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Liebe Leserin, lieber Leser,
in der heutigen Ausgabe unseres Schwerpunkt-Newsletters stellen wir Ihnen interessante neue Studien zu den Themen Infektionen und Krebserkrankungen vor. Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und freuen uns über Ihr Feedback unter [email protected].
Ihre Redaktion von Biermann Medizin
Heutiger Schwerpunkt: Infektionen, Krebserkrankungen
Die bakterielle Vaginose und die vulvovaginale Candidose gehören zu den häufigsten vaginalen Infektionen. Eine retrospektive Studie aus Australien hat nun untersucht, welche Faktoren mit dem Auftreten und den Rezidiven beider Erkrankungen zusammenhängen. Bei der bakteriellen Vaginose waren mehrere männliche oder mindestens eine weibliche Sexualpartnerin in den vergangenen drei Monaten mit einem erhöhten Risiko assoziiert, hormonelle Kontrazeptiva dagegen mit einem geringeren. Bei der vulvovaginalen Candidose war nur eine höhere Zahl männlicher Sexualpartner mit einem erhöhten Risiko verbunden. Für Rezidive zeigte sich bei beiden Erkrankungen ein erhöhtes Risiko durch Sexarbeit und einen regelmäßigen Sexualpartner. Die Anwendung eines Intrauterinpessars war zudem mit einem erhöhten Rezidivrisiko für die bakterielle Vaginose assoziiert. Die Ergebnisse sprechen dafür, bei der Behandlung auch sexuelle und kontrazeptive Faktoren zu berücksichtigen.
Besonders relevant wird die bakterielle Vaginose, wenn gleichzeitig eine Hochrisiko-HPV-Infektion vorliegt. In einer deutschen Fall-Kontroll-Studie wurden die Daten von Hochrisiko-HPV-positiven Frauen mit und ohne bakterielle Vaginose ausgewertet. Das Vorliegen einer bakteriellen Vaginose war mit einer höheren HPV-Persistenz und einer höheren Rate zytologischer Progression bei der Nachuntersuchung assoziiert. Eine von Lactobazillen dominierte Vaginalflora ging dagegen mit einer höheren HPV-Clearance und einem günstigeren Verlauf einher. Die Autoren sehen daher in der mikroskopischen Beurteilung der Vaginalflora während des Zervixkarzinom-Screenings einen möglichen Ansatz zur verbesserten Risikoeinschätzung bei Frauen mit Hochrisiko-HPV.
Seit 2020 haben Frauen ab einem Alter von 35 Jahren in Deutschland alle drei Jahre Anspruch auf ein kombiniertes Zervixkarzinom-Screening aus HPV-Test und Zytologie. Eine aktuelle Analyse bundesweiter Krebsregisterdaten liefert nun erste Hinweise darauf, dass die Einführung des Programms auch die Detektion von Adenocarcinoma in situ (ACIS) und die Inzidenz invasiver Adenokarzinome beeinflusst haben könnte. Bei Frauen zwischen 35 und 64 Jahren stieg die Zahl der ACIS-Diagnosen nach Einführung des kombinierten Screenings signifikant an, während die Inzidenz invasiver Adenokarzinome ab 2021 zurückging. Die Autoren betonen die Bedeutung qualitätsgesicherter, organisierter Screeningprogramme. Zusätzliche Biomarker könnten künftig helfen, auch HPV-negative Adenokarzinome besser zu erfassen und das Präventionspotenzial weiter zu erhöhen.
Zudem berichten wir über die Risiken einer Syphilis vor der Schwangerschaft und über mögliche Nachteile minimalinvasiver Verfahren bei der Behandlung des frühen Ovarialkarzinoms.
Mehr zu diesen und anderen Themen finden Sie in unserer neuen Ausgabe Kompakt Gynäkologie 4/2026.
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