Nichtsteroidale Antirheumatika: Wirksamkeit und Sicherheit bei Säuglingen untersucht1. Mai 2023 © CasanoWa Stutio – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Wirksamkeit von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAIDs) bei einer Reihe von Erkrankungen wie Fieber und Schmerzen ist gut belegt. NSAIDs sind auch die Hauptpfeiler der entzündungshemmenden Behandlung, beispielsweise bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen in der Pädiatrie. Über die Sicherheit der meisten NSAIDs bei Säuglingen liegen bislang allerdings nur begrenzte Daten vor. Ein Review-Beitrag einer internationalen Forschergruppe fasst nun den aktuellen Wissensstand über die Sicherheit und Wirksamkeit verschiedener NSAIDs zusammen, die bei Säuglingen eingesetzt werden und für die Daten vorliegen, darunter Ibuprofen, Dexibuprofen, Ketoprofen, Flurbiprofen, Naproxen, Diclofenac, Ketorolac, Indomethacin, Niflumsäure, Meloxicam, Celecoxib, Parecoxib, Rofecoxib, Acetylsalicylsäure und Nimesulid. Die meisten Informationen sind jedoch für Ibuprofen, Ketoprofen und Ketorolac verfügbar. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen können Victoria C. Ziesenitz vom Universitätsklinikum Heidelberg und Kollegen zufolge renaler, gastrointestinaler, hämatologischer oder immunologischer Natur sein. Da NSAIDs zu den in der Pädiatrie am häufigsten verwendeten Arzneimitteln gehören, können Sicherheits- und Wirksamkeitsstudien als Teil der normalen klinischen Routine durchgeführt werden, auch bei Kleinkindern. Verfügbare Datenquellen, wie (elektronische) Krankenakten, sollten für Sicherheits- und Wirksamkeitsanalysen genutzt werden. Um Sicherheitssignale zu erkennen, die für bestimmte pädiatrische Altersgruppen oder Krankheitseinheiten relevant sind, sollten in größerem Umfang als bisher bestehende Datenquellen, zum Beispiel Programme/Netzwerke für unerwünschte Arzneimittelwirkungen, nationale Spontanmeldesysteme und elektronische Krankenakten, mit kinderspezifischen Methoden ausgewertet werden, empfehlen die Autoren. Um die Sicherheit von NSAIDs bei Säuglingen zu verbessern, müsse die Behandlung mit der niedrigsten altersgerechten oder gewichtsabhängigen Dosis begonnen werden. Die Dauer der Behandlung und die Menge des verwendeten Arzneimittels sollten regelmäßig überprüft sowie die Höchstdosis und andere Empfehlungen des Herstellers oder von Expertenausschüssen befolgt werden. Die Behandlung von nichtchronischen Erkrankungen wie Fieber und akuten (postoperativen) Schmerzen sollte so kurz wie möglich gehalten werden. Außerdem sollten Patienten mit chronischen Erkrankungen regelmäßig auf mögliche unerwünschte Wirkungen von NSAIDs überwacht werden, raten die Autoren. Fazit NSAIDs sind eine gut etablierte Behandlungsoption bei verschiedenen Erkrankungen, jedoch gibt es nur begrenzte Daten zur Sicherheit bei Säuglingen. Unerwünschte Wirkungen können renaler, gastrointestinaler, hämatologischer oder immunologischer Natur sein. Um die Sicherheit von NSAIDs bei Säuglingen zu verbessern, sollte die Behandlung mit der niedrigsten altersgerechten oder gewichtsabhängigen Dosis begonnen werden. (ej) Autoren: Ziesenitz VC et al. Korrespondenz: Victoria Ziesenitz; [email protected]. Studie: Efficacy and Safety of NSAIDs in Infants: A Comprehensive Review of the Literature of the Past 20 Years Quelle: Paediatr Drugs 2022 Nov;24(6):603–655. Web: https://doi.org/10.1007/s40272-022-00514-1