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Mittwoch, 12. August 2026

Liebe Leserin, lieber Leser,

in der heutigen Ausgabe unseres Schwerpunkt-Newsletters stellen wir Ihnen interessante neue Studien zu den Themen Infektionen und Krebserkrankungen vor. Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und freuen uns über Ihr Feedback unter [email protected].

Ihre Redaktion von Biermann Medizin

 

Heutiger Schwerpunkt: Infektionen, Krebserkrankungen

Die bakterielle Vaginose und die vulvovaginale Candidose gehören zu den häufigsten vaginalen Infektionen. Eine retrospektive Studie aus Australien hat nun untersucht, welche Faktoren mit dem Auftreten und den Rezidiven beider Erkrankungen zusammenhängen. Bei der bakteriellen Vaginose waren mehrere männliche oder mindestens eine weibliche Sexualpartnerin in den vergangenen drei Monaten mit einem erhöhten Risiko assoziiert, hormonelle Kontrazeptiva dagegen mit einem geringeren. Bei der vulvovaginalen Candidose war nur eine höhere Zahl männlicher Sexualpartner mit einem erhöhten Risiko verbunden. Für Rezidive zeigte sich bei beiden Erkrankungen ein erhöhtes Risiko durch Sexarbeit und einen regelmäßigen Sexualpartner. Die Anwendung eines Intrauterinpessars war zudem mit einem erhöhten Rezidivrisiko für die bakterielle Vaginose assoziiert. Die Ergebnisse sprechen dafür, bei der Behandlung auch sexuelle und kontrazeptive Faktoren zu berücksichtigen.

Besonders relevant wird die bakterielle Vaginose, wenn gleichzeitig eine Hochrisiko-HPV-Infektion vorliegt. In einer deutschen Fall-Kontroll-Studie wurden die Daten von Hochrisiko-HPV-positiven Frauen mit und ohne bakterielle Vaginose ausgewertet. Das Vorliegen einer bakteriellen Vaginose war mit einer höheren HPV-Persistenz und einer höheren Rate zytologischer Progression bei der Nachuntersuchung assoziiert. Eine von Lactobazillen dominierte Vaginalflora ging dagegen mit einer höheren HPV-Clearance und einem günstigeren Verlauf einher. Die Autoren sehen daher in der mikroskopischen Beurteilung der Vaginalflora während des Zervixkarzinom-Screenings einen möglichen Ansatz zur verbesserten Risikoeinschätzung bei Frauen mit Hochrisiko-HPV.

Seit 2020 haben Frauen ab einem Alter von 35 Jahren in Deutschland alle drei Jahre Anspruch auf ein kombiniertes Zervixkarzinom-Screening aus HPV-Test und Zytologie. Eine aktuelle Analyse bundesweiter Krebsregisterdaten liefert nun erste Hinweise darauf, dass die Einführung des Programms auch die Detektion von Adenocarcinoma in situ (ACIS) und die Inzidenz invasiver Adenokarzinome beeinflusst haben könnte. Bei Frauen zwischen 35 und 64 Jahren stieg die Zahl der ACIS-Diagnosen nach Einführung des kombinierten Screenings signifikant an, während die Inzidenz invasiver Adenokarzinome ab 2021 zurückging. Die Autoren betonen die Bedeutung qualitätsgesicherter, organisierter Screeningprogramme. Zusätzliche Biomarker könnten künftig helfen, auch HPV-negative Adenokarzinome besser zu erfassen und das Präventionspotenzial weiter zu erhöhen.

Zudem berichten wir über die Risiken einer Syphilis vor der Schwangerschaft und über mögliche Nachteile minimalinvasiver Verfahren bei der Behandlung des frühen Ovarialkarzinoms.

Mehr zu diesen und anderen Themen finden Sie in unserer neuen Ausgabe Kompakt Gynäkologie 4/2026.

 

Neueste Studien zum Thema:

 
 

Risikofaktoren für Rezidive der bakteriellen Vaginose und vulvovaginalen Candidose

Eine retrospektive Studie aus Australien zeigt, welche Faktoren mit bakterieller Vaginose und vulvovaginaler Candidose sowie insbesondere den häufigen Rezidiven bei diesen Infektionen assoziiert sind.

Sutton C et al. Bacterial vaginosis and vulvovaginal candidiasis: sexual and contraceptive practices drive positivity and recurrent infections. Sex Transm Infect. 2026 Feb 18:sextrans-2025-056729.

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Lynparza® & Bevacizumab (PAOLA-1): ÜberLEBEN redena,b,1,2

Einziger PARP-Inhibitor mit klinisch relevantem OS-Vorteila,1 in der 1L-Erhaltungstherapie des fortgeschrittenen HRD-positiven Ovarialkarzinoms.b,1,2 Bei HRD-positiven Patientinnen konnte mit Lynparza® & Bevacizumab ein mOS von mehr als 6 Jahren (75,2 Monate)a,1 erreicht werden.

