkologie. Sie können augenbezogene Nebenwirkungen hervorrufen, die bei Untersuchungen durch Augenärzte festgestellt werden können. Die augenärztlichen Befunde können somit das Therapiemanagement beeinflussen. Durch die Früherkennung und Diagnostik augenbezogener Nebenwirkungen durch Augenärzte kann die Therapiesicherheit der Patienten, die mit ADCs behandelt werden, erhöht werden. |
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Ihr GSK-Team Hämato-Onkologie |
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BLENREP Fachinformation BLENREP Pflichtangaben
Info: Gendergerechte Sprache: Dieser Text schließt prinzipiell alle Geschlechter mit ein. Zur besseren Lesbarkeit wird jedoch nur eine Geschlechtsform verwendet – welche das ist, liegt im Ermessen derjenigen, die den Text verfasst haben.
* Blenrep ist bei Erwachsenen zur Behandlung von rezidiviertem oder refraktärem Multiplen Myelom indiziert: in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason bei Patienten, die bereits mindestens eine Therapie erhalten haben; und in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason bei Patienten, die bereits mindestens eine Therapie, darunter Lenalidomid, erhalten haben.
Abkürzungen ADC = Antikörper-Wirkstoff-Konjugat BCMA = B-Zell-Reifungs-Antigen MM = Multiples Myelom MMAF = Monomethyl-Auristatin F
Referenzen
- Wörmann B, et al. DGHO-Leitlinie Onkopedia. Multiples Myelom. Stand Oktober 2024. Verfügbar unter: https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/multiples-myelom/@@guideline/html/index.html. Zugriff am 03.11.2025.
- Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Diagnostik, Therapie und Nachsorge für Patienten mit monoklonaler Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) oder Multiplem Myelom, Langversion 1.0, 2022, AWMF-Registernummer: 018/035OL. Verfügbar unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/multiples-myelom/. Zugriff am 09.02.2026.
- Blenrep Fachinformation, aktueller Stand.
- Farooq AV, et al. Corneal Epithelial Findings in Patients with Multiple Myeloma Treated with Antibody–Drug Conjugate Belantamab Mafodotin in the Pivotal, Randomized, DREAMM-2 StudyOphthalmol Ther. 2020;9:889–911.
- Mateos MV, et al. Modification of belantamab mafodotin dosing to balance efficacy and tolerability in the DREAMM-7 and DREAMM-8 trials. Blood Adv (2025) 9 (22): 5708–5719.
- Hungria et al. Belantamab Mafodotin, Bortezomib, and Dexamethasone for Multiple Myeloma. N Engl J Med. 2024;391(5):393–407.
- Dimopoulos MA, et al (2024) Belantamab Mafodotin, Pomalidomide, and Dexamethasone in Multiple Myeloma. N Engl J Med 391: 408–421.
- Hungria V, et al. Präsentiert auf dem 21. IMS Annual Meeting; 25.–28. September 2024; Rio de Janeiro, Brasilien.
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