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Mittwoch, 17. April 2026

Liebe Leserin, lieber Leser,

in der heutigen Ausgabe unseres Schwerpunkt-Newsletters stellen wir Ihnen interessante neue Studien zum Thema Infektionen und Impfungen vor. Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und freuen uns über Ihr Feedback unter [email protected].

Ihre Redaktion von Biermann Medizin

 

Heutiger Schwerpunkt: Infektionen, Impfungen

Trotz der bekannten Gesundheitsrisiken einer Tuberkulose-Erkrankung während der Schwangerschaft gibt es nach wie vor kaum globale Schätzungen zur Inzidenz in dieser Gruppe. Laut einer neuen Modellierungsstudie zeigen Frauen während Schwangerschaft und Wochenbett jedoch ein erhöhtes Erkrankungsrisiko, das bei zusätzlicher HIV-Infektion noch weiter ansteigt. Den Autoren zufolge könnten eine verbesserte Überwachung, gezielte Präventionsstrategien sowie die Integration des Tuberkulose-Screenings in die pränatale Versorgung dazu beitragen, die Belastung durch die Erkrankung zu senken.

Bei COVID-19 ist es eine Impfung, die die Belastung verringert – insbesondere bei Schwangeren. Laut einer kanadischen Studie reduziert die SARS-CoV-2-Impfung in dieser Bevölkerungsgruppe effektiv das Risiko für COVID-19-bedingte Hospitalisierungen, Intensivpflichtigkeit und Frühgeburten – unabhängig von der vorherrschenden Virusvariante – und bestätigt damit ihren Nutzen auch in dieser besonders vulnerablen Gruppe.

Neben Tuberkulose und COVID-19 stellen auch entzündliche Beckenerkrankungen infolge sexuell übertragbarer Infektionen (STI) weiterhin eine globale Gesundheitsbelastung dar. Laut einer Analyse von Global-Burden-of-Disease-Daten steigt die Prävalenz in mehreren Ländern an – darunter Brasilien, Spanien, Griechenland und Portugal. Obwohl STI-assoziierte entzündliche Beckenerkrankungen besonders in Ländern mit niedrigem oder mittlerem soziodemografischen Entwicklungsindex verbreitet sind, deuten modellbasierte Prognosen auch für Länder mit hohem soziodemografischen Entwicklungsindex auf einen weiteren Anstieg in den kommenden Jahrzehnten hin.

Zudem berichten wir über Zusammenhänge zwischen Veränderungen der vaginalen Laktobazillen-Zusammensetzung und Hochrisiko-HPV-Infektionen sowie zervikalen intraepithelialen Neoplasien. Außerdem beleuchten wir prädiktive Biomarker für intraamniotische Infektionen und spontane Frühgeburten bei Frauen mit vorzeitigen Wehen.

Mehr zu diesen und anderen Themen finden Sie in unserer neuen Ausgabe Kompakt Gynäkologie 2/2026 .

 

Neueste Studien zum Thema:

 
 

Tuberkulose in Schwangerschaft und Wochenbett möglicherweise unterschätzt

Das Risiko für Tuberkulose in Schwangerschaft und Wochenbett wird offenbar deutlich unterschätzt. Eine Modellierungsstudie zeigt ein erhöhtes Erkrankungsrisiko, insbesondere bei Frauen mit HIV.

Mafirakureva N et al. Global estimates of tuberculosis incidence during pregnancy and postpartum: a rapid review and modelling analysis. Lancet Glob Health. 2026 Mar;14(3):e337-e346.

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Advertorial

Gut aufgeklärt zu Gebärmutterhalskrebs

Für viele Frauen herrscht Verunsicherung bei auffälligen Pap- oder HPV-Befunden und dadurch ein großes Informationsbedürfnis. Genau hier setzt die neue FAQ-Broschüre für Patientinnen „Früherkennung Gebärmutterhalskrebs“ von MSD an.

nachdenkliche
 

COVID-19-Impfung verringert Risiko für Hospitalisierung und Frühgeburt bei Schwangeren

Schwangere, die gegen SARS-CoV-2 geimpft sind, haben ein deutlich geringeres Risiko für COVID-19-bedingte Hospitalisierungen, Intensivpflichtigkeit und Frühgeburt – unabhängig von der vorherrschenden Virusvariante. Darauf deutet eine bevölkerungsbasierte Analyse aus Kanada hin.

McClymont E et al. The Role of Vaccination in Maternal and Perinatal Outcomes Associated With COVID-19 in Pregnancy. JAMA. 2026 Jan 13;335(2):154-162.

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Weltweit steigende Trends entzündlicher Beckenerkrankungen

Entzündliche Beckenerkrankungen, verursacht durch sexuell übertragbare Infektionen (STI), sind weiterhin eine relevante globale Gesundheitsbelastung. Eine Analyse der Global-Burden-of-Disease (GBD)-Daten zeigt, dass die Prävalenz in mehreren Ländern zunimmt.

Li J et al. Global burden and trends of pelvic inflammatory disease associated with sexually transmitted infection excluding HIV from 1990 to 2021. Front Glob Womens Health. 2025 Dec 16;6:1658086.

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Prädiktive Biomarker für intraamniotische Infektionen und spontane Frühgeburten bei Frauen mit vorzeitigen Wehen

Bestimmte Biomarker könnten helfen, intraamniotische Infektionen und drohende Frühgeburten bei vorzeitiger Wehentätigkeit frühzeitig zu erkennen. Eine Kombination mit Ultraschall- und Laborparametern verbessert die Vorhersagegenauigkeit noch weiter.

Cho HY et al. Predictive Potential of Plasma Acute Phase- and Adhesion-Related Proteins and Progranulin for Intra-Amniotic Infection/Inflammation and Spontaneous Preterm Birth in Women With Preterm Labor. Am J Reprod Immunol. 2026 Apr;95(4):e70235.

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Veränderungen der vaginalen Laktobazillen korrelieren mit Hochrisiko-HPV-Infektionen und zervikaler intraepithelialer Neoplasie

Eine aktuelle Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung der vaginalen Laktobazillen, zervikaler intraepithelialer Neoplasie (CIN) und Hochrisiko-Infektionen mit humanem Papillomavirus (HR-HPV).

Chen N et al. Correlation of vaginal lactic acid bacteria changes with high-risk human papillomavirus-infected cervical intraepithelial neoplasia and nomogram model. 2026. Front. Med. 13:1784053.

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Mehr aktuelle Forschung:

Der Einfluss der mütterlichen Keuchhustenimpfung auf die Gesundheit von Neugeborenen im niederländischen Arzneimittelregister für Schwangerschaften.
Birth Defects Res 2026 Apr;118(4):e70042.

Fortschritte bei der Beseitigung der vertikalen Übertragung von HIV, Syphilis und Hepatitis B in 21 stark betroffenen Ländern.
J Int AIDS Soc 2026 Apr;29(4):e70091.

Replikation des Affenpockenvirus und Wirtsreaktion in vaginalen und ektozervikalen Epithelzellen.
Virulence 2026 Dec;17(1):2649986.

Überwachung der Inzidenz von Wundinfektionen nach Hysterektomien und damit verbundene Risikofaktoren: eine prospektive Kohortenstudie.
Rev Esp Quimioter 2026 Mar 27;39(2):135–142.

 

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