Pflichttext | Referenzen

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Bakterielle Vaginose könnte den Verlauf von HPV beeinflussen

Die Zusammensetzung des vaginalen Mikrobioms könnte den Verlauf einer HPV-Infektion beeinflussen. In einer neuen Studie entwickelten Frauen mit Hochrisiko-HPV und bakterieller Vaginose häufiger eine persistierende HPV-Infektion und eine zytologische Progression als Frauen ohne bakterielle Vaginose.

Linz L et al. Bacterial vaginosis in microscopic examination of Pap smears in patients with high-risk HPV is associated with viral persistence and cytological progression in a longitudinal study. Infect Agent Cancer. 2026 Jan 29;21(1):16.

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Podcast: KEYTRUDA® beim Zervixkarzinom

Welche Rolle spielt KEYTRUDA® in Kombination mit Radiochemotherapie beim Zervixkarzinom? Im Podcast diskutieren Prof. Dr. Marnitz und Prof. Dr. Untch Studiendaten und Praxisaspekte.

Fachinformation

Doctor meeting remotely with her patient
 

Früherkennung präinvasiver glandulärer Läsionen hat sich verbessert

Im Jahr 2020 wurde in Deutschland das kombinierte Zervixkarzinom-Screening mittels Zytologie und HPV-Test ab dem 35. Lebensjahr eingeführt. Seither hat sich die Früherkennung präinvasiver glandulärer Läsionen verbessert. Zudem gibt es Hinweise auf eine Reduktion invasiver Erkrankungen in der Screeningpopulation.

Schwab R et al. Combined cervical cancer screening and the incidence of adenocarcinoma: An analysis of data from the German Cancer Registries. Dtsch Arztebl Int 2026; 123: 213–218

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NEUE PODCASTFOLGE auf Brustgeflüster – Jetzt reinhören

Das Gesamtüberleben (OS) ist der Goldstandard für den klinischen Nutzen in der Onkologie und wird in der adjuvanten Therapie nur selten erreicht.1 In der neuen Podcastfolge von Brustgeflüster mit Prof. Marc Thill (Frankfurt a. M.) spricht er zusammen mit Prof. Wolfgang Janni (Ulm) über die neuen 7-Jahresdaten von Verzenios®,a.3

Pflichttext

biermann verzenios
 
 
 

Syphilis vor Schwangerschaft mit erhöhten Risiken assoziiert

Selbst Frauen mit adäquat behandelter Syphilis vor Eintritt einer Schwangerschaft haben offenbar ein deutlich erhöhtes Risiko für eine kongenitale Syphilis sowie für eine erneute Syphilisinfektion der Mutter während der Schwangerschaft. Darauf deutet eine aktuelle Studie im Fachjournal „Obstetrics & Gynecology“ hin.

Toppin JD et al. History of Treated Syphilis Before Pregnancy and Risk of Congenital Syphilis. Obstet Gynecol. 2026 May 8.

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Frühes Ovarialkarzinom: Mehr Nachteile durch minimalinvasive Chirurgie

Minimalinvasive Eingriffe beim frühen Ovarialkarzinom werden immer häufiger durchgeführt. Eine aktuelle Kohortenstudie zeigt jedoch ein erhöhtes Risiko für intraoperative Kapselrupturen und Hinweise auf ein schlechteres Gesamtüberleben.

Matsuo K et al. Minimally Invasive Surgery, Intraoperative Capsule Rupture, and Survival in Early Ovarian Cancer. JAMA Oncol. 2026 Jun 1;12(6):664-666.

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Mehr aktuelle Forschung:

Vergleichende Proteomik-Analysen offenbaren markante Unterschiede bei der Biofilmbildung und dem Virulenzpotenzial von Isolaten der Arten Gardnerella leopoldiiG. piotii und G. vaginalis.
J Bacteriol 2026:e0041625.

Septischer Schock durch rupturierten Ovarialabszess nach hämatogener Staphylococcus-aureus-Infektion.
BMC Womens Healt
h 17.07.2026

Diagnostische Plasma-Protein-Signaturen bei sporadischem und BRCA1/2-assoziiertem Brustkrebs mittels zielgerichteter Proteomik.
Breast Cancer Res
 18.07.2026

Vaginale PRA1-Bestimmung identifiziert klinisch relevante Candida-albicans-Vaginitis und schließt eine asymptomatische Besiedlung ausEine explorative Studie.
BMC Microbiol
 17.07.2026

 

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