Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung ist mit Darm-Dysbiose assoziiert

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Das Darmmikrobiom kann die Entwicklung und den Schweregrad einer NAFLD beeinflussen. Amerikanische Wissenschaftler analysierten Mikrobiome von Kindern mit und ohne nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD).

Die Studie umfasste 87 Kinder (Altersgruppe 8–17 Jahre) mit histologisch nachgewiesener NAFLD. Als Kontrolle dienten 37 Kinder mit Adipositas ohne NAFLD. Stuhlproben wurden gesammelt und die Zusammensetzung und Funktion der Mikrobiome bewertet. Außerdem wurden mikrobielle Taxa identifiziert; ebenso Gene, die im Zusammenhang mit bakteriellen Signalkaskaden stehen.

Fäkalmikrobiome von Kindern mit NAFLD wiesen eine geringere a-Diversität auf als die von Kindern aus der Kontrollgruppe (3,32 vs. 3,52; p=0,016). Fäkalmikrobiome von Kindern mit Nicht-alkoholische Steatohepatitis (NASH) zeigten die geringste a-Diversität (Kontrolle 3,52; NAFLD 3,36; Borderline NASH 3,37; NASH 2,97; p=0,001). Hohe Nachweisraten von Prevotella copri waren mit einer schwereren Fibrose verbunden (p=0,036). Gene für die Lipopolysaccharid-Biosynthese waren in Mikrobiomen von Kindern mit NASH angereichert (p<0,001). Ein Baum-Modell auf Basis des Alanin-Aminotransferase-Spiegels und der relativen Häufigkeit eines spezifischen Lipopolysaccharid-Gens identifizierte Patienten mit NASH mit einem AUROC-Wert von 0,92. Gene, die an der Assemblierung von Flagellen beteiligt sind, waren in den Fäkal-Mikrobiomen von Patien­ten mit mittelschwerer bis schwerer Fibrose angereichert (p<0,001). Klassifikations- und Regressionsbaum-Modelle, basierend auf dem Alanin-Aminotransferase-Spiegel und der Häufigkeit von Genen, die für flagellare Biosyntheseproteine kodieren, konnten Kinder mit mittelschwerer bis schwerer Fibrose genau identifizieren (AUROC=0,87).

Fazit
Somit schienen NAFLD und NASH mit einer Darm-Dysbiose zu korrelieren. NAFLD und ihr Schweregrad waren mit einer größeren Häufigkeit von Genen assoziiert, die für entzündliche Bakterienprodukte kodieren. Veränderungen des Darm-Mikrobioms könnten somit zur Pathogenese der NAFLD beitragen und als Marker für Krankheiten oder deren Schweregrade dienen. (je)

Autoren: Schwimmer JB et al.
Korrespondenz: Dr. Nita Salzman, Medical College of Wisconsin, 8701 Watertown Plank Rd, Milwaukee, Wisconsin 53226, USA; [email protected]
Studie: Microbiome Signatures Associated With Steatohepatitis and Moderate to Severe Fibrosis in Children With Nonalcoholic Fatty Liver Disease
Quelle: Gastroenterology 2019;157(4):1109–1122.
Web: www.gastrojournal.org